Bauplanung

Wie Sie gute Handwerker finden

7 Tipps zur richtigen Handwerkersuche

Foto: istock.com/ALotOfPeople

Ob die Küche neu gefliest, die Heizung erneuert oder die Außenwand des Hauses verputzt werden soll – gute Handwerker zu finden, ist manchmal gar nicht so einfach. Der ideale Handwerker liefert einwandfreie Arbeit, erscheint pünktlich zu den vereinbarten Terminen, bringt gute Ideen ein und das alles bei fairen Preisen. Aber wie unterscheide ich gute von schlechten Handwerkern? Hier kommen die 7 besten Tipps zur Handwerkersuche.

Ist die Heizung optimal gewartet und eingestellt, kann man der kalten Jahreszeit gelassen entgegensehen - vor allem wenn der Heizungsbauer des Vertrauens gleich um die Ecke wohnt.
Foto: epr/Thermondo

1 Suchen Sie einen Handwerker in Ihrer Nähe
Grundsätzlich ist es empfehlenswert, sich für einen Handwerker zu entscheiden, der bei Ihnen in der Nähe wohnt, idealerweise im selben Ort. Das spart Anfahrtskosten, der Handwerker kann schneller seine Arbeit erledigen und ist bei Fragen oder Problemen zügig erreichbar.

Da viele Handwerker von ihrem guten Ruf im Ort abhängig sind, sind sie außerdem oft sehr bemüht, ordentliche Arbeit zu leisten. Nicht zuletzt ist bei ortsansässigen Handwerkern die Wahrscheinlichkeit höher, dass Sie Bekannte kennen, die bereits mit Ihnen zusammengearbeitet haben und eigene Erfahrungen berichten können.

Recherchetipp: Wie finde ich gute Handwerker in meiner Nähe?

  • In den Gelben Seiten sind die meisten Handwerker − nach Orten sortiert − aufgelistet.
  • Die Kreishandwerkerschaften (kurz: KH) sind regionale Handwerkergruppen. Auf der Website können Sie Ihre regionale KH auswählen und erhalten einen Überblick über alle qualifizierten Betriebe in Ihrer Nähe.
  • Auf Handwerker-Portalen wie My Hammer können Sie Ihren Auftrag einstellen und brauchen dann nur noch abzuwarten, bis sich Handwerker bei Ihnen melden. Viele Betriebe stellen sich hier auch vor und bieten damit weitere Informationen.
    Aber Achtung: Nicht jeder Anbieter ist seriös und hält, was er verspricht. Machen Sie sich immer auch selbst ein Bild vom Anbieter.
  • Auf Verbrauchermessen rund ums Bauen und Modernisieren stellen sich viele Fachbetriebe vor. Meistens finden diese Messen Anfang des Jahres statt. Informieren Sie sich über die Messen in Ihrer Region.
  • Per Google-Suche und auf sozialen Netzwerken wie Facebook können Sie nach Handwerkern in Ihrer Region suchen.

2 Empfehlungen im Bekanntenkreis
Fragen Sie Freunde, Bekannte oder Nachbarn, die ein ähnliches Projekt durchgeführt haben, um Rat. Hier bekommen Sie ehrliche Antworten und können sich das Ergebnis des Schaffens oft sogar direkt vor Ort anschauen.

Fragen Sie, ob Ihre Bekannten zufrieden mit der abgelieferten Arbeit des Handwerkers waren oder ob es Probleme während der Arbeit gab. Wurden die Wünsche gut umgesetzt, war der Kostenvoranschlag realistisch, hat der Handwerker auch eigene Ideen eingebracht?

3 Empfehlungen anderer Handwerker
Ein Tipp, der viel zu selten beherzigt wird: Wenn Sie bereits mit anderen Handwerkern zusammengearbeitet haben, ist es eine gute Idee, diese ebenfalls um Rat zu fragen. Denn Handwerker kennen ihre Kollegen und Konkurrenten und der Stuckateur kann dann beispielsweise einen kompetenten Maler empfehlen.

Wärmepumpen müssen genau auf das jeweilige Gebäude und den Bedarf der Bewohner ausgelegt werden. Die Beratung durch einen gut ausgebildeten Fachhandwerker ist hier unumgänglich.
Foto: epr/Mitsubishi Electric

4 Lernen Sie den Handwerker persönlich kennen
Ein seriöser Handwerker wird vor der Erstellung eines Angebots persönlich bei Ihnen vorbeikommen, um sich bei einer Ortsbegehung ein Bild vom geplanten Projekt zu machen.

