Sicherheit

So schützen Sie Ihr Haus gegen Einbrecher

Der große Sicherheits-Check zum Einbruchschutz

Foto: epr/Normstahl

Möchten Sie den Einbruchschutz Ihres Hauses verbessern? Wir zeigen am Beispiel eines Wohnhauses, auf welche Punkte Sie dabei besonders achten sollten und wo Schwachstellen liegen. Wir zeigen die fachmännische Nachrüstung der Fenster und Türen am Beispiel des Wohnhauses der Familie Pflüger.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Der Vor-Ort-Sicherheits-Check
  2. Einbau der mechanischen Sicherheitstechnik
  3. Einbau der elektronischen Sicherheitstechnik

1. Der Vor-Ort-Sicherheits-Check

Im ersten Schritt sollte ein Vor-Ort-Sicherheits-Check am Wohnhaus vorgenomen werden. Im Beispiel der Familie Pflüger nimmt der Sicherheitsberater Edgar Ellinghaus diesen Check vor, deckt Schwachstellen auf und gibt Empfehlungen für Nachrüstungen.

Grundsätzlich gilt für die Nachrüstung: Die eingesetzten Produkte sollten DIN-geprüft sein. Bei Beschlägen ist die DIN 18104 relevant, neue Fenster und Türen sollten mindestens der Widerstandsklasse RC 2 nach DIN 1627-30 entsprechen.

Außerdem gilt: Jede mechanische Sicherung ist nur so viel wert wie die Qualität und Widerstandsfähigkeit ihrer Befestigung. Es lohnt sich also, einen qualifizierten Fachbetrieb mit der Montage zu beauftragen.

Lage und Grundstück analysieren

Nehmen Sie die Lage Ihres Hauses und das Grundstück kritisch unter die Lupe. Folgende Fragen können dabei hilfreich sein:

  • Sind die Zugänge zu Ihrem Haus, wie Türen und Fenster, für Außenstehende leicht zugänglich oder einsehbar?
  • Haben Nachbarn einen Blick auf diese Zugänge? Sprechen Sie sich zusammen ab, beispielsweise wenn Sie im Urlaub sind?
  • Gibt es geschützte, schnelle Fluchtmöglichkeiten für potenzielle Einbrecher?

 

In diese Doppelhaushälfte ist Familie Pflüger Anfang 2014 eingezogen. Jetzt soll sie sicherheitstechnisch aufgewertet werden.

Das Urteil des Sicherheitsberaters Ellinghaus zum Haus der Familie Pflüger lautete: „Die Doppelhaushälfte liegt auf einem leicht zugänglichen, schwer einsehbaren Randgrundstück mit Garten im nördlichen Siedlungsbereich von M. Die Lage in Nähe der Autobahn sowie die noch neue Sozialstruktur sind ebenfalls Elemente, die einem Einbruch förderlich sind. Tatsächlich sind in dem dortigen Wohnbereich bereits zahlreiche Wohnungseinbrüche zu verzeichnen gewesen.“

Schwachstellen aufspüren

Ein Paradies für jeden Einbrecher: Der Zugang zum Keller von Familie Pflüger liegt geschützt und die Kellertür ist schlecht gesichert.

Im zweiten Schritt sollten Sie den Zustand der Fenster und Türen des Hauses unter die Lupe nehmen und kritische Punkte des Hauses ausfindig machen.

  • Prüfen Sie, ob Ihre Fenster und Türen sicherheitstechnisch noch auf dem aktuellen Stand sind. In unserem Beispielhaus waren Fenster und Türen des 1995 gebauten Hauses insgesamt noch gut erhalten, ein kompletter Austausch wäre nicht angebracht. Allerdings sind die Elemente nicht auf dem Stand, den die DIN 18104, Teil 2 für die einbruchhemmende Ausstattung empfiehlt. Das heißt: Nachrüsten!
  • Nehmen Sie Ihr Haus kritisch unter die Lupe. Wo befinden sich geeignete Einstiegsmöglichkeiten für Einbrecher, wo fehlt eine entsprechende Sicherung? In unserem Beispielhaus liegt ein Fenster über dem Carport, und auch rund um das Balkonfenster haben Langfinger ausreichend Sichtschutz und Standmöglichkeiten. Eine besonders kritische Stelle am Haus ist der versteckt liegende Zugang zum Keller.

