Neue Grundsteuer 2022: Was auf Eigenheimbesitzer zukommt

Neue Grundsteuer 2022

Alles Wichtige zur Grundsteuerreform

Foto: Bundesverband Deutscher Fertigbau/Peter Sondermann

Ab dem Jahr 2025 tritt die Grundsteuerreform in Kraft: Sie soll für eine gerechtere und einfachere Berechnung der Grundsteuer sorgen. Als Grundstückseigentümer müssen Sie aber jetzt schon tätig werden: Sie sind verpflichtet, bis 31. Oktober 2022 eine Grundsteuererklärung abzugeben.

Hier ein Überblick, was sich bei der Grundsteuer ändert und was Sie jetzt tun müssen.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Warum die Grundsteuer reformiert werden muss
  2. So wird die neue Grundsteuer berechnet
  3. Die neue Grundsteuer: Was passiert bis 2025?
  4. Was Sie jetzt tun müssen

Warum die Grundsteuer reformiert werden muss

Die Grundsteuer braucht ein Update: Die Reform soll für mehr Gerechtigkeit bei der Grundsteuerermittlung sorgen.

Die Einheitswerte, die bisher zur Berechnung der Grundsteuer dienten, stammen aus dem Jahr 1964 (westliche Bundesländer) oder sogar aus dem Jahr 1935 (östliche Bundesländer). Es liegt auf der Hand, dass es im Lauf der Zeit zu teils erheblichen Wertverzerrungen kam – sodass für gleichartige Grundstücke unterschiedliche Grundsteuern anfallen.

Das Bundesverfassungsgericht erkannte darin einen Verstoß gegen das im Grundgesetz verankerte Gebot der Gleichbehandlung und entschied 2018: Die Bewertung von Grundstücken mit dem Einheitswert im Rahmen der Grundsteuer ist verfassungswidrig. Bis zum Inkrafttreten der Neuregelung am 1. Januar 2025 darf übergangsweise die alte Regelung weiter angewendet werden.

So wird die neue Grundsteuer berechnet

Am bisherigen dreistufigen Verfahren wird sich nichts ändern. In Stufe 1 wird jedoch nicht mehr der Einheitswert, sondern der neue Grundsteuerwert berechnet. So wird die neue Grundsteuer berechnet:

  1. Stufe: Grundsteuerwert-Ermittlung
  2. Stufe: Berechnung des Steuermessbetrags aus Grundsteuerwert und Steuermesszahl
  3. Stufe: Anwendung des Hebesatzes auf den Steuermessbetrag und Berechnung der Grundsteuer.

Auf eine einfache Formel gebracht, bedeutet das:

Grundsteuerwert x Steuermesszahl x Hebesatz = Grundsteuer

Die folgende Beispielrechnung des Bundesfinanzministeriums veranschaulicht die Berechnung:

Was gilt für mein Bundesland?

Die neuen Regeln zur Berechnung der Grundsteuer sollten eigentlich bundesweit gelten. Sieben Bundesländer haben sich aber gegen das Bundesmodell und für eigene Ländermodelle entschieden.

Für diese Länder gilt das Bundesmodell:

  • Berlin
  • Brandenburg
  • Bremen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

Beim Bundesmodell spielen für die Ermittlung des Grundsteuerwertes zum Beispiel die Nettokaltmiete, die Wohnfläche, die Mietniveaustufe, das Alter des Gebäudes, der Bodenrichtwert und die Grundstücksfläche eine Rolle. Für Wohngebäude gilt eine niedrigere Steuermesszahl als für gewerbliche Gebäude.

Für diese Länder gelten eigene Ländermodelle:

  • Baden-Württemberg rechnet nur mit der Grundstücksfläche und dem Bodenrichtwert. Die Art der Bebauung beeinflusst lediglich die Höhe der Steuermesszahl.
  • Bayern hat ein reines Flächenmodell gewählt mit festen Berechnungsgrößen für Grundstücks- und Gebäudeflächen. Für Wohnimmobilien ist die Steuermesszahl niedriger als für gewerblich genutzte Grundstücke.
  • In Hamburg hat die Wohnlage Einfluss auf die Steuermesszahl, ansonsten rechnet man hier wie in Bayern.
  • Die Modelle in Hessen und Niedersachsen lehnen sich ebenfalls zum großen Teil an das bayerische Vorgehen an. Über einen Faktor wird jedoch zusätzlich der Bodenrichtwert mitberücksichtigt.
  • Das Saarland und Sachsen berechnen den Grundsteuerwert zwar nach dem Bundesmodell, haben dieses aber hinsichtlich der Steuermesszahl modifiziert.

