Innenausbau

Statt Fliesen: Putz, Glas, Stein & Co.

Bad gestalten oder renovieren

Foto: Ultrament

Es muss nicht immer Fliese sein. Es gibt viele Materialien, die im Bad eine gute Figur machen. Putze glänzen mit individuellen Strukturen und Gläser mit exklusiver Oberfläche. Auch Stein ist eine Alternative – ob als echter Naturstein oder als Imitat.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Putz statt Fliesen
  2. Glas und Acrylglas
  3. Stein – von Platte bis Kiesel
  4. Fast wie echter Stein: Polyesterharz

Putz statt Fliesen

Wer sich an zu vielen Fliesen im Bad sattgesehen hat oder sein Bad neu gestalten und auf Fliesen verzichten möchte, kann der Wand ganz oder teilweise eine Putzoberfläche verpassen. Für Selbermacher gibt es Systeme, die sogar im Nassbereich eine kratz- und stoßfeste Wandfläche bilden.

Je nach Untergrund und Einsatzbereich wird das Beschichtungssystem in zwei bis vier Arbeitsschritten aufgetragen, der Rollputz lässt sich mit Abtönfarben beliebig färben oder strukturieren. Auch für den Boden gibt es eine wasserfeste Lösung: beispielsweise eine Dekorbeschichtung in Steinoptik.

Putz im Spritzwasserbereich

Im Spritzwasserbereich, in der Dusche oder um die Wanne gelten andere Regeln wie an den übrigen Badwänden. Hier gilt es, den Untergrund effektiv vor Wasser zu schützen. Wer auch im Nassbereich auf Fliesen verzichten möchte, muss sich für einen Wandaufbau entscheiden, der keinesfalls Wasser eindringen lässt. Das gewährleisten beispielsweise Putze mit spezieller Materialzusammensetzung.

Auch die Verarbeitungstechnik oder eine Beschichtung können Putze für den Nassbereich rüsten. Kalkzement, Kalkmarmor, Beton Ciré, Tadelakt, die Möglichkeiten sind vielfältig – ebenso die Techniken des -Auftrags oder die Pflegeanleitungen.

Tadelakt dankt beispielsweise die regelmäßige Reinigung mit schwarzer Olivenseife, mit der auch seine Oberfläche beim Auftrag verdichtet wurde. Saure, scheuernde Reinigungsmittel schaden hingegen dem Material.

» Mehr zum Thema: Tadelakt — ein faszinierender Putz »

Putz für Selbermacher

Auch für Selbermacher gibt es Putze, die für den Einsatz im Bad geeignet sind. Ein ökologischer, glatter Kalkputz kann beispielsweise in mehreren Schichten in Eigenleistung aufgebracht werden.

Während der Kalkputz im Nassbereich nicht geeignet ist, bilden andere Putzsysteme auch dort eine kratz- und stoßfeste Wandfläche oder Bodenfläche – beispielsweise das System „Roll & Smile“: Je nach Untergrund und Einsatzbereich wird es in zwei bis vier Arbeitsschritten aufgetragen. Der Rollputz lässt sich mit Abtönfarben beliebig färben oder strukturieren. Es lassen sich damit fast alle Untergründe – auch geflieste – beschichten und verputzen.

Glas und Acrylglas

Stabil und elegant: Acrylglasplatten
Mit spezialgehärteter Oberfläche stecken die Acrylglasplatten einiges weg.
Foto: HSK

Das transparente Material lässt sich farbig beschichten – auch Motivdrucke sind möglich. Satiniertes Glas bietet im Gegensatz zu Klarglas eine angenehm samtig-matte Oberfläche, die auch weniger kratzempfindlich ist. Und: Auf der Mattglas-Variante fallen Wasserflecken weniger auf.

Im Bad wird in der Regel robustes Einscheiben-Sicherheitsglas verwendet. Aufgrund des Herstellungsverfahrens müssen alle Öffnungen für Armaturen & Co. bereits bei der Produktion gesetzt werden. Das nachträgliche Anbringen einer Seifenschale kann also zum Problem werden.

Anders bei Acrylglas: Das günstigere Material lässt sich mit handelsüblichen Werkzeugen bearbeiten. Fürs Bad sind spezialbeschichtete Acrylglasplatten erhältlich, die an ihrer sehr dichten und kratzfesten Oberfläche Schmutz einfach abperlen lassen.

Stein – von Platte bis Kiesel

Natürliche Marmorkiesel als Alternative zur Fliese im Bad
Natürliche Marmorkiesel werden mit Bindemittel gemischt und auf den vorbereiteten Untergrund gespachtelt und geglättet. Das System eignet sich auch für Selbermacher.
Foto: Ravello

Natursteine sind Individualisten, jedes Stück hat eine etwas andere Struktur. Schiefer, Travertin, Marmor, Kalkstein: Die Auswahl ist groß – ebenso die Preisspanne. Recht preiswert ist beispielsweise Schiefer, der schon ab 40 Euro pro Quadratmeter zu haben ist.

Das Material kann gänzlich unbehandelt verbaut werden, Flecken arbeiten sich mit der Zeit meist wieder raus. Eine Alternative ist das Imprägnieren. Vorteil: Die Oberfläche wird dabei geschützt, die natürliche Optik bleibt erhalten. Die Imprägnierung darf nicht mit der Versiegelung verwechselt werden. Bei dieser entsteht ein leicht künstlicher Glanz auf der Oberfläche.

Matte Steinoberflächen sind übrigens weniger empfindlich und leichter zu reinigen als polierte. Steine gibt es von richtig groß bis sehr klein – unter anderem als Belag aus feinen Kieselsteinen.

Kalkstein mit matter Oberfläche
Kalkstein mit matter Oberfläche ist recht unempfindlich.
Foto: Cantera

Fast wie echter Stein: Polyesterharz

„Noma Stone“ aus glasfaserverstärktem Polyesterharz ist von echtem Stein kaum zu unterscheiden. Die ca. 3,30 auf 1,30 m großen Paneele sind wasserdicht und sogar für den Außenbereich geeignet. Sie werden einfach an die Wand geschraubt, die Stöße retuschiert eine spezielle Spachtelmasse. Die Planung und Ausführung kann ein qualifizierter Malerbetrieb übernehmen.

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