Sicherheit

Die besten Tipps gegen Einbrecher

Einbruchschutz: Schützen Sie Ihr Wohnhaus

Foto: epr/Internorm

Sorglose Bewohner, fehlende Sicherheitstechnik: Alle vier Minuten wird in Deutschland eingebrochen. Die meisten Täter dringen mit einem simplen Schraubenzieher innerhalb weniger Sekunden ins Haus ein. Wie können Sie sich vor Einbrüchen schützen?

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Verhaltensregeln während der Abwesenheit
  2. Mechanische Sicherung: Einbruchhemmende Türen und Fenster
  3. Überprüfen Sie Ihre Besucher
  4. Was tun im Ernstfall?
  5. Weiterführende Informationen

Verhaltensregeln während der Abwesenheit

Trotz Abwesenheit sollte Ihr Haus immer bewohnt aussehen. Einige Tipps:

  • Schließen Sie Ihre Türen (Haustüre, Balkon- und Terrassentüren) bei jedem Verlassen der Wohnung, auch wenn Sie nur kurz weg sind. Dies gilt auch für die Fenster: Lassen Sie sie nicht gekippt!
  • Verstecken Sie niemals einen Zweitschlüssel unter der Fußmatte oder in einem Blumentopf! Sind Ihre Schlüssel verloren gegangen, dann wechseln Sie die Schlösser umgehend aus!
  • Bitten Sie die Nachbarn, den Briefkasten zu leeren und möglichst auch die Rollläden regelmäßig herauf- und herunterzufahren.
  • Hinterlassen Sie auf Ihrem Anrufbeantworter keinen Hinweis auf Ihre Abwesenheit. Belassen Sie es besser bei Ihrem üblichen Ansagetext.
  • Lassen Sie zeitgesteuerte TV-Simulatoren laufen. Sie sind preisgünstig zu haben und werden mit stromsparenden LED's betrieben. Auch Rolläden oder Leuchten lassen sich über Zeitschaltuhren betätigen. Mit Hilfe moderner Hausautomation (Smart Home) können Sie Befehle auch per Smartphone aus dem Urlaub erteilen oder sich per Videokamera ein Bild von der Lage vor Ort verschaffen.
  • Diebe achten auch darauf, ob die Mülltonne permanent oder gar nicht draußen steht. Spendieren Sie Ihrem Nachbarn fürs Raus- und Reinholen Platz in Ihrer Tonne.
  • Lassen Sie ein Paar Schuhe vor der Tür stehen, dann sieht Ihr Haus belebter aus.
  • Lassen Sie nicht alle Rollläden im Haus herunter, sondern lassen Sie beispielsweise auch einige Rolläden oben.
  • Soziale Netzwerke im Internet werden von Einbrechern als Recherchequelle genutzt. Stellen Sie deshalb keine Informationen in Ihr Profil, die nützliche Hinweise für Kriminelle sein können (z.B. Adresse, Reiseabsichten). Seien Sie äußerst zurückhaltend, wenn Sie Anfragen zur Verlinkung und zum Einsehen persönlicher Daten aus Ihrem Profil erhalten.
  • Wertsachen wie Schmuck oder größere Summen Bargeld gehören in ein Schließfach bei der Bank oder in einen fest eingemauerten Tresor. Achtung: Lose Tresore werden von Einbrechern oft komplett mitgenommen.
  • Bringen Sie keine Kofferanhänger mit sichtbarer Adresse an Ihrem Gepäck an. Diebe spähen am Bahnhof oder Flughafen aus, wo sich der nächste Einbruch lohnen könnte.

All diese Vorsichtsmaßnahmen sind aber kein Ersatz für die mechanische Sicherung.

Mechanische Sicherung: Einbruchhemmende Türen und Fenster

Einbruchhemmende Türen halten gewalttätigen Einwirkungen von außen länger stand. Der Einbrecher verliert dadurch kostbare Minuten und die Wahrscheinlichkeit, dass er bei seiner Tat gestört wird, steigt.

Einbruchhemmende Türschlösser mit speziellen Zylindern, Schutzbeschlägen und Schließblechen bieten Einbruchswerkzeugen weniger Angriffspunkte. Achten Sie beim Kauf der Türen auf die Widerstandsklasse.

Einbruchhemmende Fenster zeichnen sich durch eine extra stabile Rahmenkonstruktion, Scheiben aus Sicherheitsglas oder abschließbare Griffe aus. Besonders für das Erdgeschoss und die Zimmer im Souterrain sind sie zu empfehlen. Empfehlenswert sind geprüfte und zertifizierte Fenster ab Widerstandsklasse RC2.

