Innenausbau

Richtig Fliesen verlegen: So gelingt der perfekte Fliesenplan

Diese 7 Handwerkerregeln sollten Sie kennen

Genaues Arbeiten ist beim Fliesenlegen ein Muss – und das beginnt schon bei der Planung. Wir verraten Ihnen 7 wichtige Regeln, die Sie unbedingt kennen sollten, wenn Sie den Verlegeplan für Ihr Badezimmer oder die Küche erstellen. Das Ergebnis ist ein harmonischer und rundum schöner Fliesenspiegel.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Materialbedarf: Planen Sie genügend Reserve ein
  2. Beginnen Sie von der Mitte aus
  3. Die wichtigste Regel: Symmetrie und Geradlinigkeit
  4. Achten Sie auf einen durchgehenden Fugenverlauf
  5. Entscheiden Sie sich für eine einheitliche Verlegerichtung
  6. Vermeiden Sie Schnittkanten
  7. Setzen Sie optische Akzente

Tipp: In unserer Anleitung: Fliesen richtig verlegen erfahren Sie in einer detaillierten Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie fachgerecht selber Fliesen verlegen.

1. Materialbedarf: Planen Sie genügend Reserve ein

Sobald Sie sich für eine bestimmte Fliesenart entschieden haben, können Sie berechnen, wie viele Fliesen Sie brauchen. Kalkulieren Sie die Fliesenmenge nicht zu knapp. Durch Verluste bei Verschnitt oder Bruch benötigen Sie immer eine größere Fliesenmenge als die reine zu verfliesende Fläche.

Außerdem ist es immer gut, einige Fliesen als Reserve zu behalten. So haben Sie immer Ersatzfliesen für eventuelle Reparaturen.

Messen Sie zunächst die zu fliesende Boden- oder Wandfläche vollständig aus. Bei den Wänden werden Aussparungen für Türen und Fenster von der Gesamtfläche abgezogen.

Faustregel: Beim Kauf sollten Sie auf die errechnete Fliesenmenge 5 bis 10 Prozent als Reserve zugeben.

2. Beginnen Sie von der Mitte aus

Erstellen Sie für den Raum einen Verlegeplan, in dem die einzelnen Fliesen eingezeichnet werden.

Um ein symmetrisches Fliesenbild zu erhalten, wird als erstes die Mitte der Wand oder des Bodens ermittelt. Beginnen Sie von der Mitte aus mit dem Verfliesen. Die sich ergebenden Randfliesen sollten nicht kleiner als eine halbe Fliese sein - ansonsten entstehen kleine Teilfliesen am Rand, die "angestückelt" wirken und sofort ins Auge fallen. Sie stören das Gesamtbild.

Zeichnung: Ceresit/Henkel

In der Mitte der Wand wird das Lot gefällt. Randfliesen sollten mindestens eine halbe Fliesenbreite haben.

Zeichnung: Ceresit/Henkel

Gleiches gilt für Nischen. Hier kommen gleich breite Anschnitte an die Seiten. Die Anschnittreihe kann aber auch symmetrisch in die Mitte gesetzt werden.

3. Die wichtigste Regel: Symmetrie und Geradlinigkeit

Dies ist die goldene Regel: Symmetrie und Geradlinigkeit sind die wichtigsten Voraussetzungen für einen optisch ansprechenden Fliesenspiegel. Gute Fliesenleger sind immer auch Perfektionisten.

Wenn Sie Fliesen rechtwinklig verlegen, sollten Sie sie daher exakt im 90-Grad-Winkel ausrichten. Wenn Sie diagonal verlegen, ermitteln Sie die Längs- und Querachse des Raumes und verlegen die Fliesen im 45-Grad-Winkel.

Foto: Deutsche Fliese/Steuler

Das Symmetriegebot gilt auch, wenn Fliesen in unterschiedlichen Größen verlegt werden.

Foto: Original Style

Welches Muster Sie auch wählen - achten Sie unbedingt auf absolute Geradlinigkeit. Unsauberes Arbeiten fällt beim Fliesenlegen sofort auf.

4. Achten Sie auf einen durchgehenden Fugenverlauf

Fugen müssen sauber gearbeitet sein, bündig abschließen und eine einheitlich gleiche Fugenbreite haben. Die richtige Fugenbreite ist abhängig von der Fließengröße. Üblich sind Fugenbreiten zwischen 2 bis 5 mm. Beim Verlegen helfen Fugenkreuze in der entsprechenden Stärke, den Abstand exakt einzuhalten.

Das Verlegen von XXL-Fliesen ist nicht ganz einfach. Selbst kleinste Abweichungen sind hier sofort sichtbar.
Foto: Original Style

Generell gilt: Je kleiner das Plattenformat, desto kleiner ist auch die Fuge. Die Fugen von Bodenfliesen sind in der Regel breiter als die von Wandfliesen.

Dusche_Bodenfliesen
Hier wurden kleine mit großen Fliesen kombiniert, um den Duschbereich optisch abzugrenzen und die Rutschsicherheit zu verbessern. Dennoch wurde auf einheitliche Abschlüsse geachtet. Nach jeder 6. kleinen Fliese gehen die Fugen ineinander über.
Foto: Deutsche Fliese/Engers Keramik

Achten Sie auf ein einheitliches, gleichmäßiges Fugenbild und fließende Übergänge zwischen Wand, Boden oder anderen Räumen. Wenn Sie für Boden und Wand unterschiedliche Fliesengrößen gewählt haben, bietet es sich an, die doppelte Größe zu nutzen, sodass jede zweite Fuge durchgängig verlaufen kann.