Nutzen Sie diese Gelegenheit, um möglichst viel in Erfahrung zu bringen, das Ihre Entscheidung erleichtert. Wirkt die Beratung professionell, welche Erfahrung bringt der Handwerker mit? Außerdem bekommen Sie bei diesen Vor-Ort-Terminen mehrere unabhängige Ideen zu Ihrem Projekt, die Sie für ein optimales Endergebnis nutzen können.

5 Schauen Sie sich Referenzprojekte an
Manche Handwerker bieten auf ihrer Website einen Überblick über ihre Referenzprojekte. Damit können Sie sich einen guten ersten Eindruck verschaffen.

Gefallen Ihnen die Arbeitsergebnisse, hat sich der Handwerker möglicherweise auf bestimmte Projekte spezialisiert? Spezialisierungen sind generell positiv zu bewerten, denn dann können Sie davon ausgehen, dass der Handwerker Experte auf diesem Gebiet ist. Bei Tausendsassas, die von Malerarbeiten über Teppichverlegen bis zum Mauerbau alles Mögliche anbieten, hapert es oft an der handwerklichen Qualität.

Vergessen Sie nicht die sozialen Netzwerke: Auf Facebook präsentieren sich auch viele Handwerker und Unternehmen. Hier können Sie sich einen Überblick über aktuelle und vergangene Projekte verschaffen.

6 Such- und Bewertungsportale
Wie kann man im Voraus die Leistungsfähigkeit eines Bau- oder Handwerksunternehmens einschätzen? Unterstützung versprechen unabhängige Such- und Bewertungsportale:

  • Die unabhängige Plattform www.gute-bauunternehmen.de wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales unterstützt. Gemeinsam mit Verbraucherschutzverbänden wurde ein Bewertungsschema entwickelt, das hilft, kompetente und zuverlässige Baupartner fürs eigene Projekt zu finden.
  • Eine weitere Empfehlungsplattform für Handwerker ist www.wirsindhandwerk.de
  • Das neutrale Portal qih wertet Kundenbewertungen für Handwerker aus.

7 Holen Sie mehrere Angebote ein
Besonders bei größeren Projekten sollten Sie immer mehrere Angebote einholen (beispielsweise drei Angebote), zwischen denen Sie sich entscheiden sollten. Damit die Angebote realistisch und untereinander vergleichbar sind, ist es wichtig, möglichst präzise zu formulieren, welche Leistungen der Handwerker in welchem Zeitraum erbringen soll und welche Materialien zum Einsatz kommen sollen.

Achten Sie beim Vergleich der verschiedenen Angebote darauf, dass alle Positionen vollständig aufgelistet sind. Und werden Sie misstrauisch bei auffällig billigen Angeboten. Qualität hat ihren Preis!

Nein zu Schwarzarbeit!

Der Verband Privater Bauherren (VPB) warnt davor, Billigfirmen zu beauftragen oder sogar eine Firma schwarz zu beschäftigen. Denn wer Schwarzarbeit fördert, macht sich nicht nur strafbar, sondern hat auch keinerlei Gewährleistungsansprüche: Liefern die Firmen Pfusch, dann ist es unmöglich, sich dagegen zu wehren und man bleibt auf dem Schaden sitzen.

Ehrlichkeit wird außerdem belohnt: Wer Handwerker-Rechnungen beim Finanzamt vorlegt, kann bares Geld sparen. Bis zu 1.200 Euro Steuerbonus im Jahr sind möglich − allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen: Handwerker-Rechnung von der Steuer absetzen − so geht's!

Und zuletzt noch eine Empfehlung: Wenn Sie einen guten Handwerker in Ihrer Nähe gefunden haben – bleiben Sie ihm treu! Die meisten Handwerker werden sich bemühen, Sie durch gute Arbeit weiterhin als Stammkunden zu behalten.

Falls doch etwas schief gehen sollte ...

Der Gewährleistungsanspruch schützt Sie, wenn Handwerker schlecht gearbeitet haben. Innerhalb von fünf Jahren nach Bauabnahme muss der Handwerker Mängel kostenlos nachbessern. »Handwerker-Gewährleistung: Das sind Ihre Rechte

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