Minimalistisch einrichten: Tipps für Ihre Wohnung

Einfach wohnen ohne Ballast

Foto: Home24

Der Trend zum Minimalismus ist keine Neuschöpfung des 21. Jahrhunderts, die aufgrund von heutigem Leistungsdruck, Schnelllebigkeit und Überangebot entstanden ist. Die Entstehung reicht weit zurück und durchdringt verschiedene Bereiche wie Wohnen, Architektur, aber auch Malerei und Mode.

Die Quintessenz ist aber dieselbe: Es geht um die Kunst des Reduzierens. Und den Mut, sich von Überflüssigem zu befreien.

Minimalistisch einrichten − wie gelingt das? Praktische Tipps, wie Sie Ihre eigene Wohnung ganz einfach im minimalistischen Stil einrichten können, gibt Steven Schneider, Chefeinrichter von home24.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Formen
  2. Farben
  3. Möbel
  4. Deko
  5. Japandi

Minimalistisch leben mit Marie Kondo

Wer eine minimalistische Einrichtung liebt, wird auch Marie Kondo lieben. Sie verspricht Großes: Wer einmal nach ihrer Methode die Wohnung gründlich ausmistet und neu sortiert, wird belohnt mit einer perfekt aufgeräumten Wohnung − und das für immer. Wir erklären, wie's geht!  Aufräumen nach Marie Kondo: In 3 Schritten zur perfekten Wohnung »

Formen

Stimmiges Ensemble in Grautönen und mit klaren Linien: Hochkommode 'Harma', Couchtisch 'Katori' und Blumenständer 'Isola' haben das schlichte Design und die schlanken Füße gemeinsam. Das geradlinige Design wird auch im Teppich wieder aufgegriffen.

Ganz nach dem Motto „Weniger ist mehr“ setzt ein minimalistischer Einrichtungsstil auf geradlinige und geometrische Grundformen. Kuben, Quader und Kugeln sind erlaubt, solange sie schlicht und schnörkellos gehalten sind.

Die minimalistischen Formen lassen sich deshalb mit vielen verschiedenen Stilrichtungen kombinieren. Ob skandinavisch, urban oder retro: Ein minimalistischer Einrichtungsstil ist anpassungsfähig und kann nach persönlichen Vorlieben gestaltet werden.

Farben

Minimalistisch einrichten bedeutet eine reduzierte Farbpalette: Alle Nichtfarben (also Schwarz, Weiß und Grau) und gedeckte Beige- und Brauntöne dominieren das Interior. Die kühle Reinheit dieser Farben wirkt beruhigend und beugt Unordnung vor. Möbel, die viel Platz einnehmen, wie zum Beispiel ein Sofa, sollten sich in diesem Farbspektrum bewegen.

Minimalistisch einrichten in Beige- und Weißtönen. Sie sorgen für ein ruhiges und entspanntes Wohngefühl. Das gesteppte Rechteck-Muster der Relaxingliege 'Long Island' findet sich auch beim Sideboard 'Bianco' wieder.

Wem das zu langweilig ist, der kann gezielt farbige Akzente setzen. Hier ist dennoch Vorsicht geboten. „Wer trotzdem nicht auf bunte Farben verzichten möchte, sollten diese nur gedeckt und kleinflächig einsetzen“, rät Steven Schneider, Chefeinrichter bei home24. „Eine Idee wäre zum Beispiel eine einzelne gelbe Schublade in einem anthrazitfarbenen Sideboard oder ein blauer Teppich, der geometrischen Formen aufgreift.“

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Möbel

Eiche kombiniert mit Dunkelgrau und Weiß - das funktioniert immer. Geschlossene Schranktüren sorgen für ein ruhiges Gesamtbild.

Schränke sind die großen Helfer des minimalistischen Looks. Sie bieten viel Stauraum, um lose Gegenstände zu verwahren. Eine aufgeräumte, klare Raumatmosphäre ist essenziell, um Minimalismus wirken zu lassen.

Durch die schlanken Füße wirkt das Sideboard - trotz der dunklen Farbe - nicht massiv, sondern elegant und modern.

Große und schwere Möbelstücke, wie Sofas, Betten oder Schränke, kommen nicht ohne filigrane Beine aus.

