Dachaufbau − alle Schichten anschaulich erklärt

Dachaufbau: Dachlattung mit Dämmung und Unterspannbahn

Aufbau eines Dachs einfach erklärt

Ein Dach muss Hitze, Kälte, Wind und Sturm trotzen. All das erfordert einen stabilen, sicheren, gut gedämmten Dachaufbau. Um ein neues Dach aufzubauen, ist deshalb eine genaue Kenntnis des richtigen Dachaufbaus wichtig.

Hier finden Sie alle Schichten und wichtige Begriffe zum richtigen Aufbau eines Daches anschaulich erklärt: vom Grundgerüst mit Sparren über die Dämmung bis zur Dacheindeckung.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Dachaufbau: Steildach und Flachdach im Vergleich
  2. Aufbau eines Dachs: alle Schichten − Schritt für Schritt für Schritt erklärt
  3. Weitere Komponenten beim Dachaufbau

Wie lange hält ein Dach?

In unserem Artikel geben wir einen Überblick über die Lebensdauer verschiedener Dachformen und zeigen, wie Sie diese verlängern können: Wie lange hält ein Dach? »

Dachaufbau: Steildach und Flachdach im Vergleich

Der Dachaufbau beim Steildach unterscheidet sich deutlich vom Dachaufbau eines Flachdachs. Als Steildach gelten alle Dächer mit einem Gefälle von mehr als 22°.

Dachaufbau beim Steildach: Dachschichten im Überblick

Dachschichten Aufbau Dach Grafik
Bauder

➀ Sparren ➁ Dampfbremse ➂ Aufsparren-Wärmedämmung ➃ Konterlatten ➄ Dachlatten ➅ Dachdeckung

So unterscheidet sich der Dachaufbau beim Steil- und Flachdach

Der Dachaufbau beim Steildach wird von einem Grundgerüst mit Sparren getragen, während das Flachdach in der Regel auf einer Stahlbetondecke ruht, häufig in Verbindung mit einem zusätzlich aufgebrachten Gefälleestrich, um den Regenabfluss sicherzustellen.

Ein Muss bei jedem Dach ist die Dampfbremse. Sie verhindert, dass austretender Dampf aus dem Hausinnern an die dämmenden Materialien gelangt. Denn eine Dämmung braucht heutzutage (fast) jedes Dach. Sie dient sowohl dem Hitze- als auch dem Kälteschutz des Gebäudes.

Den Abschluss bildet die Deckschicht: Beim Steildach schaffen Dach- und Konterlatten das nötige Grundgerüst für die Dachdeckung mit Ziegeln. Beim Flachdach kommen Bitumendichtbahnen zum Einsatz, um das Dach gegen eindringende Feuchtigkeit nach außen abzudichten.

Dachaufbau beim Flachdach: Dachschichten im Überblick

Flachdach Aufbau im Detail beim Kaltdach
Dietmar Lochner

➀ Auflast, (z.B. Kies), ➁ Dachabdichtung, ➂ Trennlage, ➃ Holzschalung, ➄ belüftete Balkenlage, dazwischen Dämmung, ➅ Dampfbremse, ➆ Ausgleichsschicht, in der Regel Gefälleestrich, ➇ Tragkonstruktion, hier Stahlbetondecke

Flachdachaufbau im Detail

Flachdächer müssen besonders gut abgedichtet werden, damit sie dauerhaft dicht sind. In unserem Artikel erfahren Sie, worin sich die verschiedenen Flachdächer unterscheiden und wie der Aufbau jedes Flachdachtyps im Detail aussieht: Flachdachaufbau im Detail »

Aufbau eines Daches: alle Schichten − Schritt für Schritt für Schritt erklärt

Wir stellen Schritt für Schritt den Dachaufbau bei einem Steildach vor. Es besteht im Wesentlichen aus folgenden übereinanderliegenden Schichten:

  1. Grundgerüst mit Sparren
  2. Dampfbremse
  3. Wärmedämmung
  4. Dachlattung
  5. Dachdeckung

1. Grundgerüst mit Sparren

Das tragende Gerüst beim Dachaufbau ist der Dachstuhl. Er verläuft vom Dachfirst (dem obersten Punkt des Daches) bis zur Traufe (dem untersten Punkt des Daches). Die Anordnung der Sparren ist abhängig von der Konstruktion des Daches und wird von einem Statiker berechnet. Damit die Konstruktion trägt, müssen die Dachsparren auf zwei oder mehr Punkten aufliegen.

