Keller abdichten: Sanierungsmethoden im Überblick

Keller abdichten im Altbau mit dem Injektionsverfahren

Keller feucht − was tun?

Foto: iStock/reidecki

Haben Sie feuchte Kellerwände? Dann sollten Sie schleunigst etwas unternehmen, denn feuchtes Raumklima ist der ideale Nährböden für gesundheitsschädlichen Schimmel. Die Ursache für feuchte Kellerwände ist in der Regel eine schadhafte oder fehlende Abdichtung der Außenwände. Hier erfahren Sie, mit welchen Methoden Sie undichte Kellerwände sanieren können.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Schimmel beseitigen
  2. Woher kommt die Feuchtigkeit im Keller?
  3. Kellerabdichtung mit dem Injektionsverfahren
  4. Kellerabdichtung mit eingeschobenen Edelstahlblechen oder Sperrfolien
  5. Kellerwände seitlich abdichten: Die Vertikalsperre
  6. Alternativ: Kellerwände mit Dichtschlämmen von innen abdichten

Was tun gegen Schimmel im Keller?

Nasse Keller müssen schnell und sorgfältig getrocknet und die Ursache für die Feuchtigkeit beseitigt werden, denn Schimmel schadet nicht nur Ihrer Gesundheit, sondern schädigt auch die Bausubstanz.

Wenn sich Schimmel im Keller breit macht, ist deshalb schnelles Handeln gefragt: Als Sofortmaßnahme sollten Sie alle Bauteile, die vom Schimmel betroffen sind, aus dem Keller rausschaffen und den Keller trockenlegen. Das geht am schnellsten mit einem Luftentfeuchter.

Keller sanieren und abdichten: Schimmel an Kellerwänden verhindern
Das Bild zeigt einen typischen Befall mit Schwärzepilzen und Schimmel. Ursache ist die kalte, nicht gedämmte Außenwand.
Foto: VPB/Institut peridomus

Schimmel an den Wänden?
Hat sich Schimmel an den Wänden breit gemacht, muss der Putz komplett abgeschlagen und die Oberfläche neu aufgebaut werden. Einfach nur drüber streichen, reicht nicht.

Schimmel auf dem Boden?
Ist der Schimmelschaden noch nicht ganz gravierend, reicht das Trocknen des Estrichs und der anschließende Einbau eines diffusionsoffenen Estrichfugensystems, um Schimmelpilze aus dem Unterboden zurückzuhalten.

Hat sich der Schimmel allerdings noch bis unter den Estrich ausgebreitet, hilft nur die harte Methode: Der vom Schimmel befallende Fußboden muss mitsamt Estrich und Fußbodendämmung abgetragen und neu aufgebaut werden.

Vorsicht bei Schimmelsanierungen Marke Eigenbau. Hier kann viel falsch gemacht oder sogar verschlimmert werden. Wird etwa ein Trockner mit Gebläse angeworfen, verteilen sich beispielsweise die Schadstoffe und Schimmelsporen schnell im ganzen Haus.

Wie viel Feuchtigkeit im Keller ist normal?

Eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 65 Prozent ist okay, alles darüber hinaus begünstigt Schimmel. Mit einem Hygrometer können Sie die Luftfeuchtigkeit im Keller überprüfen. Die Feuchtigkeit Ihrer Kellerwände können Sie mit einem speziellen Feuchtigkeitsmessgerät überprüfen. Ab 80 Prozent sind die Kellerwände zu feucht.

Woher kommt die Feuchtigkeit im Keller?

Bausachverständiger misst Feuchtigkeit im Keller mit einem Feuchtigkeitsmessgerät
Rund zwei bis drei Wochen veranschlagen Sachverständige für eine aufwändige Schimmelsanierung. Die Kosten liegen bei rund 6.000 Euro.
Foto: Verband Privater Bauherren (VPB)

Laut dem Verband Privater Bauherren sind die Ursachen für feuchte Kellerwände vor allem schadhafte Isolierungen, steigendes Grundwasser und Rohrbrüche. Im ersten Schritt sollten Sie daher klären, woher die Feuchtigkeit eindringt.