2. Einbau der mechanischen Sicherheitstechnik

Auf der Grundlage des Sicherheits-Checks steht zunächst die Verbesserung des mechanischen Einbruchschutzes im Fokus. Wenden Sie sich hierzu am besten an einen Fachmann, der Sie zu geeigneten Sicherungssystemen beraten kann. In unserem Beispiel übernahm unser Aktionspartner Siegenia die sicherheitstechnische Nachrüstung der Fenster und Türen.

Ein Fachbetrieb führte bei den Pflügers im Auftrag von Siegenia die Nachrüstung der Sicherheitstechnik durch.
Foto: Siegenia

Nachrüstung der Kunststofffenster

Rechts der alte Griff, links der abschließbare Sicherheitsgriff von Siegenia.
Foto: Siegenia

Am Beispiel des Wohnhauses der Familie Pflüger zeigen wir die wichtigsten mechanischen sicherheitstechnischen Nachrüstungen, die im Bereich der Fenster und Türen sinnvoll sind.

  • Abschließbare Fenstergriffe verhindern, dass Einbrecher den Griff durch eine eingeschlagene Scheibe hindurch betätigen können. Ein solcher Sicherheitsgriff sollte mit einem Anbohrschutz versehen sein. Eine gehärtete Platte auf dem Schlosskasten verhindert das Anbohren.
  • Zwingend notwendig ist es außerdem, abschließbare Fenstergriffe mit einbruchhemmenden Beschlägen zu kombinieren. Nur so vereitelt man das Verschieben des kompletten Beschlages beim Einbruchversuch.
Rechts der Standardbeschlag mit Rundbolzen, links der einbruchhemmende Siegenia-Beschlag mit Pilzkopfverriegelung.
Foto: Siegenia
  • Einbruchhemmende Fensterbeschläge sind mit Pilzkopfverriegelungen ausgestattet, während herkömmliche Beschläge Rundbolzen besitzen. Pilzkopfverriegelungen arretieren sich aufgrund ihrer speziellen Form beim Schließvorgang unter dem Schließteil im Fensterrahmen und können bei einem Einbruchversuch nicht über die Schließteile am Rahmen hinweg gehebelt werden. Dazu kommt eine besonders hohe Materialfestigkeit. Die Anzahl der verwendeten Pilzkopfzapfen richtet sich nach der gewünschten Widerstandsklasse und der Größe des Fensterflügels.
Einbau eines Sicherheitsschließbleches im Haus von Familie Pflüger.
Foto: Siegenia
  • Einbruchhemmende Beschläge verfügen über spezielle Sicherheitsschließbleche. Sie sind aus besonders stabilen Materialien gefertigt. Eine auf das Rahmenprofil abgestimmte Verschraubung schützt zusätzlich gegen das Ausreißen des Fensterflügels.

Schutz für den Kellereingang

Mehrfachverriegelungen und hochwertige Schließleisten bieten Einbrechern Widerstand.
Foto: Siegenia

Den Zugang zum Keller hatte der Sicherheitsberater als besonderen Schwachpunkt am Haus der Pflügers ausgemacht. Schloss und Schließblech einfacher Bauart boten nur wenig Schutz an der Kellereingangstür.

  • Siegenia rüstete Beschläge mit Mehrfachverriegelungen in Kombination mit Schließleisten nach. Sie besitzen mehrere Anschraub- und Verriegelungspunkte und bieten damit eine erhöhte Einbruchhemmung. Ihre volle Effektivität entfalten diese Systeme dann, wenn sie passend auf das Flügel- und Rahmenprofil der Tür abgestimmt sind.
  • Bandseitensicherungen unterstützen zudem den gewünschten Effekt. Zusammen mit sicher verankerten Gitterrosten, Fenstergittern und Sicherheitsglas ist damit der mechanische Einbruchschutz im Haus von Familie Pflüger optimiert.