Dachstuhl mit Sparren
Der Dachstuhl bildet das Grundgerüst beim Dachaufbau: Für die Sparren werden Fichten- oder Tannenhölzer verwendet. Sie liegen an mindestens zwei Punkten auf: unten auf dem sogenannten Schwellenholz und oben auf dem Firstbalken.

Dachaufbau-Begriffe: First, Grat und Kehle

  • Die Aufgabe des Dachfirsts ist es, das Dach oben zu schließen. Der First ist die abgerundete Oberkante eines Steildaches, die meist waagrecht aber auch mit Neigung verlaufen kann. Im zweiten Fall spricht man von einem steigenden First.
  • Auch Dachgrat und Kehle schließen das Dach ab, allerdings an den Innen- und Außenkanten des Daches. Sie müssen gut abgedichtet werden, damit kein Wasser eindringen kann.

2. Dampfbremse

Viele Dämmstoffe funktionieren nur dann gut, wenn sie trocken sind. Deshalb ist es beim Dachaufbau wichtig, die Dämmschicht gegen eintretende Feuchtigkeit zu schützen.

Die Dampfbremse verhindert, dass Raumluft aus dem Hausinnern in die Dämmschicht austritt. Sie liegt direkt auf den Sparren auf und schließt die Gebäudehülle nach innen luftdicht ab. Das ist wichtig, um Wärmeverluste über Löcher und Ritzen zu vermeiden. Außerdem schützt es die darüberliegende Dämmung vor Durchfeuchtung und Schimmel.

Dampfbremse fürs Dach
Dampfbremsen sind unverzichtbar beim wärmegedämmten Dachaufbau. Sie bestehen meist aus dickeren Kunststofffolien, häufig Polyethylen-Folien. Sie ist dampfbremsend, aber nicht komplett dicht.

Dampfbremse oder Dampfsperre?

Die Begriffe Dampfbremse und Dampfsperre werden häufig synonym gebraucht. Das ist aber nicht ganz richtig.

  • Wie der Name schon verrät, bremsen Dampfbremsen austretenden Dampf aus der Raumluft nur ab, ohne ihn komplett zu stoppen.
  • Dampfsperren hingegen sind tatsächlich komplett dicht und lassen nichts mehr durch.

Für den Dachaufbau sollten Dampfbremsen verwendet werden. Denn falls doch mal Feuchtigkeit ins Dach eindringen sollte, ermöglichen sie zumindest eine Austrocknung der Materialien.

3. Dämmung

Zwischensparrendämmung
Die Zwischensparrendämmung wird zwischen den Sparren eingeklemmt.

Ein gedämmtes Dach spart viel Heizenergie. Beim Dachaufbau gibt es drei Möglichkeiten der Dachdämmung, je nachdem, wo die Dämmung angebracht wird:

  1. Die Aufsparrendämmung wird außen auf den Sparren aufgebracht. Dabei bleibt das Gebälk von innen sichtbar,
  2. Die Zwischensparrendämmung wird zwischen den Sparren eingeklemmt.
  3. Die Untersparrendämmung liegt unter den Sparren auf und kann auch mit der Zwischensparrendämung kombiniert werden, um Wärmebrücken an den Sparren zu reduzieren.

Aufsparren-, Zwischensparren- und Untersparrendämmung im Vergleich

Wir haben die drei Dämmsysteme verglichen und zeigen Vor- und Nachteile auf: Dachdämmung von außen oder innen?