Wie feucht Ihre Wände sind, können Sie mit einem Feuchtigkeitsmessgerät überprüfen. Bei 80 bis 100 Prozent Feuchtigkeitsgehalt sollten Sie die Ursachen des Schimmels unbedingt gezielt bekämpfen, denn häufig ist in diesen Fällen die Kellerabdichtung undicht oder gar nicht vorhanden.

Prüfen Sie, woher die Feuchtigkeit kommt

Kommt sie von unten und kriecht von dort aus die Wände hoch? In diesem Fall ist die horizontale Abdichtung des Fundaments defekt.
Oder schlägt die Feuchte von den Seiten durch die Kellerwände? Dann muss die vertikale Abdichtung der Außenwände erneuert werden.

Um die richtige Ursache der Feuchtschäden festzustellen, sollten Sie am besten einen Bausachverständigen zu Rate ziehen. Denn feuchte Kellerwände können auch andere Ursachen haben, etwa beschädigte Rohre oder Leitungen. Der Bausachverständige kann mittels einer Feuchtigkeitsmessung auch feststellen, ob die vertikale oder horizontale Abdichtung defekt ist. muss die vertikale Abdichtung der Außenwände erneuert werden.

Keller abdichten durch Erneuerung der Horizontalsperre

Kellerabdichtung mit dem Injektionsverfahren
Einfach und effektiv: Die Mauerwerksinjektion wird einfach in ein Bohrloch injiziert und dichtet es gegen eindringende Feuchtigkeit von unten ab.
Foto: epr/BKM.Mannesmann

Bei vielen älteren Häusern fehlt die Horizontalsperre: So nennt sich die Abdichtung des Fundaments, die Bodenfeuchtigkeit am Aufsteigen hindert. Bei Neubauten kommen hier meistens Bitumenbahnen oder Sperrfolien zum Einsatz − bei Altbauten hingegen fehlen sie oft oder sind nicht mehr dicht. Das führt das dazu, dass Feuchtigkeit über Kapillare im Mauerwerk aufsteigt.

Wenn das auch bei Ihnen der Fall ist, gibt es im Wesentlichen zwei Methoden der Kellersanierung: Bei der ersten Methode werden Edelstahlbleche in das Mauerwerk gerammt, bei der zweiten Methode wird Epoxidharz oder Zement ins Mauerwerk gespritzt. Wir erklären, worin sich die beiden Systeme unterscheiden.

Kellersanierung vorher − nachher: Die in das Mauerwerk eingedrungene Feuchtigkeit ist deutlich an der Flecken- und Schimmelbildung zu erkennen. Nach der Abdichtung Ist der Keller wieder bewohnbar.

Den Keller als Wohnraum nutzen: So geht's!

Wer das Untergeschoss zum Wohnkeller ausbauen möchte, findet in unserem Artikel Schritt für Schritt zum Wohnkeller » alle wichtigen Punkte im Überblick. So schaffen Sie neuen vollwertigen Wohnraum:

Kellerabdichtung mit dem Injektionsverfahren

Keller abdichten im Altbau mit dem Injektionsverfahren
Kellerwände abdichten mit dem Injektionsverfahren
Foto: iStock/reidecki

So geht's: Bei dieser weit verbreiteten Methode werden Injektionen aus Epoxydharz oder Zement ins Mauerwerk gespritzt, um das Aufsteigen von Feuchtigkeit zu verhindern. Dafür werden in zwei versetzten Reihen Bohrlöcher im Abstand von etwa 10 bis 12 cm gesetzt. In diese Bohrlöcher wird dann die Injektionslösung eingefüllt. Das Injektionsmittel versiegelt die Kapillaren und macht die unteren Lagen wasserabweisend. Voraussetzung dafür ist, dass das Mauerwerk zuvor gründlich getrocknet wird, denn wassergefüllte Kapillare können keine Injektionsflüssigkeit aufnehmen.

Kosten: rund 100 Euro pro Quadratmeter.

