Nutzgarten

Die besten alten Apfelsorten

Anbau und Vorteile längst vergessener Obstsorten

Foto: Pixabay

Alte Obst- und Gemüsesorten sind auch heute noch beliebt – kein Wunder. Alte Apfelsorten sind besser für Allergiker geeignet und dazu oftmals besonders robust und lecker.

Erfahren Sie hier, welche Sorten es gibt, und wie Sie bestimmen können, welche alte Apfelsorte möglicherweise in ihrem Garten wächst. In unserem kostenlosen PDF-Download haben wir Ihnen außerdem die besten alten Apfelsorten für alle Regionen und Bundesländer Deutschlands zusammengestellt.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Allergikerfreundlicher und vielfältiger Genuss
  2. Wo gibt es alte Apfelsorten?
  3. Empfehlung: 10 leckere alte Apfelsorten
  4. PDF-Download: Die besten alten Apfelsorten nach Bundesländern
  5. Alte Apfelsorten bestimmen

Allergikerfreundlicher und vielfältiger Genuss

Herbstzeit ist Apfelzeit. Und damit geht bei vielen Hobbygärtnern die Ernte los. Doch leider kann nicht jeder Deutsche in einen knackigen roten Apfel beißen. Denn immer mehr Menschen leiden unter einer Kreuzallergie. Sie betrifft vor allem Pollenallergiker. Bei einer Kreuzallergie lösen dann nicht nur die Pollen eine allergische Reaktion aus, sondern auch Lebensmittel, die zufällig eine ähnliche Eiweißstruktur haben und daher vom Immunsystem verwechselt werden.

Was viele jedoch nicht wissen: Einige alte Apfelsorten sind besser für Allergiker geeignet. Das liegt daran, dass sie besonders viele gesundheitsfördernde Polyphenole enthalten. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die sich mit den Allergie auslösenden Proteinen im Apfel verbinden und ihn so deutlich verträglicher machen. Da Polyphenole aber auch verantwortlich dafür sind, dass die Äpfel an der Luft schneller braun werden und etwas weniger süß schmecken, wurden die Polyphenole bei neueren Sorten zugunsten von mehr Süße "herausgezüchtet".

Der BUND Lemgo sammelt bereits seit mehreren Jahren Forschungsergebnisse und Erfahrungen zu allergikerverträglichen Apfelsorten und hat eine Sortenliste allergikerverträglicher Apfelsorten zusammengestellt. Dazu gehören vor allem alte Sorten wie Gravensteiner, Goldparmäne, Alkmene, Boskoop, Ananasrenette oder Glockenapfel. Neuere Sorten wie Granny Smith, Golden Delicious, Jonagold oder Gala werden hingegen schlechter vertragen.

Wichtig: Wenn Sie dennoch Anzeichen einer allergischen Reaktion spüren sollten (wie ein Kribbeln im Mund), legen Sie den Apfel besser gleich beiseite!

Wir stellen Ihnen hier einige historische Sorten vor, an denen nicht nur Allergiker ihre Freude haben, denn die alten Sorten schmecken häufig viel aromatischer und abwechslungsreicher als wirtschaftliche Sorten.

Wo gibt es alte Apfelsorten?

An Märktständen oder direkt beim Erzeuger können vorallem Allergiker das ganz große Apfelglück finden.
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Wer keinen einen alten Apfelbaum im Garten hat, sollte auf Wochenmärkten oder bei Hofverkäufen von Landwirten zugreifen. Oder vielleicht hat der Nachbar ein paar alte Sorten in seinem Garten, von denen er Ihnen ein paar Früchte abgeben mag?

Wer möchte, kann die alten Apfelsorten natürlich auch selbst anbauen. Denn damit profitieren Sie nicht nur selbst von den leckeren Früchten, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität.

