Renovieren

Alten Boden entfernen und neue Bodenschichten aufbauen

So klappt es mit dem neuen Boden

Foto: Mimameise

Ob Altbaudiele oder abgenutzter Teppich im 1980er-Jahre-Haus: Wer seinen Boden erneuern möchte, muss meist den alten Belag entfernen und wissen, wie sich ein neuer Aufbau umsetzen lässt.

Unter dem alten Teppichboden lugt ein interessanter Holzboden hervor? Manchmal verbergen sich unter abgenutzten Belägen wahre Schätze, manchmal aber leider auch Untergründe, die nicht mehr zu retten sind. Wir zeigen, wie Sie alte Bodenbeläge entfernen und wie ein professioneller Bodenaufbau aussieht.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Raus mit alten Bodenbelägen
  2. Alte Bodenbeläge entfernen - so geht's
  3. Neuen Boden aufbauen - so geht's

Raus mit alten Bodenbelägen

Das Entfernen alter Beläge ist oft mühsamer als das spätere Neuverlegen. Je nach Belag gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen: Bei Bodenbelägen, die bahnen- oder plattenweise verlegt sind – Teppich, Linoleum, PVC oder Kork – ist meist mit viel Kleber zu rechnen, in besonderen Glücksfällen nur mit Klebeband. Vollflächig verklebte Böden bekommt man mit einem sogenannten Stripper ab (siehe unten).

Bei großflächigen, harten Kleberresten kann eine Estrichfräse oder ein Handschleifer zum Einsatz kommen. Bei weichen, gummiartigen Klebern setzt das Schleifmaterial schnell zu – hier hilft nur mühsames Abkratzen mit einem Schaber.

Vorsicht Asbest

Bei Renovierungen von Häusern der Baujahre bis 1995 ist in Fliesen- oder Bodenklebern oft Asbest enthalten. Diese Gefahr besteht auch bei Hart-PVCEs Belägen (sogenannten „Floor-Flex“-Platten) oder bei den aufgeschäumten „Cushion-Vinyl“-Belägen (oft erkennbar an dem eingeprägten Fliesenmuster). Werden diese Beläge entfernt, setzen sie krebserregende Asbestfasern frei. Wenn man sie an Ort und Stelle belässt, nicht verletzt und gut abdichtet, kann man den neuen Boden darüber verlegen. Ansonsten muss sich eine Fachfirma um die Entfernung und Entsorgung kümmern.

Alte Bodenbeläge entfernen − so geht's

Es kann ziemlich mühsam sein, alte Bodenbeläge los zu werden. Doch keine Angst: Es gibt Hilfsmittel – von mechanisch bis chemisch.
Maschinenverleiher sind deutschlandweit zu finden, lassen Sie sich die Handhabung der Geräte aber genau erklären.

Foto: Living Art

Holzboden
Alte Dielen wollen viele Eigenheimbesitzer aufarbeiten und erhalten. Beim Schleifen sind mehrere Arbeitsgänge mit Schleifbändern unterschiedlicher Körnung zu empfehlen (von 40 über 80 zu 100 oder 120). Das beste Ergebnis wird erzielt, wenn man bei jedem Arbeitsgang die Richtung wechselt, erst 90 Grad zur Diele, dann 45 Grad. Am Ende jeder Bahn den Schleifblock sofort anheben. Gehörschutz nicht vergessen.

Foto: Boels

Teppichboden
Ein sogenannter Stripper trennt mit einem scharfem Messer den Teppich vom Unterboden. Bei Holzuntergründen die Klinge andersherum einsetzen lassen! Sonst schneidet sie ins Holz.

Foto: Finalit

Fliesenboden
Oft verbergen sich unter abgetretenen PVC- oder Teppichbelägen schöne historische Fliesen. Für die Entfernung von ganzflächig verteiltem Kleber und anderen Verschmutzungen gibt es wirkungsvolle Abbeizer, die den keramischen Bodenbelag nicht angreifen. Bei Marmor, Kalkstein und Beton erst einmal an einer unauffälligen Stelle die Verträglichkeit testen!

Neuen Boden aufbauen − so geht's

Nicht nur der Bodenbelag, der gesamte Bodenaufbau muss neu gemacht werden? Auch das können versierte Heimwerker selbst übernehmen.

Ein typischer Bodenaufbau geht von der Rohdecke über die Dämmung, den Estrich bis zum eigentlichen Bodenbelag. Mehr zum Aufbau eines wärme- und trittschallgedämmten Fußbodens und die richtige Sanierung »

Standard ist eine Konstruktion aus Estrich mit Trittschalldämmung. Eine Ausgleichsschüttung kann zudem unebene oder schiefe Decken bis ca. 2,5 Zentimeter Höhenunterschied ausgleichen. Die einfachste Variante für Selbermacher ist ein Trockenestrich. Hierfür werden zum Beispiel OSB-, Holzfaser- oder Gipsfaserplatten verwendet, die auch mit bereits integrierter Trittschalldämmung erhältlich sind.

Eine Alternative, auch für größere Höhenunterschiede, ist Fließestrich aus Gips oder Zement, der aber ein paar Tage austrocknen muss. Auf diese Konstruktion können Sie dann einen neuen, wohnlichen Bodenbelag verlegen – Teppich, Parkett oder Laminat, was immer Ihnen gefällt.

Massive Decken und Holzbalkendecken sind die beiden gängigsten Deckenkonstruktionen. Hier zwei Beispiele, wie ein fachgerechter Bodenaufbau auf diesen Untergründen aussehen kann.

Bodenaufbau über einer massiven Decke
➀ Massivdecke
➁ Trennlage oder Abdichtung
➂ Wärmedämmung, z. B. EPS DEO, 30 mm
➃ Evtl. Rohrleitungen für Fußbodenhei-
zung, Zwischenraum mit Mineralwolle
ausgefüllt
➄ Trockenestrich, z. B. Gipsfaserplatte

Bodenaufbau auf Holzbalkendecke
➀ Holzbalkendecke mit unebenem
Dielenboden
➁ Trennlage oder Abdichtung
➂ Ausgleichsschüttung
➃ Abdeckplatte
➄ Trockenestrich-Verbundelemente
(Gipsfaser plus Holzfaser)

Zeichnungen: Dietmar Lochner

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