3. Einbau der elektronischen Sicherheitstechnik

Der Einbruchschutz kann außerdem durch eine elektronische Sicherheitstechnik ergänzt werden. In unserem Beispiel übernimmt dies unser Aktionspartner Somfy. Hier wurden ein Hausautomationssystem sowie eine integrierte Funkalarmzentrale eingebaut. Das bedeutet: Mehr Sicherheit und mehr Komfort für die Bewohner. Und weil die Hausautomation modular aufgebaut ist, kann sie jederzeit erweitert werden. Damit ist die Doppelhaushälfte für die technische Zukunft bestens gerüstet.

Die Komponenten der Funkalarmzentrale konnten vom Somfy-Techniker einfach und kabellos installiert werden.
Foto: Somfy

Gefahrenwarnanlage installieren

Acht Funk-Rauchwarnmelder gehören ebenfalls zum neuen Sicherheitskonzept bei den Pflügers.
Foto: Somfy

Eine Gefahrenwarnanlage bietet ein effektives elektronisches Warnsystem gegen Einbrecher, das auch in die Hausautomation eingebunden werden kann.

Vorteilhaft beim Nachrüsten ist es, wenn keine Kabel verlegt werden müssen, da somit aufwändige Bohrarbeiten entfallen. Auch bei einem Stromausfall ist die Funktion der Anlage gewährleistet.Die Module werden stattdessen mit Batterien betrieben. Das Verknüpfung der einzelnen Komponenten erfolgt dann normalerweise über eine integrierte IP-Schnittstelle am heimischen PC.

Bis zu 50 Gefahrenmelder können in die Anlage eingebunden werden. Im Haus der Pflüger wurden diverse Gefahrenmelder in die Anlage eingebunden, wie eine Innenkamera, eine Funk-Innensirene, ein Funkwassermelder sowie diverse Funk-Öffnungsmelder zur Absicherung von Türen und Fenstern, Glasbruchmelder und ein Funk-Rauchwarnmelder.

Separate Überwachungszonen

Mit dem Chipausweis deaktiviert Sabine Pflüger innerhalb von 45 Sekunden nach Betreten des Hauses die Alarmanlage am LCD-Bedienteil. Vergisst sie dies, wird Alarm ausgelöst.
Foto: Somfy

Die Alarmanlage wurde an die Gegebenheiten im Haus der Pflügers angepasst. Es wurden drei Überwachungszonen eingerichtet. Wenn ein Alarm ausgelöst wird, ertönt im Keller der Pflügers die Innensirene. Gleichzeitig fahren vorne im Haus die Rollläden herunter. Wenn dagegen die Rauchmelder anschlagen, fahren die Rollläden hoch. Gleichzeitig wird auf das Handy der Hausbesitzer eine Alarmmeldung gesendet.

Per Chipausweis aktiviert bzw. deaktiviert der Benutzer beim Betreten und Verlassen des Hauses die Anlage. Das Ehepaar Pflüger hat sich für ein Funk-LCD-Bedienteil zur Steuerung der Anlage entschieden. Alternativ wären auch Funkhandsender oder eine Fernbedienung möglich.

Integrierung in die Hausautomation

Die „TaHoma-Box“ ist die Zentrale der Hausautomation. Sie kann auch per Smartphone von unterwegs angesteuert werden.
Foto:Somfy

Rollläden, Außenjalousien, Dachfenster, Garagentore oder die Beleuchtung auf Basis des Funkprotokolls io-homecontrol lassen sich ohne weiteres mit „Protexial io“ verknüpfen. Damit wird die intelligente Anwesenheitssimulation zum Teil des Sicherheitskonzepts. So kann eine Anwesenheit einfach simuliert und potenzielle Einbrecher abgeschreckt werden.

Im Haus von Familie Pflüger wurden zwei Receiver als Funkzwischenstrecke zur Schaltung von Lichtquellen, drei externe Funkempfänger für die Steuerung der Rollläden über die Haussteuerung sowie die „TaHoma-Connect“-Haussteuerung über das Internet installiert. Über die „TaHoma-Box“ im Wohnzimmer steuern die Pflügers die Rollläden im Erdgeschoss, das Licht im Wohnzimmer und die Markise auf der Terrasse – auch von unterwegs oder im Urlaub per Smartphone.

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