Tipp

Mehr Informationen zur neuen Grundsteuer sowie einen Rechner finden Sie auf der Website www.grundsteuer.de »

Die neue Grundsteuer: Was passiert bis 2025?

Die erste Hauptfeststellung bezieht sich auf den Stichtag 1.1.2022. Dabei werden alle Grundstücke neu bewertet – egal, ob sie bebaut oder unbebaut sind, selbst genutzt oder vermietet werden, sich im Privat- oder im Betriebsvermögen befinden. Damit das Finanzamt die Neuberechnung der Grundsteuerwerte durchführen kann, benötigt es bestimmte Angaben rund um das Grundstück.

Deshalb sind alle Grundstückseigentümer verpflichtet, vom 1. Juli bis zum 31. Oktober 2022 eine Grundsteuererklärung über das digitale Steuerportal ELSTER abzugeben.

In Mehrfamilienhäusern sind die einzelnen Eigentümer der jeweiligen Wohnung für die Erklärung zuständig. Die Hausverwaltung darf sie dabei unterstützen. Steuerpflichtige sollten ihre Hausverwaltung fragen, ob sie eine solche Hilfe anbietet.

Ende 2022 oder im Lauf des Jahres 2023 erlassen die Finanzämter voraussichtlich die Bescheide zum Grundsteuerwert und zum Steuermessbetrag. Geplant ist weiterhin, dass die Gemeinden im Lauf des Jahres 2024 die neuen Bescheide verschicken.

Ab 2025 wird die neue Grundsteuer fällig. Die Übersicht unten fasst die Eckpunkte zusammen.

wann neue Grundsteuer 2022 Zeittafel

Was Sie jetzt tun müssen

Alle Grundstückseigentümer müssen vom 1. Juli bis 31. Oktober 2022 eine Grundsteuererklärung über das digitale Steuerportal ELSTER abgeben. Damit haben die Steuerzahler ihren Beitrag auf dem Weg zur Neuberechnung geleistet – das Ergebnis erhalten sie dann bis Ende 2024.

Tipp

Einfacher und schneller geht's über den Online-Service des Bundesfinanzministeriums: www.grundsteuererklaerung-fuer-privateigentum.de »

Hier können Sie ab dem 1. Juli 2022 online die Grundsteuererklärung abgeben. Auf der Website werden die wichtigsten Fragen zum Einreichen der Grundsteuererklärung beantwortet.

Wichtig: Der Online-Service eignet sich nur für Bundesländer, die am Bundesmodell teilnehmen (siehe Übersicht oben). Für alle anderen Bundesländer bleibt nur der Weg über ELSTER.

Grundsteuer 2022: Diese Angaben müssen Sie machen

Finanzamt
36 Millionen: So viele Immobilien werden für die Erhebung der künftigen Grundsteuer bundesweit neu bewertet.
Pixabay

Im Rahmen der Grundsteuererklärung müssen die Grundstückseigentümer unter anderem diese Angaben machen:

  • Aktenzeichen bzw. Steuernummer
  • Eigentümer
  • Gemarkung, Flur, Flurstück, Lage
  • Grundstücksfläche
  • Nutzungsart: Wohnen/Nicht-Wohnen

Je nach Bundesland sind weitere Angaben erforderlich, zum Beispiel:

  • Bodenrichtwert  
  • Wohnfläche bzw. Nutzfläche
  • Art der Immobilie (z.B. Einfamilienhaus, Wohnungseigentum)
  • Baujahr
  • Anzahl der Garagenplätze

Tipp: Diese Unterlagen helfen beim Ausfüllen der Erklärung

  • Informationsschreiben Ihrer Landesfinanzverwaltung
  • Kaufvertrag zur Immobilie
  • Bauunterlagen
  • Grundsteuer- bzw. Einheitswertbescheid
  • Grundbuchauszug

Einige der Daten können den Informationsschreiben entnommen werden, die die meisten Bundesländer seit April 2022 an die Grundstückseigentümer verschicken. Doch nicht alle Länder versenden individuelle Anschreiben. Nach derzeitigem Stand wird es in Berlin, Hamburg und Hessen die Informationen per Internet geben.

Durch Rückgriff auf das Melderegister „kennen“ die Finanzämter übrigens die Eigentümer, auch wenn diese in einem anderen Bundesland leben.

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