Empfehlung: 10 leckere alte Apfelsorten

Viele alte Apfelsorten wie Boskoop oder Weißer Klarapfel eignen sich hervorragend zum Backen. Und: viele Sorten halten bei richtiger Lagerung bis ins Frühjahr. So können Sie sogar an Ostern frischen Apfelkuchen genießen!
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Wir stellen Ihnen hier 10 ausgewählte Apfelsorten vor, und sagen Ihnen worauf Sie beim Anbau achten sollten, wo es den Bäumen am besten gefällt und wie Sie die Früchte am besten verarbeiten.
 
1 Pfannkuchenapfel aus Norddeutschland
Der Altländer Pfannkuchenapfel ist heute kaum noch verbreitet. Obwohl er früher auf vielen Obstwiesen zu finden war, ist er heute auf der Roten Liste der gefährdeten einheimischen Nutzpflanzen verzeichnet. Wer den Pfannkuchenapfel anbaut, muss mit schwankenden Erträgen rechnen. Trägt der Baum aber ist der Ertrag meistens hoch. Darüber hinaus ist die Sorte wenig anfällig für Krankheiten. Er fühlt sich besonders in einem feuchten nährstoffreichen Boden wohl. Die säuerlichen Winteräpfel lassen sich sehr lange lagern oder frisch als Tafelapfel genießen.
 
2 Ananasrenette
Aus den Benelux-Staaten verschlug es den Kulturapfel im 19. Jahrhundert ins Rheinland. Er eignet sich hervorragend zum Entsaften, Einkochen und Backen. Die Früchte sind relativ klein, aber besonders saftig und aromatisch. Seinen Namen hat der Apfel von dem typischen Ananasgeruch, den die Früchte in warmer Umgebung entwickeln. Einen Ananasrenettenbaum zu kultivieren ist schwierig, da er einen schwachen Wuchs hat und sehr anfällig für Mehltau ist.
 
3 Boskoop
Der Schöne aus Boskoop, wie diese Apfelsorte eigentlich heißt, ist ein Winterapfel, der besonders große Früchte trägt, die bis März haltbar sind. Die robuste Sorte ist weit verbreitet und trägt saure Früchte, die vielseitig einsetzbar sind. Besonders beliebt sind sie aber zum Backen. Bei dieser Sorte ist der Allergengehalt besonders niedrig. Für den Anbau ist ein feuchter, kalkhaltiger Boden ideal.
 
4 Goldparmäne
Der französische Name „Reine des Reinettes“, also Königin der Renetten, ist für diesen Apfel bezeichnend. Lange Zeit galt er als einer der besten Tafeläpfel in Deutschland. Da die Sorte aber krankheits- und schädlingsanfällig ist, ließ die Beliebtheit unter Bauern und Hobbygärtnern schnell nach. Schade, denn das süßsaure Aroma und die leichte Würze machen die Goldparmäne zu einem echten Leckerbissen.
 
5 Danziger Kantapfel
Ein Apfel, viele Namen: Der mittelgroße, glänzend rote Tafelapfel ist auch unter dem Namen Rabiner, schwäbischer Rosenapfel, Passamaner, Nikolausapfel oder Lorenzapfel bekannt. Er gedeiht in nahezu allen Lagen. Ist er einmal angebaut, trägt der Baum eine reiche Ernte. Die Früchte sind sehr saftig und eignen sich perfekt zur Saftherstellung.
 
6 Gravensteiner
Ein Sommerapfel, der ab Ende August erntereif ist. Die großen Früchte sind wesentlich süßer als die meisten anderen Sommeräpfel und duften herrlich. Bei längerer Lagerung wird das Fruchtfleisch mürbe. Die Bäume sind zwar sehr frostempfindlich, aber dafür wenig anfällig für Schorf, Mehltau und Baumkrebs.
 
7 Weißer Klarapfel
Bereits Mitte bis Ende Juli ist der Sommerapfel reif zum Verzehr. Das Fruchtfleisch ist mildsäuerlich und saftig. Je länger der Apfel gelagert wird, desto mehliger wird er. Außerdem ist die Schale sehr druckempfindlich. Wer das nicht mag, sollte den Apfel also lieber gleich verspeisen. Der Tafelapfel eignet sich nicht nur für Apfelmus, sondern auch zum Backen oder als Tafelapfel.
 
