Frischluft-Automatik

Video: Lüftung, Heizung, Wärmerückgewinnung

In gut gedämmten Neubauten gehören sie fast schon zur Standard-Ausstattung: Anlagen zur automatischen Wohnungslüftung. Sie sorgen für den Abtransport verbrauchter Luft und nutzen die darin enthaltene Wärme zum Vorheizen der Frischluft. Im Video sehen Sie, wie eine solche Anlage arbeitet. Und dass sie die herkömmliche Heizung sogar komplett ersetzen kann.

 

Bauherr Stefan Salvasohn hat sein sehr gut gedämmtes Einfamilienhaus – ein Holz-Fertighaus – 2015 gebaut. Im Videofilm erzählt er, dass er eine Anlage zur kontrollierten Wohnungslüftung eingebaut hat – um den notwendigen Luftaustausch zu gewährleisten und um dabei Energie zu sparen. Denn der Wärmetauscher, der in das zentrale Modul der Anlage eingebaut ist, entzieht der warmen, verbrauchten Luft im Winter bis zu 85 Prozent der enthaltenen Wärmeenergie.

 

Diese Wärmeenergie wird auf die von draußen einströmende Frischluft übertragen, natürlich ohne Vermischung von verbrauchter und frischer Luft. Seine Heizkostenrechnung fällt dadurch deutlich niedriger aus. Insbesondere in den Übergangszeiten in Frühjahr und Herbst kann die herkömmliche Heizung sehr häufig abgeschaltet werden.

Von der Zusatzheizung zur Alleinheizung

Ist die Lüftungsanlage nicht nur mit einem Wärmetauscher, sondern mit einem aktiven Wärmeerzeuger gekoppelt, dann kann sie die Heizung sogar komplett ersetzen. Dafür werden insbesondere kleine Wärmepumpen eingesetzt, die auch für die Warmwasserbereitung für Bad und Dusche sorgen. Damit kann der Bauherr auf die Installation einer Gas- oder Holzheizung sowie auf den Einbau von Heizkörpern oder einer Fußbodenheizung verzichten. Die vorgeheizte Zuluft strömt in der gewünschten Temperatur in die Räume und beheizt sie.

Gut gefiltert

Stefan Salvasohn nutzt die Lüftungsanlage nur als Zusatzheizung. Dafür setzt er als Allergiker auf einen anderen Aspekt: Er hat seine Anlage mit einem Pollenfilter ausgestattet und bleibt in seinen vier Wänden dadurch im Frühjahr von der Pollenbelastung verschont. Alle zwei Monate wechselt er den Filter seiner Lüftungsanlage. Obwohl er auf dem Land lebt und nicht in einer stark mit Feinstaub belasteten Stadt, staunt er immer wieder, wie viele Staubemissionen sich in den Filtermatten festsetzen. All das würde ohne die Lüftungsanlage durch die Fenster ungefiltert in die Räume gelangen.

Was kostet eine Lüftungsanlage?

Im Neubau rechnet man für die Installation einer zentralen Lüftungsanlage inklusive aller Rohre, dem zentralen Abluftschacht und den Überströmöffnungen in den Innenräumen mit Kosten von 5.000 bis 8.000 Euro. Schwieriger zu kalkulieren ist die Nachrüstung im Altbau, zu unterschiedlich sind die Bedingungen im Einzelfall. Meist werden die Lüftungskanäle unter einer abgehängten Decke angebracht, hierfür stehen spezielle flache „Sanierungs-Rohre“ zur Verfügung. Ist der Installationsaufwand zu groß, sind für Nachrüstungen dezentrale Lüftungsanlagen eine Alternative. Sie werden raumweise in die Außenwand eingebaut, besitzen ebenfalls eine Wärmerückgewinnung und kosten je Einzelgerät zwischen 800 und 1.200 Euro.

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