Welcher Bodenbelag für die Terrasse?
Ideen für den Terrassenbelag
In der warmen Jahreszeit ist die Terrasse unser absoluter Lieblingsplatz zum Entspannen. Dazu gehört natürlich auch ein Bodenbelag, der nicht nur gut aussieht, sondern auch funktional überzeugt. Wie stark heizt er sich in der Sonne auf? Wie rutschig ist er bei Regen? Fühlt er sich auch barfuß angenehm an? Bleibt er auch nach Jahren noch ansehnlich? Wieviel Arbeit steckt nach dem Verlegen drin?
Wir vergleichen Bodenbeläge für die Terrasse und geben praktische Tipps welches Material für Sie das richtige ist.
Das erfahren Sie in diesem Artikel:
- Betonplatten: der unterschätzte Allrounder
- Feinsteinzeug und Keramik: pflegeleicht und modern
- Pflasterklinker: charmant, robust und voller Gartencharakter
- Natursteine: edel, langlebig, aber nicht immer unkompliziert
- Holz: warm, natürlich und barfuß unschlagbar
- WPC: pflegeleichter als Holz, aber ökologisch kritisch
- Kies und Splitt: günstig, wasserdurchlässig, aber nichts für jeden Alltag
Betonplatten: der unterschätzte Allrounder
Betonplatten haben mit dem grauen Einerlei von früher längst nicht mehr viel zu tun. Moderne Varianten imitieren Naturstein, zeigen klare Kanten, große Formate und erstaunlich elegante Oberflächen. Gerade in modernen Gärten sind sie deshalb sehr beliebt.
Ihr großer Vorteil ist die Vielseitigkeit: Betonplatten sind in vielen Größen, Farben und Preisklassen erhältlich, robust und vergleichsweise pflegeleicht. Gleichzeitig sind sie oft günstiger als Naturstein. Wichtig ist auch hier die Oberfläche: Sehr glatte Platten können bei Regen rutschig sein, strukturierte Varianten sind alltagstauglicher.
Wer eine geradlinige, ruhige Terrassenoptik sucht und Preis, Haltbarkeit und Pflege in ein vernünftiges Verhältnis bringen möchte, fährt mit Betonplatten oft sehr gut.
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Sie eine robuste, pflegeleichte und budgetfreundliche Lösung mit vielen Gestaltungsoptionen möchten.
Schritt für Schritt: Terrasse planen, anlegen und gestalten
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Feinsteinzeug und Keramik: pflegeleicht und modern
Feinsteinzeug hat in den vergangenen Jahren stark an Beliebtheit gewonnen – das aus gutem Grund. Die Platten wirken oft sehr elegant, sind in Stein-, Beton- oder Holzoptik erhältlich und gelten als besonders pflegeleicht. Schmutz dringt kaum ein, die Oberfläche ist widerstandsfähig und das Material bleibt optisch lange stabil. Viele Outdoor-Platten sind heute speziell für den Außenbereich konzipiert, häufig mit 2 Zentimetern Stärke und rutschhemmender Oberfläche. Für Terrassen werden oft R10 oder R11 empfohlen, gerade bei offen bewitterten Flächen.
Wichtig ist aber: Nicht jede Keramikfliese für innen taugt auch draußen. Für den Außenbereich kommt es auf Frostbeständigkeit, passende Stärke und die richtige Verlegung an. Vorsicht bei sogenanntem frostsicherem Material aus Italien, Griechenland, Spanien oder anderen südlichen Ländern. Die Fröste, denen es im Mittelmeerraum ausgesetzt ist, sind nicht mit unserem Klima vergleichbar. Achtung, Fehler im Unterbau oder bei der Entwässerung rächen sich hier schneller als bei manchen anderen Belägen.
Gefälle beachten!
Mindestens so wichtig wie der Belag selbst ist auch der Unterbau. Der schönste Belag macht keine Freude, wenn Wasser stehen bleibt oder womöglich ins Haus läuft. Für Terrassen wird deshalb meist ein Gefälle von rund zwei Prozent empfohlen, damit Regenwasser ablaufen kann und sich keine Staunässe bildet. Bei Holz kann je nach Konstruktion etwas weniger genügen, bei Stein und Keramik ist ein solides Gefälle besonders wichtig.
Dafür bekommen Sie im Gegenzug einen Terrassenbelag, der modern aussieht und im Alltag wenig Zuwendung verlangt. Wer eine aufgeräumte, hochwertige Optik mag und keine Lust auf regelmäßiges Ölen oder Nachbehandeln hat, sollte Feinsteinzeug auf jeden Fall in die engere Wahl nehmen.