„Minimalismus lebt von Leichtigkeit und Freiheit. Möbel, die in der Regel massiv wirken, werden durch sogenannte Stilettos optisch vom Boden gelöst und erscheinen somit luftiger und schwebender“, erklärt Schneider.

Für den finalen Schliff muss das minimalistische Interior nur noch ins rechte Licht gerückt werden. Und hier greift ausnahmsweise mal der Grundsatz „Mehr ist mehr“. Das gilt für natürliches als auch für künstliches Licht. Pendelleuchten und Stehlampen tragen zu einer warmen Atmosphäre bei. Auch hier stehen reduzierte Designs in klassischen Formen im Vordergrund. Helle Oberflächen helfen dabei, das Licht maximal zu reflektieren.

Minimalistisch einrichten und gemütlich entspannen müssen kein Widerspruch sein: Mit dem strukturierten Webstoff setzt das Sofa 'Summer' einen Gegenpart zu den glänzenden und glatten Möbeloberflächen.

Im schlichten Minimalismus dominieren glatte und glänzende Oberflächen an Möbelfronten und Tischplatten. Edelstahl, Chrom, Glas, Holz und Marmor sind hochwertige Materialien, die den Look elegant abrunden.

Aber keine Bange: Auch wer minimalistisch einrichtet, muss nicht auf harten Stahlbänken ausharren. Gemütlichkeit erzeugen natürliche Materialien und Textilien wie Leinen, Baumwolle oder Leder. „Die Zurückhaltung im Minimalismus eröffnet gleichzeitig auch neue Möglichkeiten. Die verschiedenen Materialien lassen sich wunderbar miteinander kombinieren, ohne dass es unaufgeräumt oder stillos im Raum wirkt“, verrät Schneider.

Der Cognac-Farbton der Polstermöbel 'Crawford' ist gut gewählt: Er bringt Gemütlichkeit in die puristisch gehaltene Wohnung.

Deko

Für die Deko gilt: Weniger ist mehr. Beschränken Sie sich auf Objekte, die Ihnen wirklich Freude bereiten.

Dekoration ist der Erzfeind des Minimalismus? Nicht zwangsläufig. Wenige ausgewählte Stücke verleihen der schlichten Einrichtung eine persönliche Note.

„Ein hochwertiges Einzelstück kann hier angenehm in Szene gesetzt werden, anstatt es in einer Flut aus dekorativen Elementen untergehen zu lassen“, findet Schneider.

Auch hier sollte man der Linie des minimalistischen Einrichtens treu bleiben. Heißt: Wähle moderne geometrische Formen und lass die Finger von Schnörkeln und Rustikalität. Steven Schneider rät zu unifarbenen Textilien und Teppichen oder großformatigen Bildern und Kunstwerken.

Wer gerne etwas Abwechslung ins Spiel bringen möchte, kann kräftige Farben für die Dekoration wählen, sollte sich aber auf eine Nuance festlegen. „Wichtig ist, dass die Dekoration nicht den Raum dominiert. Sie sollte ein Hingucker sein, aber niemals mehr“, empfiehlt der Einrichtungsexperte.

Japandi

Ein Stil-Vorreiter beim minimalistischen Einrichten ist der aktuelle Wohntrend Japandi. Japanische Einfachheit trifft auf skandinavische Gemütlichkeit. Heraus kommt ein unkomplizierter und eleganter Look, der auf klare Linien und gedeckte Farben reduziert ist. Die Kombination verschiedener Texturen setzt hier die Akzente. Während die Skandinavier helle Farben und grafische Muster beisteuern, erweitern die Japaner den Trend mit edlen Hölzern und farbigen Kontrasten.

Während die Pendelleuchte skandinavisch inspiriert ist, passt der Couchtisch eher zum japanischen Einrichtungsstil. Der Wolltepich 'Savona" changiert in Creme-, Grau- und Brauntönen und hält das Wohnkonzept farblich zusammen.

Home24-Chefeinrichter Steven Schneider

Einrichtungsexperte Steven Schneider kennt die Vorzüge eines minimalistischen Einrichtungsstils: „Wer Ordnung und Schlichtheit in die eigenen vier Wände einkehren lässt, der wird merken, wie befreiend es ist, sich nicht auf unnötigen Besitz zu konzentrieren. Der Fokus beim Minimalismus liegt auf dem Wesentlichen.“

Konzeption und Fotos: home24

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