Homeoffice einrichten: Tipps für Ihr Büro zu Hause

Möbel und Arbeitsumgebung gestalten

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Durch die Coronakrise hat sich nicht nur das öffentliche Leben, sondern auch die Arbeitswelt um 360 Grad gedreht. Während Homeoffice vor Corona in den meisten Unternehmen eher als Ausnahme galt, sieht es seit 2020 anders aus. Homeoffice wurde innerhalb kürzester Zeit zur bevorzugten und teilweise vorgeschriebenen Arbeitsweise unzähliger Berufsgruppen.

Das Arbeiten in den eigenen vier Wände bringt einige Vorteile mit sich: Kein Anfahrtsweg, flexiblere Arbeitszeiten, eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sind einige Gründe, die dafür sprechen. Allerdings lauern hier auch viele kleine Fallstricke, die jederzeit bereit sind für Ablenkung und schlechte Konzentration zu sorgen.

Home24-Chefeinrichter Steven Schneider

„Die Umgebung ist ausschlaggebend dafür, wie gut man sich konzentrieren kann. Deshalb sollte auch ein Homeoffice-Platz nicht vernachlässigt werden“, weiß Steven Schneider, Chefeinrichter bei home24, und gibt im Folgenden Tipps zur Einrichtung des Arbeitsplatzes zu Hause. Denn richtig eingerichtet, kann selbst eine kleine Nische zum Homeoffice-Arbeitsplatz werden.

1. Klare Abgrenzung zwischen Büro und Wohnraum

Trotz Abtrennung sollte der Arbeitsplatz nicht zu "versteckt" liegen: Sie sollten ohne große Vorbereitung jederzeit mit der Arbeit beginnen können und nicht erst auf- und umbauen müssen.
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Nicht jeder hat ein extra Zimmer übrig, das sich als Büro eignet. Umso wichtiger ist es, den Arbeitsplatz optisch vom Wohnbereich abzutrennen. Das geht zum Beispiel mit großen Zimmerpflanzen, schönen Raumteilern, offenen Regalen oder einem Eckschreibtisch.

Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Heimarbeitsplatz fernab von häufig frequentierten Aufenthaltsräumen oder vom Straßenlärm liegt. Sollte das Ihr Schlafzimmer sein, achten Sie darauf, dass die Bereich Arbeiten und Schlafen optisch streng voneinander getrennt sind. Denn wer beim Einschlafen unerledigte Arbeit vor Augen hat, kann schwer abschalten.

Ist womöglich ein ruhiges Plätzchen unterm Dach frei, kann an einer Wand unter der Schräge eine komplette Bürozeile Platz finden, die abends diskret hinter Schiebetüren verschwindet.

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2. Der richtige Schreibtisch

Der Schreibtisch sollte genügend Platz für die Beine bieten, sodass man bequem sitzen und auch ungehindert die Beinposition wechseln kann.
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Das A und O beim Arbeitsplatz ist zweifelsohne der richtige Schreibtisch. Dieser sollte ergonomisch und höhenverstellbar sein.

Als Faustregel gilt: Der Schreibtisch hat eine optimale Höhe, wenn sich die Ellenbogenspitzen bei herabhängenden Armen und aufrechtem Sitz 2 bis 3 cm unter der Tischplatte befinden und die Unterarme waagerecht auf der Schreibtischplatte liegend einen rechten Winkel zu den Oberarmen bilden.

Die ideale Schreibtischgröße bemisst sich so:

  • Im besten Fall sollte die Tischplatte 80 cm Platz zu beiden Seiten messen.
  • Da der optimale Sehabstand zum Bildschirm je nach Sehkraft zwischen 50–80 cm variiert, ist ein Schreibtisch mit einer Tiefe von mindestens 60 cm optimal.
  • Je nach Körpergröße wird eine Schreibtischhöhe von 68 cm (bei einer Körpergröße von 1,65 m) oder 78 cm (bei einer Körpergröße von 1,80 m) empfohlen.

„Schreibtische, die sich neigen lassen, sind besonders empfehlenswert, da hier ein optimaler Augenabstand zum Monitor hergestellt werden kann“, rät Schneider. „Das schont besonders den Kopf- und Nackenbereich.“

3. Achten Sie auf eine optimale Beleuchtung

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Eine gute Ausleuchtung des Arbeitsplatzes fördert die Konzentration und schont die Augen. Optimal ist natürlich Tageslicht, weshalb der Schreibtisch am besten seitlich zum Fenster steht. Ansonsten helfen Stehleuchten oder Schreibtischlampen, insbesondere mit einem schwenkbaren Arm und drehbaren Kopf, um den Lichtkegel genau ausrichten zu können.

Ein hoher Lichtkontrast zwischen Arbeitsbereich und dem Rest des Raumes strengt die Augen sehr an. Steven Schneider empfiehlt deshalb, auf eine ausreichende Grundbeleuchtung im ganzen Raum zu achten.

4. Ordnung halten

Unordnung lenkt ab! Ordner, Aufbewahrungsboxen und ein funktionales Schubladensystem sorgen dafür, dass alles seinen Platz hat und vor allem schnell und ohne langes Suchen griffbereit ist. Optional bieten sich auch praktische Sekretäre an, die nach getaner Arbeit einfach zugeklappt werden können und mit einem Griff das Chaos verschwinden lassen. Ein ordentlicher Arbeitsplatz ist zudem besser sauber zu halten.

5. Die richtige Arbeitsumgebung

Farben haben eine stärkere Wirkung, als man denken mag. Im Homeoffice sollten ruhige, freundliche Farben wie Weiß, Creme oder Grau dominieren. Auch Pastelltöne sind willkommen. Von knalligen Farben ist abzuraten. Sie lenken leicht ab und machen den Arbeitsplatz unruhig.

Grün ist eine sehr gute Bürofarbe: Sie fördert die Konzentration und wirkt stressreduzierend.
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Die Wandelemente 'Silent Flower' aus Filz setzen gestalterische Akzente und schlucken den Schall.
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Zimmerpflanzen wirken entspannend und fördern die Konzentration. Außerdem verbessern sie das Raumklima und filtern Schadstoffe aus der Luft.
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Und nicht zu vergessen: die Raumakustik. Sie lässt sich mit Vorhängen, Wandpaneelen oder Teppichen verbessern.

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6. Kleine Motivatoren

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In einer kargen, uninspirierten Umgebung möchte wohl niemand arbeiten.

„Ausgewählte Deko, wie Pflanzen, motivierende Bilder und Urlaubsandenken, verleihen dem Arbeitsbereich Persönlichkeit, lenken aber gleichzeitig nicht zu sehr vom Wesentlichen ab“, so Schneider. Und die besten Ideen kommen ja bekanntlich, wenn man nicht gerade nach ihnen sucht, sondern vielleicht mit den Gedanken beim letzten Strandurlaub ist.

Tipp: Geld sparen im Homeoffice

Wussten Sie schon, dass Sie die Kosten rund ums heimische Arbeitszimmer von der Steuer absetzen können? Voraussetzung ist allerdings, dass Sie ein eigenes Arbeitszimmer zu Hause haben und nicht nur eine kleine Arbeitsnische.

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