Passt gut zu Ihnen, wenn …
Sie eine pflegeleichte, moderne Terrasse möchten und auf eine fachgerechte Verlegung achten.
Pflasterklinker: charmant, robust und voller Gartencharakter
Pflasterklinker haben in Norddeutschland, Belgien, Holland und England eine lange Tradition. Es ist ein Belag mit besonderem Charme. Die gebrannten Tonsteine wirken warm, lebendig und passen sehr gut zu klassischen, ländlichen oder naturnahen Gärten. Außerdem sind sie frostsicher, robust und vielseitig zu verlegen – vom schlichten Läuferverband bis zu aufwendigeren Mustern.
Klinker ist vor allem dann spannend, wenn die Terrasse nicht geschniegelt modern, sondern eher gemütlich und eingewachsen wirken soll. Mit der Zeit entwickelt das Material oft sogar noch mehr Charakter.
Passt gut zu Ihnen, wenn …
Sie einen traditionellen, warmen und langlebigen Belag mit viel Atmosphäre suchen.
Natursteine: edel, langlebig, aber nicht immer unkompliziert
Naturstein gehört zu den hochwertigsten Terrassenbelägen überhaupt. Er wirkt je nach Sorte mediterran, elegant, rustikal oder modern und bringt eine lebendige, natürliche Oberfläche mit. Genau das macht seinen Reiz aus: Keine Platte sieht ganz aus wie die andere.
Allerdings ist Naturstein nicht gleich Naturstein. Sandstein wirkt warm und weich, ist aber empfindlicher als härtere Gesteine. Granit oder Basalt sind dagegen sehr robust und witterungsbeständig. Auch die Oberfläche spielt eine große Rolle: Polierte oder sehr glatte Steine können bei Nässe rutschig werden, stark raue Flächen bieten mehr Halt, setzen aber eher Moos und Schmutz an.
Naturstein ist meist teurer als andere Beläge, punktet dafür aber mit Langlebigkeit und Charakter. Wer eine Terrasse möchte, die nicht geschniegelt, sondern wertig und gewachsen wirkt, liegt hier richtig.
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... Sie eine hochwertige, dauerhafte Lösung suchen und natürliche Unregelmäßigkeiten ausdrücklich mögen.
Benötigt man eine Baugenehmigung für die Terrassenüberdachung?
Eine Terrassenüberdachung schützt bei schlechtem Wetter, spendet Schatten und Gartenmöbel können bis in den Herbst draußen stehen bleiben. Aber eine wichtige Frage bleibt, die wir in diesem Beitrag klären: Braucht man für eine Terrassenüberdachung eine Baugenehmigung?
Holz: warm, natürlich und barfuß unschlagbar
Holz ist der Klassiker für alle, die sich eine warme, wohnliche Terrasse wünschen. Es ist schnell, einfach und kostengünstig anzulegen. Und kein anderer Belag vermittelt so schnell das Gefühl von Sommer, Garten und entspanntem Draußensein. Gerade barfuß ist Holz oft besonders angenehm.
Allerdings ist Holz kein Selbstläufer. Damit die Terrasse lange hält, braucht es nicht nur die passende Holzart, sondern vor allem eine gute Konstruktion. Entscheidend ist der sogenannte konstruktive Holzschutz. Verwenden Sie Holzbeläge nur dort, wo Wind und Sonne sie gut abtrocknen können, sonst bildet sich ein rutschiger Belag, und das Holz vermodert schneller.
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Thermoholz & Dauerholz machen das Material langlebiger
Nadelhölzer wie Fichte oder Kiefer sollten grundsätzlich kesseldruckimprägniert sein. Dauerhaft haltbar sind Holzarten wie Douglasie, Lärche, Eiche oder weitere Harthölzer, auch ohne Imprägnierung, es genügt ein Lasuranstrich. Bei Tropenhölzern auf FSC-Siegel achten!
Thermoholz ist ebenfalls eine interessante Option: Durch Hitzebehandlung wird es formstabiler und widerstandsfähiger.
Die Lebensdauer von Holz lässt sich auch durch eine Wachsimprägnierung steigern, die bis ins Kerninnere eindringt. Nach diesem Prinzip wird sogenanntes Dauerholz haltbar gemacht. Das Wachs verdrängt das Wasser im Holz und füllt jede einzelne Zelle aus. Feuchtigkeit, Pilze und Parasiten haben keine Angriffsfläche mehr – selbst wenn sich mit den Jahren einzelne Risse bilden.