Zeichnung: Ceresit/Henkel

Gleiches gilt für angrenzende Räume. Sollen diese ebenfalls verfliest werden, achten Sie beim Übergang auf einen durchgehenden Fugenverlauf.

Zeichnung: Ceresit/Henkel

Grundsätzlich sollten Sie erst die Wände und danach den Boden fliesen.

Haben Wand- und Bodenfliesen dasselbe Format, richten sich die Bodenfugen nach den Wandfugen.

5. Entscheiden Sie sich für eine einheitliche Verlegerichtung

Entscheiden Sie sich für eine einheitliche Verlegerichtung und ziehen Sie sie durch. Dazu einige Tipps:

  • Kleine Räume wirken größer, wenn Sie helle, großformatige Fliesen verwenden.
  • Schmale Räume wirken breiter, wenn Sie die Fliesen quer und nicht längs verlegen.
  • Lange Räume lassen sich optisch verkürzen, wenn Sie die Stirnseite betonen, beispielsweise durch farblich abgesetzte Fliesen.
  • Niedrige Räume wirken durch senkrecht verlegte Fliesen höher - am besten fliesen Sie bis zur Decke hoch.
  • Hohe Räume wirken niedriger, wenn Sie die Fliesen waagerecht verlegen - ideal in Kombination mit Bordüren. Hier sollte auf keinen Fall deckenhoch gefliest werden!
Die Fliesen zwischen Duschbereich und der übrigen Bodenfläche verlaufen in unterschiedlichen Verlegerichtungen. Richtig wäre es gewesen, sich für eine einheitliche Verlegerichtung zu entscheiden.
Foto: J. Fink Verlag GmbH

So nicht! Die Verlegerichtung darf beim Fliesen nicht gewechselt werden. Dies gilt insbesondere für längliche Fliesen wie hier im Bild.

6. Vermeiden Sie Schnittkanten

Wenn möglich, sollten Sie das Schneiden von Fliesen vermeiden. Wenn es nötig ist, sollten Sie sich an bestimmte Regeln halten, damit die Schnittkanten möglichst unauffällig sind.

Ganze Fliesen kommen nach vorne, Zuschnitt nach hinten

Zeichnung: Ceresit/Henkel

An Ecken, Vorsprüngen oder Pfeilern beginnen Sie an der Außenkante mit ganzen Fliesen. Zugeschnittene Fliesen kommen in die Innenecken.

So entsteht weniger Verschnitt und die beiden kleineren Fliesenstücke in den Innenecken bilden optisch wieder eine ganze Fliese. An der linken Innenecke im Bild wurde dies vorbildlich gelöst.

Für einen schönen Abschluss sollten Sie bei vorstehenden Kanten außerdem Fliesenprofile anbringen.

Lassen Sie die Fliesenhöhe frei enden

Sie können einen Raum entweder wandhoch fliesen oder die Fliesenfläche auf einer festgelegten Höhe enden lassen.

Dabei bestimmt die Fliesenhöhe die Verlegeart: Wenn die Oberkante frei platziert werden kann, ist es am einfachsten, von unten nach oben zu fliesen.

Zeichnung: Ceresit/Henkel

Um unnötige Schnittkanten zu vermeiden, ist eine freie Fliesenhöhe (links im Bild) immer die bessere Lösung, denn Sie können dann ganze Fliesen verwenden und müssen die Fliesen nicht zuschneiden. Die Fliesen verlegen Sie in diesem Fall von unten nach oben.

In jedem Fall gilt: Die oberste Fliesenreihe sollte immer aus ganzen Fliesen bestehen, zugeschnittene Fliesen kommen nach unten.

 

Gefliestes Bad
Als Abschlüsse des Fliesenspiegels bieten sich beispielsweise Fensternischen, der Türrahmen oder Kanten von Möbeln oder Sanitärinstallationen an. Hier orientiert sich die oberste Fliesenreihe am Fenster.
Foto: epr/Tile of Spain/Mayolica

Bei einer vorgegebenen Fliesenhöhe beginnen Sie oben mit ganzen Fliesen. Markieren Sie diese Linie mithilfe einer Wasserwaage an der Wand. Vermessen Sie von dieser Linie aus Ihre zu verfliesende Fläche.

7. Setzen Sie optische Akzente

Wenn Sie einfarbige Fliesen verlegen, wirkt dies schnell eintönig und trist. Das gilt besonders für große Räume. Setzen Sie deshalb Akzente durch hervorgehobene Elemente, Bordüren oder einzelne farbige Dekofliesen.

Foto: Original Style

Nischen und Erker können Sie nutzen, um optische Akzente zu setzen. Hier wurde die Nische mit kleinen Mosaiksteinen ausgekleidet und damit von der übrigen Wandfläche abgesetzt.

Zeichnung: Ceresit/Henkel

Der Fliesenspiegel kann mit einer Bordüre abgeschlossen werden. Bordüren eignen sich insbesondere für hohe Räume, da sie den Raum vertikal aufteilen. Bordüren werden in der Regel etwas höher als das Waschbecken verlegt oder auf Kopf- bis Türhöhe.

Foto: WOW Design

Eine gestalterische Alternative ist das Einsetzen von Bordüren zwischen die Fliesenreihen.

Zeichnung: Ceresit/Henkel

Auch einzelne Dekofliesen sind ein Gestaltungselement.

Foto: Deutsche Fliese / Agrob Buchtal

Durch unterschiedlich farbige Fliesen lassen sich Akzente im Bad setzen.

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