8 Boikenapfel
Der unempfindliche Baum gedeiht in nahezu allen Lagen. Die Bäume wachsen mittelstark und werden bis zu neun Meter groß. Ihre Früchte sind als Tafelsorte verwendbar und lassen sich gut lagern.
 
9 Geflammter Kardinal
Mittelstarker Wuchs, erfrischend säuerlich, seit dem 16 Jahrhundert bekannt. Der Baum bedarf kaum Pflege, gedeiht auch auf schlechten Böden (außer zu feuchte Böden) und bringt eine regelmäßige Ernte. Deshalb war die Sorte immer schon sehr beliebt, hat aber in den letzten Jahren an Beliebtheit verloren. Besonders gut eignet sich der geflammte Kardinal übrigens zum Backen.
 
10 Schleswiger Erdbeerapfel
Eine sehr alte Sorte, die ihre Ursprünge im 15. Jahrhundert hat. Sie ist in manchen Teilen Deutschlands auch als Herbstparmäne bekannt und zeichnet sich durch einen mittelstarken Wuchs aus. Die Früchte haben einen Gelbstich und eine fettige Schale. Der Geschmack ist süß-säuerlich und die Bäume bevorzugen einen lehmigen bis sandigen Boden. Die Früchte eignen sich hervorragend als Tafelapfel.

Der Apfelbaum hängt voller Früchte - aber was damit machen? Wer Äpfel richtig lagert, kann sich den ganzen Winter hindurch damit versorgen. In unserem Artikel Äpfel verwerten: Richtig lagern, entsaften, einkochen und dörren geben wir Ihnen Tipps, wie Sie Äpfel am besten lagern und verwerten können. Außerdem erklären wir, wie Sie ganz einfach selbst leckeren Apfelsaft, Apfelmus oder Apfelringe machen können.

PDF-Download: Die besten alten Apfelsorten nach Bundesländern

Alte Apfelsorten sind häufig robuster und resistenter gegen Krankheiten als neue Sorten. Aber Achtung: Historische Apfelsorten sind nicht hochgezüchtet und sehr an ihr Klima angepasst. Deshalb gedeihen viele Sorten nur in bestimmten Gegenden Deutschlands.

In unserem PDF-Download haben wir die besten alten Apelsorten für die unterschiedlichen Regionen und Bundesländer in Deutschland zusammengestellt.

Alte Apfelsorten bestimmen

Was wächst denn da in meinem Garten? Mit Büchern, Apss uns Websites können Sie die Sorte Ihres alten Apfelbaums ganz einfach bestimmen.
Foto: Pixabay

Wenn Sie einen alten Apfelbaum in Ihrem Garten haben und sich fragen, um welche Sorte es sich handelt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Sorte zu bestimmen.

Manche Bücher helfen beispielsweise, alte Apfelsorten zu erkennen. Eines der Standard-Werke ist der Farbatlas alte Obstsorten aus dem Ulmer Verlag»

Hilfreiche Apps gibt es zwar noch nicht auf dem Markt, aber einige helfen, zumindest die Baumart zu bestimmen. Wer mal einen Versuch wagen möchte, kann die umfangreiche Baumapp testen »

Eine der besten Methoden, um die Sorte Ihres alten Apfelbaumes zu bestimmen, ist das Vergleichen der Früchte mit den Abbildungen in Obstdatenbanken. Wertvolle Hilfe leisten hier folgende Seiten:

Obstsortendatenbank von BUND-Lemgo »

Sortenübersicht alte Apfelsorten »

Einen Obstbaum pflanzen - was muss ich beachten?

In unserer Pflanzanleitung erfahren Sie, wie Sie den richtigen Standort für Ihren Apfelbaum auswählen und worauf Sie beim Pflanzen besonders achten sollten.
»Einen Obstbaum pflanzen − Schritt für Schritt

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