Hügelbeet anlegen: So gelingt der Aufbau
Schicht für Schicht zum Gemüsebeet
Ein Hügelbeet ist eine praktische Möglichkeit, Gartenabfälle direkt im eigenen Garten weiterzuverwenden. Äste, Strauch- und Staudenschnitt, Laub und Kompost werden dabei schichtweise zu einem Beet aufgebaut. Im Herbst fällt ein Großteil des benötigten Materials ohnehin beim Aufräumen des Gartens an. Während das organische Material langsam verrottet, werden Nährstoffe freigesetzt, die den Pflanzen zugutekommen − perfekt beispielsweise für den Gemüseanbau.
Wir zeigen, wie Sie Schritt für Schritt ein Hügelbeet anlegen.
Das erfahren Sie in diesem Artikel:
1. Hügelbeet vorbereiten
Legen Sie fest, wo das Hügelbeet entstehen soll. In diesem Bereich stechen Sie die gewünschte Fläche ab. Anschließend wird der Boden etwa 40 Zentimeter tief ausgehoben. Den Erdaushub nicht wegfahren – er wird später beim Aufbau des Hügelbeets wieder benötigt.
Wer im Garten Probleme mit Wühlmäusen hat, kann die ausgehobene Fläche zusätzlich mit engmaschigem Draht auslegen. Er bildet eine Barriere nach unten, ohne den Wasserabfluss zu behindern.
2. Aufbau und Schichten des Hügelbeets
Grobes Material einfüllen
Den Kern des Hügelbeets bildet grobes organisches Material. Dafür eignen sich beispielsweise Äste und Strauchschnitt. Das Material locker in der Mitte der ausgehobenen Fläche aufschichten.
Die grobe Struktur sorgt dafür, dass im Inneren des Beets Hohlräume bleiben und Luft an das verrottende Material gelangt. Gleichzeitig können hier Gartenreste sinnvoll verwertet werden, die auf dem Kompost nur langsam verrotten würden.
Hügel schichtweise aufbauen
Auf den Kern aus Strauchschnitt kommen nun weitere organische Materialien. Im vorhandenen Aufbau folgen Rasenschnitt, Erdaushub, Laub, grober Kompost und schließlich reifer Kompost.
Die einzelnen Materialien werden nach und nach über dem Kern verteilt, sodass allmählich die typische gewölbte Form entsteht. Grobes Material liegt dabei weiter innen, feinere und stärker verrottete Bestandteile kommen weiter nach außen.
Zum Abschluss wird das Beet mit einer ausreichenden Erdschicht bedeckt. Pflanzenwurzeln wachsen damit zunächst in Erde und Kompost hinein und erreichen erst später die tiefer liegenden, noch stärker verrottenden Schichten.
Günstig selberbauen: Frühbeet aus alten Holzresten
Dieses Frühbeet lässt sich preisgünstig aus alten Holzfenstern und Brettern bauen. Wir zeigen, wie Sie das Frühbeet nachbauen können »
Hügelbeet gründlich wässern
Ist der Hügel vollständig aufgebaut, wird er gut gewässert. Dadurch setzen sich die einzelnen Schichten und größere Hohlräume schließen sich.
Auch für die Zersetzung des organischen Materials ist Feuchtigkeit wichtig. Trocknet das Innere des Hügelbeets stark aus, laufen die Rotteprozesse deutlich langsamer ab.
In den ersten Tagen kann sich das Beet noch etwas setzen. Kleine Unebenheiten lassen sich anschließend einfach mit Erde auffüllen.
3. Hügelbeet bepflanzen
Nach wenigen Tagen kann das Pflanzen beginnen. Praktisch sind waagerechte Pflanzrillen entlang des Hangs. Darin finden Setzlinge besseren Halt und Gießwasser läuft nicht sofort an der Böschung hinunter.
Die Pflanzen anschließend einsetzen, Erde leicht andrücken und gründlich angießen. Durch die gewölbte Form bietet ein Hügelbeet mehr Anbaufläche als ein ebenes Beet gleicher Grundfläche.
Welche Pflanzen fürs Hügelbeet?
So gelingt die perfekte Mischkultur im Gemüsebeet nach Plan: Unsere Tabelle zeigt, welche Gemüsesorten gut zusammenpassen »
Hügelbeet nutzen
Ist das Beet bepflanzt, beginnt im Inneren die eigentliche Arbeit: Das organische Material wird nach und nach zersetzt und dabei werden Nährstoffe frei. Gleichzeitig sackt der Hügel mit der Zeit etwas zusammen – das ist völlig normal.
So entsteht aus Schnittgut, Laub und Kompost ein Gemüsebeet, das Gartenabfälle sinnvoll nutzt und über mehrere Jahre bepflanzt werden kann.
Fotos: Stihl