Umbau & Anbau

Einen Hausanbau planen: Mehr Platz für alle

Beispiele für die gelungene Hauserweiterungen

Foto: IWO

Ein Anbau ist nicht nur ein „Anhängsel”. Am Ende sollte er eine harmonische Einheit mit dem vorhandenen Gebäude bilden, außen wie innen. Die Ausführung richtet sich nach dem Bedarf der Bauherren und hängt vom Zuschnitt des Bestandsgebäudes ab. Wir zeigen Beispiele.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Andocken oder integrieren?
  2. Der Anbau als Generationen-Lösung
  3. Bautechnik

Andocken oder integrieren?

Kein Anbau gleicht dem anderen. Es gilt, die äußeren Umstände zu berücksichtigen wie auch die individuellen Wünsche, die zu dem Bauvorhaben führen. Ein weitläufiges Grundstück, großzügige Bebauungspläne und ein reichlich bemessenes Budget bieten viel Gestaltungsfreiheit. Mehr Raum lässt sich jedoch auch eine Nummer kleiner erzielen. Viel hängt zudem von der geplanten Nutzung ab. Im Idealfall sind Optionen für die Zukunft berücksichtigt, falls sich Familiensituationen ändern.

Ganz gleich, ob große oder kleine Lösung – wenn Anbauten mit eigener Qualität und Formensprache auftreten, werden sie zu echten Hinguckern. Sie geben die Spannung zwischen Alt und Neu selbstbewusst wieder, wie folgende Beispiele zeigen.

Eine nicht alltägliche Ansicht zeigt dieses Einfamilienhaus. Das tief gezogene Dach bekam einen Dachvorbau über zwei Stockwerke. Die gewonnene Wohnfläche wurde nahtlos in den vorhandenen Grundriss integriert. Die Trennung spiegelt sich trotzdem: in der mit Holzschalung verkleideten Fassade des Anbaus. Sie setzt sich deutlich vom Altbau ab.

Foto: Harms und Köster

Eine noch deutlichere Trennung wird erzielt, wenn der Anbau als eigenständiger Kubus ausgeführt wird. Als Kunstgriff dient oft eine Fuge, die Neu an Alt andockt. Sie kennzeichnet den Übergang nicht nur optisch. Im Innenbereich fällt ihr eine verknüpfende Funktion zwischen den Bauteilen zu.

Diese Lösung eignet sich besonders gut, wenn Büro- oder Schlafräume hinzukommen sollen. Wird die Fuge größer dimensioniert, kann sie sogar ein Treppenhaus aufnehmen. Das ermöglicht eine separate Erschließung.

Foto: Kitzlinger

Arbeiten mit Pufferzone zum Familienalltag. Im Erdgeschoss gelangt man durch ein multifunktionales Lesezimmer ins neu geschaffene Büro.

 

Foto: IWO

Das 1936 erbaute Einfamilienhaus vor der Sanierung.

Foto: IWO

Nach der Sanierung: Ein Anbau sorgt für zusätzlichen Platz.

Der Anbau als Generationen-Lösung

Wer Richtung Zukunft denkt, kann noch einen Schritt weiter gehen. Wenn es das Grundstück zulässt, bietet ein großzügiger Anbau der Familie zunächst viel Entfaltungsfreiheit. Wird der Übergang zwischen Alt und Neu so geplant, dass bei Bedarf beide Teile separat erschlossen werden können, ist eine spätere Trennung problemlos möglich.

Der Anbau kann den Eltern im Ruhestand als vollwertige Wohneinheit dienen. Das Haupthaus wiederum erleichtert der jungen Generation den Start ins eigene Leben sowie die Familiengründung.

Zukunftsoffen: Der Anbau wurde unterkellert, das Grundstück für eine Terrasse abgeböscht. Aus dem Hobbyraum im Untergeschoss kann so später die Küche mit Wohnbereich werden – mit Freisitz.
oto: Architekturbüro Möhrle

Soll Zwei-Generationen-Wohnen sofort verwirklicht werden, bieten sich vor allem bei zweistöckigen Einfamilienhäusern Verlängerungen in Längs- oder Querrichtung an, am besten bis unter den First. So können zwei übereinander liegende Wohnungen entstehen. Allerdings sind die Eingriffe in den bestehenden Grundriss besonders groß. Die Erschließung durch Treppen muss der neuen Situation angepasst und die Räume müssen für jedes Stockwerk in eine neue, sinnvolle Abfolge gebracht werden.

Bautechnik

Bei allen Anbauvarianten ist wichtig, dass die Übergänge zwischen den Bauteilen sorgfältig ausgeführt werden. Entstehen Wärmebrücken, sind spätere Bauschäden vorprogrammiert.

Gelungen ist ein Anbau immer dann, wenn sich das Neue verknüpft mit der Würde des Vorhandenen, sei es harmonisch angleichend oder als bewusster Gegensatz. Dann entsteht auch für die Bewohner Wohngenuss pur: gewonnene Fläche, durchweht vom Charme des Gewachsenen.

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