Aufstockung auf einer Garage: So gelingt der Umbau
In Reutlingen wurden sogenannte "Flying Spaces" auf eine Reihe von Garagen aufgesetzt und so 160 m² bezahlbarer Wohnraum geschaffen. Hier berichten wir über die Flying Spaces »
Die Kinder werden größer, das Homeoffice platzt aus allen Nähten oder die Großeltern sollen mit einziehen − wenn der Platz im Eigenheim knapp wird, denken viele Eigentümer sofort an einen Anbau. Doch was tun, wenn das Grundstück zu klein ist oder man den geliebten Garten nicht zubetonieren möchte? Die Lösung liegt nicht neben, sondern auf dem Haus.
Wir zeigen in diesem Beitrag, wie sich ein Haus aufstocken lässt, welche Bauweisen sich lohnen und wie Sie aus einem alten Satteldach oder Bungalow ein Raumwunder machen können.
Das erfahren Sie in diesem Artikel:
Nicht jedes Haus ist gleich, und nicht jedes Dach bietet dieselben Voraussetzungen. Grundsätzlich gibt es drei Hauptmethoden, mit denen sich ein Haus aufstocken lässt, um neuen Platz zu schaffen. Welche für Sie infrage kommt, hängt vom bestehenden Gebäude und Ihrem Platzbedarf ab.
Diese Variante ist ideal, wenn Sie bereits ein Satteldach haben, der Dachboden aber bisher eher als Rumpelkammer oder Kriechboden dient, weil die Schrägen zu tief ansetzen. Das Problem ist hier der sogenannte Kniestock. Der Kniestock (oft synonym als Drempel bezeichnet) ist die statisch tragende Außenwand, auf der das Dach ruht. Ist diese Wand sehr niedrig, haben Sie kaum lichte Stehhöhe.
Bei dieser Methode wird der Kniestock um etwa 80 bis 120 Zentimeter erhöht. Dafür wird er entweder aufgemauert oder in Holzbauweise aufgesetzt. Der Effekt im Innenraum ist verblüffend: Wo vorher kaum ein Schrank stehen konnte, entstehen plötzlich vollwertige Räume mit einer angenehmen Raumhöhe von über 2,30 Metern.
Früher war diese Methode sehr aufwendig, weil das gesamte Dach abgetragen und später neu gebaut werden musste. Heute gibt es clevere Verfahren, bei denen der komplette, intakte Dachstuhl erhalten bleibt. Mithilfe einer computergesteuerten Hydraulikanlage wird das gesamte Dach „am Stück“ angehoben. In den entstehenden Spalt werden die neuen Wandelemente eingesetzt. Danach wird das Dach wieder abgesenkt und verankert. Das spart Materialkosten und Zeit. Die Hydraulik-Methode eignet sich vor allem für intakte, neuere Dächer.
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Wenn Sie maximalen Raum gewinnen wollen – etwa für eine komplette zweite Wohneinheit – ist die volle Dachaufstockung der richtige Weg. Hierbei wird das alte Dach komplett entfernt. Auf die bestehende Geschossdecke wird ein neues, vollwertiges Geschoss mit geraden Wänden gesetzt.
Oben drauf kommt dann ein neues Dach. Oft entscheiden sich Bauherren hier für ein flaches Pultdach oder ein Flachdach, um dem Haus einen modernen, kubischen Look zu geben. Das hat den Vorteil, dass im neuen Obergeschoss keinerlei Raumverlust durch Schrägen entsteht. Diese Methode macht aus einem eingeschossigen Haus quasi über Nacht ein zweigeschossiges Einfamilienhaus oder ein Zweifamilienhaus.
Besitzen Sie einen Bungalow? Dann sitzen Sie auf einem Schatz. Die Aufstockung eines Bungalows gilt als die „Königsdisziplin“, bietet aber auch das größte Potenzial. Da Bungalows eine sehr große Grundfläche haben, verdoppeln Sie mit einem neuen Stockwerk die Wohnfläche – häufig entstehen 100 bis 150 Quadratmeter neuer Raum auf einen Schlag.
Technisch ist das oft einfacher als bei alten Satteldachhäusern, da Bungalows häufig über sehr massive Betondecken verfügen, die die Last eines neuen Stockwerks (besonders in Leichtbauweise) gut tragen können. Aus dem flachen Bau wird so ein stattliches Einfamilienhaus. Die Statik muss aber in jedem Fall überprüft werden.
