Dachausbau: Planung der Treppe

Normmaße, Form & Material

Foto: Fuchs Treppen

Kein ausgebautes Dach ohne Treppe – klar, denn sie ermöglicht den Zugang nach oben und verbindet den alten und neuen Wohnraum. Unser Überblick hilft bei der Planung einer Treppe ins Dachgeschoss: Welche Normmaße und Regeln gibt es, wie plane ich den Deckendurchbruch und welche Treppenform kommt in Frage?

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Normmaße einhalten
  2. Den Deckendurchbruch planen
  3. Für Dämmschutz sorgen
  4. Stahl- oder Holztreppe?
  5. Treppenform festlegen

Normmaße einhalten

Die Installation der Treppe unterliegt wichtigen Richtlinien. Zu steil und zu schmal geplante Treppen sind nicht nur ein Sicherheitsrisiko, sondern das tägliche Auf und Ab kann auch schnell zur Belastung werden, wenn Stolpergefahr droht oder sperrige Gegenstände zu transportieren sind.

Um die richtige Steigung zu ermitteln, muss das Verhältnis von Stufenhöhe und Stufenbreite stimmen. Sehr gut begehbar sind Treppen mit 17 cm Stufenhöhe und 29 cm Stufenbreite. Grundsätzlich gilt: Je flacher eine Treppe, desto bequemer ist sie zu begehen.

Zur sicheren Nutzung trägt auch das Geländer bei: Der Handlauf sollte zwischen 90 cm und 110 cm Höhe liegen und durchgängig gleich hoch sein.

Täglich genutzt, ist die Sicherheit einer Treppe besonders wichtig. Ein bequemes Schrittmaß, ergonomische Handläufe, Rutschsicherheit und gute Beleuchtung sind Grundlagen für eine sicher gebaute Treppe.
»Sichere Treppe: DIN-Regeln und praktische Tipps zur Planung

Den Deckendurchbruch planen

Um einen komfortablen Zugang zum Dachgeschoss zu gewähren, ist es nötig, die genaue Position und Größe der Deckenöffnung zu bestimmen. Diese ist in der Regel so zu planen, dass eine Kopfhöhe von mindestens zwei Metern gewährleistet ist. Keine leichte Aufgabe – besonders, wenn sich die Treppe unter einer Dachschräge befindet. Ziehen Sie in solchen Fällen einen Fachplaner hinzu, der den richtigen Platz für die Treppe ausfindig macht und bestimmt, wo der Deckendurchbruch erfolgen soll.

Die Treppenposition ist außerdem abhängig von der Statik der Decke. Bei einer Holzdecke ist es nötig, sich der Lage und Richtung der Balken, bei einer Stahlbetondecke der Bewehrung anzupassen.

Der Ausschnitt einer Holzbalkendecke kann meist durch einen Zimmerer vorgenommen werden, bei einer Betondecke ist in vielen Fällen bereits eine Öffnung, zumindest für eine Einschubtreppe, vorhanden. Diese gleicht in vielen Fällen jedoch eher einer Leiter. Hier bietet sich der Einbau einer Raumspartreppe hervorragend an. Diese ist auch bei kleiner Deckenöffnung mit vertretbaren Einschränkungen möglich und erspart meist die aufwendige und teure Vergrößerung der Deckenöffnung.

Für Dämmschutz sorgen

Eine undicht eingebaute Bodentreppe kann bis zu 70 Prozent ihrer Dämmwirkung einbüßen. Sie ist ein Wärme-Schlupfloch, über das wertvolle Energie verloren geht. Modernisierer, die die oberste Geschossdecke zum Speicher gedämmt haben, sollten in einem zweiten Schritt daher auch die Bodentreppe erneuern. Achten Sie beim Einbau darauf, sie luftdicht einzubauen.

Dabei sollte gerade an dieser sensiblen Stelle des Hauses nicht improvisiert werden. Eine fachgerechte Ausführung ist ebenso wichtig wie die Qualität der Bodentreppe selbst. Die Ergebnisse einer Baumängel-Studie des Vereins zur Qualitätskontrolle am Bau (VQC) zeigten, dass die Realität anders aussieht: Über 6.000 Baustellen hatten die Sachverständigen untersucht. Falsch eingebaute  Bodentreppen rangierten unter den Top 5 der Verarbeitungsmängel – gleich hinter Rissen in Mauerwerk und Putz, feuchten Fensterlaibungen und undichten Dampfsperren.

Achten Sie auf eine gut gedämmte Treppe, damit hier keine Wärmebrücke zum Speicher entsteht. Wie eine solche Wärmeschutz-Treppe eingebaut wird, zeigt unsere
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Luftdichter Einbau einer Bodentreppe.

Stahl- oder Holztreppe?

Die Wahl der Treppe kann durch eine im Haus bereits vorhandene Treppe vorbestimmt sein. Wenn beispielsweise im unteren Geschoss des Hauses eine Stahlholztreppe ins erste Geschoss führt, sollte sich diese auch bei der Verbindung ins Dachgeschoss fortsetzen.

Ist die Art der Treppe hingegen frei wählbar, empfiehlt sich eine Ganzholztreppe. Im Vergleich zur Stahlholztreppe – die vor Ort verschweißt werden muss und damit die Wohnqualität während des Ausbaus einschränkt – ist eine Ganzholztreppe die einfachere Möglichkeit. Ein weiterer Pluspunkt: Dank individueller Gestaltungsmöglichkeiten kann sie optimal auf die Inneneinrichtung abgestimmt werden.

Für Innenräume wird gerne Holz genommen, denn durch seine Natürlichkeit trägt es erheblich zum Wohlfühlklima bei. Aber auch eine Kombination aus verschiedenen Materialien bietet sich an – die Verbindung von Massivholz und Edelstahl verleiht den Treppen einen zeitlos-modernen Charakter und betont ihre Rolle als wichtiges Gestaltungselement. Farbige Stufen setzen Akzente, ebenso wie griffige Oberflächen beispielsweise in Granitoptik. Diese verleihen Struktur und sorgen zudem für einen sicheren Auftritt.

Treppenform festlegen

Diese viertelgewendelte Treppe bietet eine platzsparende Lösung, um zwei Wohnebenen zu verbinden.
Diese viertelgewendelte Treppe bietet eine platzsparende Lösung, um zwei Wohnebenen zu verbinden.
Foto: Fuchs Treppen

Nicht nur beim Material, auch in der Form haben Treppen eine große Vielfalt zu bieten. Für Treppen ins Dachgeschoss bieten sich insbesondere raumsparende Formen an:

  • Die Wendeltreppe ist optisch sehr ansprechend. Sie erzeugt eine schwungvolle Eleganz, die durch eine große Raumhöhe besonders gut zur Geltung kommt.
  • Viertelgewendelte Treppen, Podesttreppen und Spindeltreppen sind ebenfalls Platz sparende Lösungen für die Verbindung der zwei Wohnebenen.

Welche Treppenform möglich ist, hängt vorrangig von der Form und Größe der Deckenaussparung ab, aber auch von den Türöffnungen.

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