Bei der Wahl eines passenden Dämmstoffs fürs Dach haben Sie die Auswahl zwischen verschiedenen Materialien, beispielsweise Mineral- oder Holzfaser, Flachs- oder Hanfmatten, Polystyrol, Zellulose oder Polyurethan. Unser Artikel gibt einen Überblick über Dämmstoffe fürs Dach »

4. Dachlattung

Die Dachlattung schafft das Grundgerüst, in das später die Ziegel eingehängt werden. Es besteht aus gitterförmig angeordneten Trag- und Konterlatten:

  • Die versetzt angeordneten Konterlatten werden direkt auf den Sparren montiert. Ihre wichtigste Rolle beim Dachaufbau: Sie sorgen für eine ausreichende Hinterlüftung des Daches.
  • Die Traglatten verlaufen parallel zu First und Traufe. Sie tragen im nächsten Schritt die Dachpfannen.

Im Bild zu sehen ist auch die Unterspannbahn, die unter der Dachlattung angebracht ist. Sie schützt den darunterliegenden Dachaufbau vor Wind, Regen und Schnee und leitet Feuchtigkeit sicher ab.

Dachlattung mit Konterlatten und Traglatten
Dachaufbau bei einem Steildach mit Zwischensparrendämmung. Die Konterlatten werden von außen direkt auf den Sparren befestigt. Auf den Konterlatten werden die Traglatten montiert. Darunter ist die Unterspannbahn zu sehen, die die darunterliegende Dämmung schützt.

5. Dachdeckung

Die äußere Dachschicht bildet den Abschluss des Dachaufbaus. Gängig ist die Eindeckung mit Ziegeln aus Ton oder Beton. Sie schützen das Dach vor Wind, Regen oder Schnee. Bei Dachziegeln gibt es eine große Auswahl an Formen und Farben, welche auch über viele Jahre dem Dach ein ansehnliches Aussehen verleihen.

Fertiger Dachaufbau mit Dachziegeln und Dachfenstern
Dachaufbau mit Dachziegeln: Der Dachdecker übernimmt die fachmännische Eindeckung des Daches.

Welche Eindeckung ist am besten?

Ob Ton, Beton, Metall oder Schiefer − die Materialauswahl fürs Dach ist groß. Die verschiedenen Dachziegel-Arten unterscheiden sich in Gewicht, Flexibilität, Optik und natürlich auch im Preis. In unserem Artikel vergleichen wir die Materialien: Dachziegelarten im Vergleich »

Weitere Komponenten beim Dachaufbau

Geöffnetes Dachfenster
Dachfenster müssen sorgfältig gegen eindringende Feuchtigkeit abgedichtet werden.
  • Dachfenster versorgen das Dachgeschoss mit Tageslicht. Bei nicht ausgebauten Dachstühlen kommt anstatt eines Dachfenster auch manchmal eine einfache Belichtung zum Einsatz.
  • Schornsteine müssen regelmäßig gewartet werden. Zugang erhält der Schornsteinfeger über Sicherheitstritte und Standsteine, die die Begehung des Daches ermöglichen. Um ihm eine Möglichkeit für die Sicherung zu geben, sind außerdem Sicherheitsdachhaken empfohlen.
  • Ebenso für Sicherheit sorgen Schneefangsysteme. Sie verhindern, dass sich Schneemassen vom Dach lösen, abrutschen und als Dachlawine Menschen verletzen. Gerade in schneereichen Gebieten, zum Beispiel in Bayern oder den deutschen Mittelgebirgen, zählen sie zur Standardausstattung jedes Daches.

Und danach: Der Dachausbau

Sie möchten das Dachgeschoss zum Wohnen nutzen? Dann folgt jetzt der Dachausbau. Die Dachflächen werden in Trockenbauweise mit Gipskartonplatten verkleidet. Anschließend können die Wände und Dachflächen verputzt und der Bodenbelag aufgebracht werden.

Dachausbau mit Gipskartonplatten Trockenbau
Nach dem Dachaufbau kommt der Dachausbau: Der Stuckateur verkleidet die Dachflächen mit Gipskartonplatten.

Welche Dachneigung hat Ihr Haus?

Welche Dachneigung Ihr Haus hat, entnehmen Sie den statischen Berechnungen zu Ihrem Haus. Oder: Sie folgen den einfachen Rechenformeln aus unserem Artikel: Dachneigung selber berechnen »

Text und Fotos: J.Fink Verlag

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