Balkon nachträglich anbauen: Was ist erlaubt?

Balkon Schwedenstil balkon nachträglich anbauen

Baurechtliche Vorgaben bei Anbaubalkonen

Foto: epr/SchwörerHaus

Sie möchten nachträglich einen Balkon anbauen? Die Idee ist gut, denn mit relativ wenig Aufwand gewinnen Sie damit neuen Wohnraum. Weiterer Vorteil: Der Balkonanbau ist bei fast jedem Haus problemlos möglich. Dennoch gibt es einige baurechtliche Vorgaben zu beachten. Wir erklären, worauf es ankommt.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Ist ein nachträglicher Balkon genehmigungspflichtig?
  2. Welche Abstandsflächen müssen eingehalten werden?
  3. Wieviel kostet ein neuer Balkon?

Ist ein nachträglicher Balkon genehmigungspflichtig?

Mehrfamilienhaus mit Balkon
Wenn Sie in einem Mehrfamilienhaus wohnen, müssen Sie die Zustimmung der anderen Eigentümer einholen. Denn bei einem Anbaubalkon handelt es sich um eine bauliche Veränderung des Gebäudes, der alle Miteigentümer zustimmen müssen.
Pexels/Jan van der Wolf

Prinzipiell ist für jeden Anbau eine Baugenehmigung nötig. Kleinere Balkone und Außentreppen können zwar häufig verfahrensfrei errichtet werden, sofern sie bestimmte Maße nicht überschreiten (Gleiches gilt auch für Terrassenüberdachungen, Balkonverglasungen und Balkonüberdachungen).

Aber: Verfahrensfreies Bauen heißt nicht, dass einfach drauflos gebaut werden darf. Sie müssen auch in diesem Fall alle baulichen Vorschriften einhalten − und das deutsche Baurecht ist recht kompliziert. Um hier auf Nummer Sicher zu gehen, ist es in jedem Fall anzuraten, einen Bauantrag für den Balkon einzureichen. Anderenfalls kann es passieren, dass Bußgelder oder sogar ein Abriss des Balkons drohen.

Erkundigen Sie sich beim Bauamt Ihrer Gemeinde, welche Unterlagen Sie einreichen müssen. In der Regel sind dies:

  • Angaben zur Größe und Lage des neuen Balkons im Bebauungsplan
  • Bauzeichnung mit Grundrissen und Ansichten des Balkons
  • Gutachten zur Statik

Was gilt für mein Bundesland?

Die gesetzlichen Vorschriften für Ihr Bauvorhaben regelt die Landesbauordnung. Hier geht's zum kompletten Überblick über alle Landesbauordnungen in Deutschland »

Welche Abstandsflächen müssen eingehalten werden?

Für Balkone sind meist 2 m Mindestabstand zur nachbarlichen Grenze festgelegt.

Aber: Balkone zählen zu den sogenannten Vorbauten, für die besondere Regeln gelten. So können sie in die laut Bebauungsplan vorgeschriebenen Abstandsflächen hineinragen – oft sind in diesem Fall aber ihre Abmessungen auf eine Breite unter 5,0 m und eine Tiefe bis 1,5 m begrenzt.

Balkonanbau planen und umsetzen Anbaubalkon Fertigbalkon
Balkone sind erst ab einer bestimmten Größe genehmigungspflichtig. In der Regel werden sie auf ein eigenes Fundament gestellt und am Haus befestigt. So greifen sie nicht in die Konstruktion des Hauses ein.
Schöck Bauteile

Wieviel kostet ein neuer Balkon?

Anbaubalkon Balkon nachträglich anbauen
Ein vorgefertigter Anbaubalkon lässt sich recht schnell und einfach realisieren.
epr/Balkonmacher

Insgesamt sollten Sie mit Kosten von mindestens 10.000 Euro rechnen. Je nach Ausführung des Balkons unterscheiden sich die Preise deutlich:

  • Am günstigsten sind selbsttragende Vorstellbalkone aus Stahl oder Holz, die auf vier Stützen errichtet werden. Sie sind schon ab rund 3.000 Euro zu haben.
  • Anbaubalkone auf zwei Stützen kosten rund 4.000 Euro.
  • Kragarmbalkone ohne Stützen, die komplett am Haus angebaut werden, sind am teuersten. Sie kosten ab ca. 5.000 Euro.

Hinzu kommen Einbau- und Materialkosten für das Geländer und die neue Tür, die zum Balkon führt sowie Renovierungskosten für die Innenwand.

Balkon sanieren statt neu bauen?

Wenn Sie bereits einen Balkon haben, den Sie durch einen neuen ersetzen möchten, reicht unter Umständen schon eine Balkonsanierung. Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten es gibt, Schäden am Balkon zu beheben. Balkonsanierung im Überblick »

Unsere Website setzt Cookies ein – durch die Nutzung der Website erklären Sie sich damit einverstanden. Hier finden Sie unsere Datenschutzerklärung