Fenster, die von außen leicht zu erreichen sind, sollten zusätzlich durch Rollläden oder Fenstergitter gesichert werden. Zusammen mit einer Fenstererneuerung oder einer Außenwanddämmung fördert die KfW den nachträglichen Einbau von Rollläden oder Fenstergittern.

Gefahrenstelle Nummer 1: Die Terrassentür

Einbrecher möchten so schnell wie möglich ins Haus und ebenso leicht wieder hinausgelangen. Also hebeln sie in 80 Prozent aller Fälle die ebenerdige Terrassentür auf der Rückseite des Hauses auf. Die Tür ermöglicht einen einfachen, ungefährlichen Zugang. Während Einbrecher bei Fenstern über die Brüstung klettern und eventuell Blumentöpfe zur Seite räumen müssen, haben sie dieses Problem bei der Terrassentür nicht. Noch gefährlicher ist es für den Einbrecher, Glas einzuschlagen, um an den Fenstergriff zu gelangen – das bedeutet Lärm und Verletzungsgefahr.

Wer seine ebenerdigen Fenster und Fenstertüren mit mechanischen Sicherungen gegen das Aufhebeln schützt und abschließbare Griffe vorsieht, schreckt daher bereits einen Großteil der Einbrecher ab.

Auf Kipp gestellte Terrassenfenster sind eine Einladung für jeden Einbrecher.
Foto: Polizeiliche Kriminalprävention

Alarmanlagen: auf Qualität achten

Einbruchmeldeanlagen sollten erst der zweite Schritt nach der mechanischen Sicherung sein: Wie der Name schon sagt, können sie einen Einbruch nicht verhindern, sondern nur melden.

Wer den Einbau einer Alarmanlage in Erwägung zieht, sollte sich vorher unbedingt bei einer polizeilichen Beratungsstelle nach guten Adressen erkundigen. Billigmodelle erfüllen ihren Zweck oft nur mangelhaft. Auf Nummer sicher gehen Hausbesitzer mit zertifizierten Anlagen (nach DIN EN 45011), die von spezialisierten Betrieben eingebaut werden. Ebenso wichtig wie die sachgerechte Installation ist eine regelmäßige Wartung.

Überprüfen Sie Ihre Besucher

Der beste Einbruchschutz nützt nichts, wenn Sie die Täter versehentlich selbst hereinlassen. Daher ist es wichtig, vor dem Öffnen der Tür zu überprüfen, wer davor steht. Hierfür eignen sich Weitwinkelspione, Gegensprechanlagen oder Videokameras im Eingangsbereich.

Alarmanlagen bzw. Einbruchmeldeanlagen machen durch Ton- und Lichtsignale auf Einbrecher aufmerksam und dienen somit vor allem der Abschreckung. Der Alarm wird entweder durch Bewegungsmelder oder Infrarot-Lichtschranken ausgelöst. Auch die Beleuchtung leicht zugänglicher Fenster und Türen ist ratsam.

Weitere Tipps:

  • Wenn jemand klingelt: Fragen Sie, wer der Besucher ist, und zu welcher Hauspartei er will. Öffnen Sie nicht einfach über die Gegensprechanlage.
  • Öffnen Sie auch Ihre Wohnungstür nicht bedenkenlos. Vergewissern Sie sich durch den Türspion, wer eingelassen werden will. Lassen Sie sich von vermeintlichen GEZ-Mitarbeitern oder Handwerkern die Ausweise zeigen – aber nur durch die spaltbreit offene, durch ein Kastenschloss mit Türbügel gesicherte Tür.
  • Reagieren Sie, wenn es klingelt: Es könnte sich um eine Anwesenheitskontrolle durch die Täter handeln. Damit signalisieren Sie: Die Wohnung ist nicht leer!

Was tun im Ernstfall?

Rufen Sie im Fall eines Einbruchs die Polizei über die Notrufnummer 110.

Wenn Sie den Tätern direkt gegenüberstehen: Spielen Sie nicht den Helden. Einbrecher sind üblicherweise keine Gewalttäter. Trotzdem sollten Sie keinesfalls versuchen, sie festzuhalten. Prägen Sie sich lieber Gesichter und sonstige Merkmale der Täter und ggf. ihrer Fluchtfahrzeuge gut ein!

Weiterführende Informationen

  • Weitere wertvolle Tipps finden Sie unter www.polizei-beratung.de
  • Auch das Netzwerk „Zuhause sicher” bietet in einem Drei-Schritte-Programm umfassende Informationen, Hilfe bei der Suche von Fachbetrieben und eine kostenlose Sicherheitsberatung durch die Polizei an.

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