Photovoltaik: Einspeisevergütung 2024 − lohnt sie sich?

Mann trägt Solarpanel aufs Haus

Check: Einspeisung oder Eigenverbrauch?

Foto: Pexels/Kindel Media

Seit Februar 2024 sinkt die Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen schrittweise um 1 Prozent pro Halbjahr. Hier erfahren Sie, wie hoch Ihre Einspeisevergütung je nach Stichtag ausfällt und was das für PV-Anlagen-Besitzer bedeutet.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Wer bekommt die Einspeisevergütung für Photovoltaik?
  2. Wie hoch ist die Einspeisevergütung ab 2024?
  3. Was lohnt sich mehr: Solarstrom einspeisen oder Eigenverbrauch maximieren?

Wer bekommt die Einspeisevergütung für Photovoltaik?

Die Einspeisevergütung für Photovoltaik gibt es schon seit über 20 Jahren. Sie wurde im Jahr 2000 eingeführt, um den Betreibern zu helfen, die Investitionskosten für ihre Solaranlagen zu decken. Der Staat zahlt die Einspeisevergütung für überschüssigen Solarstrom, der ins öffentliche Netz eingespeist wird.

Generell gilt die aktuelle Einspeisevergütung insgesamt 20 Jahre lang. Alle Anlagen, die nach den jeweiligen Stichdaten in Betrieb gegangen sind, erhalten für die nächsten 20 Jahre die aktuell geltende Vergütung.

Wie hoch ist die Einspeisevergütung ab 2024?

Im letzten Jahr war die Einspeisevergütung noch deutlich (um rund 25 Prozent) gestiegen. Im Zuge der Energiekrise (Ukrainekrieg) wurden dann aber niedrigere Vergütungssätze ab 2024 beschlossen.

Aktuelle Einspeisevergütung Photovoltaik 2024

  • Bis Februar 2024: 8,2 Cent pro Kilowattstunde
  • Ab 1. Februar 2024: 8,11 Cent pro Kilowattstunde
  • Ab 1. August 2024: 8,03 Cent pro Kilowattstunde
  • Ab 1. Februar 2025: 7,94 Cent pro Kilowattstunde

Was lohnt sich mehr: Solarstrom einspeisen oder Eigenverbrauch maximieren?

Modernes Haus mit PV
Die gesamte Dachfläche für Photovoltaik genutzt: So sollte es sein. Die magere Einspeisevergütung und der geringe Eigenverbrauch sorgen derzeit dafür, dass Eigenheimbesitzer meist eher auf eine Minimallösung bauen.
Schwabenhaus

Tina Schmidt vom Photovoltaik-Netzwerk Baden-Württemberg beantwortet diese Frage mit einem eindeutigen Statement: „Die Kosten pro erzeugter Kilowattstunde bei kleineren Hausdachanlagen liegt bei rund 11 bis 14 Cent je Kilowattstunde. Daher ist die Einspeisevergütung selbst nicht kostendeckend“, sagt sie. „Den Gewinn erwirtschaftet der Eigenverbrauch des Solarstroms für die elektrischen Geräte im Haushalt.“

Denn: Aktuell kostet eine Kilowattstunde Strom aus dem Netz ca. 35 bis 40 Cent, die Kilowattstunde Solarstrom vom Dach hingegen ca. 12 Cent. Wer seinen Solarstrom selbst verbraucht, spart somit 21 bis 29 Cent pro Kilowattstunde.

Kosten pro Kilowattstunde Strom 2024

  • öffentlicher Strom
ca. 35 bis 40 Cent
  • Solarstrom
ca. 12 Cent
  • Erlös Einspeisevergütung
ca. 8 Cent

Wie berechnet sich der Preis für Solarstrom vom Dach?

Die Sonne liefert kostenlos Strom − einerseits stimmt das. Genau gerechnet, ergeben sich die wahren Kosten für Solarstrom vom Dach aber aus den Anschaffungskosten der PV-Anlage. Und die waren in den letzten Jahren (aufgrund von Energiekrise, hoher Nachfrage und Lieferproblemen) recht hoch.

Doch seit 2024 sinken die Preise für Photovoltaik anlagen deutlich. Für Hausdachanlagen mit einer Leistung von 10 Kilowatt (ein typischer Durchschnittswert fürs Einfamilienhaus) sind die Kosten laut Zukunft Altbau (einem Informationsprogramm des Umweltministeriums Baden-Württemberg) inzwischen von durchschnittlich rund 1.800 Euro auf nur noch 1.300 bis 1.600 Euro pro Kilowatt Leistung gesunken. Entsprechend wird die Kilowattstunde Solarstrom vom Dach günstiger.

Berücksichtigt man aktuellen Änderungen im Jahr 2024 (niedrigere Anlagenkosten + steigender Strompreis) sind laut Zukunft Altbau bis zu 6 Prozent Gewinn pro Jahr mit einer Hausdachanlage möglich.

Lohnt sich ein Speicher?

Eine hohe Eigenverbrauchsquote lohnt sich also deutlich mehr als eine hohe Überschossquote an eingespeistem Strom. Aber vor allem bei größeren Anlagen ist ein hoher Eigenverbrauchsanteil gar nicht so einfach: Denn der Strom muss in dem Moment verbraucht werden, in dem er fließt, also wenn die Sonne scheint. Meistens liegt daher die Eigenverbrauch ohne Batteriespeicher bei 20 bis 25 Prozent. Tipp: Mit dem Solarrechner der Verbraucherzentrale können Sie Ihren individuellen Wert berechnen.

Wenn Eigenheimbesitzer einen Stromspeicher besitzen, können sie die Eigenverbrauchsquote zwar erhöhen. Aber: Stromspeicher sind teuer, erhöhen somit auch den Strompreis und die Amortisationszeit der Anlage. In diesem Artikel geben wir eine Entscheidungshilfe, ob und unter welchen Voraussetzungen sich eine Photovoltaikanlage lohnt »

Tipp: Nutzen Sie die aktuelle Photovoltaik-Förderung

Im Jahr 2023 wurde die Einkommens- und die Umsatzsteuer für neue Solarstromanlagen (bis 30 Kilowatt installierter Leistung) gestrichen (exakt gesagt wurde sie auf null Prozent gesetzt). Diese Steuerfrei-Regelung gilt nun auch unbefristet ab 2024, wie das Bundesfinanzministerium im September mittelte.

Einen guten Überblick über die aktuellen staatlichen Photovoltaik -Förderprogramme gibt die Bausparkasse Wüstenrot in diesem Beitrag: Photovoltaik: Förderung und Zuschüsse »

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