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Aufstockung eines Mehrfamilienhauses
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Wenn die Entscheidung gefallen ist, ein Haus aufzustocken, stellt sich die Frage nach dem Material. Soll klassisch „Stein auf Stein“ gemauert werden, oder setzt man auf vorgefertigte Holzelemente?
In der Praxis hat sich bei Aufstockungen der Holzrahmenbau (bzw. Holztafelbau) als klarer Favorit durchgesetzt. Das hat vor allem statische und bauphysikalische Gründe:
Eine Aufstockung in Massivbauweise ist meist nur dann eine Option, wenn der Bestand ebenfalls sehr massiv ist und ein Statiker die zusätzliche Last freigibt. Oft greift man hier auf Porenbeton zurück, da dieser leichter ist als klassische Ziegel oder Kalksandstein. Nachteil sind die deutlich längere Bauzeit und die einzuhaltenden Trocknungszeiten. Für den Schallschutz kann mehr Masse jedoch vorteilhaft sein.
Wenn aus statischen (oder anderen) Gründen keine Haus aufstocken möglich ist, aber genug Grundstücksfläche vorhanden, ist ein Anbau eine gute Alternative. Gut geplant, lässt er sich vergleichsweise günstig realisieren. Auch hier gilt. Baurechtliche Vorgaben müssen erfüllt werden und gestalterische Aspekte spielen eine wichtige Rolle. In diesem Beitrag zeigen wir anhand konkreter Beispiele, wie Sie einen Anbau fürs Haus richtig planen »
So verlockend die Idee ist: Sie können nicht „einfach“ loslegen. Deutschland ist ein Land der Vorschriften, und das gilt auch für den Weg nach oben. Bevor Sie den ersten Handwerker beauftragen, müssen zwei Hürden genommen werden.
Das ist der wichtigste Punkt. Ein Statiker muss prüfen, ob die Tragwände und das Fundament Ihres Hauses das Gewicht einer Aufstockung aushalten. Manchmal sind Verstärkungen notwendig, was die Kosten treibt. Hier punktet, wie erwähnt, die leichte Holzbauweise.
Ein Blick in den örtlichen Bebauungsplan (B-Plan) ist unverzichtbar. Er regelt, was in Ihrem Wohngebiet erlaubt ist. Achten Sie auf folgende Kennzahlen:
Die Behörden können im schlimmsten Fall den Rückbau verlangen. Wer in Deutschland bauen möchte, muss sich an kommunale Planungsvorgaben halten. Geregelt werden diese im Bebauungsplan. Hier erfahren Sie, wie sich qualifizierter und einfacher Bebauungsplan unterscheiden: Einfacher vs. qualifizierter Bebauungsplan − verständlich erklärt »
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Eine der größten Sorgen von Eigentümern ist die Wohnsituation während des Umbaus. Muss man für Wochen ins Hotel oder zu Verwandten ziehen?
Die gute Nachricht: Bei einer Aufstockung mit Fertigteilen können Sie in der Regel im Erdgeschoss bleiben. Da der „Deckel“ (Dach oder Decke) meist innerhalb von ein bis zwei Tagen geschlossen ist, bleibt die Belastung durch Witterung minimal. Der eigentliche Innenausbau (Trockenbau, Bodenbeläge, Malerarbeiten) findet im neuen Obergeschoss statt, während Sie unten Ihr gewohntes Leben weiterführen. Natürlich wird es an einigen Tagen laut und staubig, besonders bei Treppendurchbrüchen, aber ein Auszug ist selten zwingend nötig. Beachten Sie jedoch: Wenn die neue Etage an Heizung, Wasser und Strom angeschlossen wird, kann es zu kurzzeitigen Unterbrechungen der Versorgung im ganzen Haus kommen. Hier ist gute Absprache mit den Installateuren gefragt.
Da jedes Haus und jede Statik individuell sind, dienen diese Werte (Stand 2026) als grobe Orientierung.
Das Haus aufstocken schafft viel Wohnfläche mit überschaubaren Kosten. Grundsätzlich gibt es drei Hauptmethoden, mit denen sich ein Haus aufstocken lässt:
Welche für Sie infrage kommt, hängt vom bestehenden Gebäude und Ihrem Platzbedarf ab. Die Holzrahmenbauweise ist für Aufstockungen ideal: sie ist leicht, schont die Statik und lässt sich extrem schnell montieren. Die Aufstockung eines Flachdachs oder Bungalows schafft den meisten neuen Platz und ist baulich am einfachsten umzusetzen, erfordert aber massive Betondecken. Jede Variante muss in jedem Fall von einem Statiker überprüft und baurechtlich genehmigt werden.
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