Der einzige Nachteil dieser vorgestellten Hölzer: Um den ursprünglichen Farbton zu erhalten, muss regelmäßig nachgeölt werden. Sonst stellt sich eine silbergraue Patina ein, die jedoch nur die Optik, nicht die Haltbarkeit beeinträchtigt.
Passt gut zu Ihnen, wenn …
Sie Natürlichkeit lieben, gern barfuß laufen und bereit sind, auch Pflegearbeiten zu übernehmen.
WPC: pflegeleichter als Holz, aber ökologisch kritisch
Wer sich das Nachölen sparen möchte, kann auf WPC-Dielen (engl. Wood-Polymer-Composite) setzen. Sie bestehen aus einem Holz-Kunststoff-Gemisch. Abfälle aus der Holzindustrie werden zu Sägemehl gemahlen und mit einem Kunststoff verbunden. Sie sind absolut pflegeleicht: Ihre Holzoptik bleibt über Jahrzehnte erhalten.
Qualität und Zusammensetzung unterscheiden sich stark, je nach Hersteller. Der Holzanteil schwankt je nach Hersteller zwischen 50 bis 90 Prozent.
Aber auch WPC ist kein Wundermaterial. Es kann sich in der Sonne stärker aufheizen, und nicht jedes Produkt sieht dauerhaft hochwertig aus. Ökologisch kritisch ist die Materialzusammensetzung: Positiv sind zwar mögliche Recyclinganteile, kritisch bleibt aber die Kunststoffkomponente. Recycling ist aufgrund des Materialmixes schwer möglich.
Passt gut zu Ihnen, wenn …
Sie möglichst wenig Pflege möchten, eine gleichmäßige Optik schätzen und bei der Qualität nicht am falschen Ende sparen.
Kies und Splitt: günstig, wasserdurchlässig, aber nichts für jeden Alltag
Kies- und Splittbeläge wirken locker, natürlich und passen gut in naturnahe oder mediterrane Gärten. Ein großer Pluspunkt: Regenwasser kann deutlich besser versickern als auf voll versiegelten Flächen. Das ist ökologisch interessant und kann bei der Gartenplanung ein echtes Argument sein.
Allerdings haben lose Beläge auch ihre Tücken. Gartenmöbel stehen weniger stabil, Steinchen wandern, Unkraut kann sich ansiedeln, und barfuß ist nicht jede Körnung ein Vergnügen. Im Frühjahr müssen dünn gewordene Stellen aufgeschüttet werden. An wenig begangenen Stellen siedelt sich Wildwuchs an, der je nach Toleranz regelmäßig entfernt werden muss. Im kindgerechten Garten sollte auf scharfkantigen Splitt zugunsten von abgerundetem Kies verzichtet werden.
Fazit: Für reine Sitzterrassen sind Kies und Splitt deshalb Geschmackssache – für Wege, Randzonen oder lockere Sitzplätze können sie dagegen sehr gut funktionieren.
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Sie eine günstige, einfache, naturnahe und wasserdurchlässige Lösung mögen und mit etwas weniger Komfort und mehr Pflege leben können.
Fazit: Was ist nun die beste Wahl?
Die ehrlichste Antwort lautet: Es kommt darauf an. Wer es besonders natürlich und warm mag, wird mit Holz glücklich – wenn die Pflegebereitschaft mitspielt. Wer einen langlebigen, hochwertigen Klassiker sucht, schaut Richtung Naturstein. Betonplatten sind oft die pragmatische Allroundlösung. Feinsteinzeug überzeugt mit Pflegeleichtigkeit und modernem Look. WPC ist interessant für alle, die Holzoptik ohne viel Unterhalt möchten. Und Kies oder Splitt punkten dort, wo Natürlichkeit und Versickerung wichtiger sind als perfekte Möbelstandfestigkeit.
Am besten denken Sie Ihre Terrasse nicht nur vom Material her, sondern vom Alltag aus: Liegen dort Kinder und laufen barfuß? Steht die Fläche voll in der Sonne? Soll sie möglichst wenig Arbeit machen? Und passt der Belag auch zum Stil von Haus und Garten? Wenn Sie diese Fragen ehrlich beantworten, wird die Auswahl plötzlich sehr viel einfacher.
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