Bewertung: Hundertprozentig trocken wird eine Wand damit zwar in der Regel nicht, aber immerhin ist eine Verbesserung von 70 bis 80 Prozent möglich. Die Feuchtigkeitssperre hält dabei etwa 20 Jahre. Ein großes Plus der Methode ist, dass sie im Vergleich zu anderen Methoden recht preisgünstig ist und von geschickten Heimwerkern sogar selbst durchgeführt werden kann. Vorab sollte dann aber vom Experten überprüft werden, ob sich das eingesetzte Injektionsmittel mit dem Baumaterial verträgt.

Video: Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit: Injektionsverfahren

Kellerabdichtung mit eingeschobenen Edelstahlblechen oder Sperrfolien

So geht's: Bei dieser Methode wird das Mauerwerk, in der Regel zwischen der ersten und zweiten Steinreihe, aufgeschlitzt (Mauersägeverfahren). In die entstandene Lagerfuge werden Edelstahlbleche oder robuste Folien eingeschoben. Sie dienen als Sperrschicht, um die die aufsteigende Feuchtigkeit nach oben stoppen. Diese Arbeiten werden von innen ausgeführt.

Eine preisgünstigere und statisch sicherere Variante ist das Chromstahlblechverfahren. Hier entfällt das Aufschlitzen der Lagerfuge, die Bleche werden direkt ins Mauerwerk gerammt.

Kosten: rund 200−250 Euro pro laufenden Meter beim Mauersägeverfahren, rund 70 Euro pro Laufmeter beim Chromstahlblechverfahren

Bewertung: Die Methode ist zwar zeitaufwändiger und teurer als die Injektionsmethode, aber dafür sehr effektiv. Die Abdichtung ist komplett dicht und hält bis zu 50 Jahre. Lassen Sie einen solche Kellerabdichtung nur von Profis durchführen, denn bei nicht fachgerechter Ausführung kann es (aufgrund der großen Aufgriffe in die Statik des Hauses) passieren, dass die Wand reißt oder womöglich aus Versehen Kabel durchtrennt werden.

Video: Mauertrockenlegung durch nachträgliche Horizontalsperre

Kellerwände seitlich abdichten: Die Vertikalsperre

Keller sanieren und abdichten: Dazu wird das Erdreich nachträglich aufgegraben, um die fehlende Abdichtung aufzubringen
Um die Abdichtung und Isolierung der Kellerwände anzubringen, muss die Hauswand ringsum aufgegraben werden.
Foto: VPB (Verband Privater Bauherren)

Wenn die Feuchtigkeit in Ihrem Keller nicht von unten nach oben die Wände hochzieht, sondern seitlich durch die Kellerwände schlägt, handelt es sich meist um großflächige Feuchteschäden. Die Ursache sind hier in der Regel defekte Schutzanstriche.

Während moderne Keller in der Regel als wasserdicht Weiße Wanne ausgeführt werden, wurden die Außenwände älterer Häuser häufig noch mit Bitumen abdichtet. Alte Bitumenanstriche zersetzen sich allerdings nach 30 bis 40 Jahren und müssen erneuert werden Wenn das bei Ihnen der Fall ist, sollten Sie einen Bausachverständigen kontaktieren, um die Ursache des Problems zu identifizieren und daraus die richtigen Maßnahmen abzuleiten. Stellen Sie sich in jedem Fall auf ein größeres Bauvorhaben ein.

So geht's: Das Haus muss ringsum aufgegraben und neu abgedichtet werden. Die Kellermauern müssen bis auf die Sohle der Außenmauern aufgegraben werden. Das hat zur Folge, dass auch Terrassen, Wege und Treppen außen entfernt und später wieder gelegt werden müssen.

Sobald die Kellermauern freigelegt sind, werden die Kellermauern heute mit Bitumen (kurz KMB) beschichtet. Darüber kommt eine Schicht Unterputz sowie eine Noppenbahn aus Kunststoff, die gegen mechanische Beschädigungen schützt.

Ist Ihr Haus schon älter, sollten Sie die günstige Gelegenheit nutzen, und gleich auch eine Perimeterdämmung als Wärmedämmung für die Kellerwände einbauen.

Kosten: ab 15.000 Euro

Bewertung: Diese Methode hört sich aufwändig an − und das ist sie auch. Dennoch ist sie der technisch beste Weg, die Außenwände fachgerecht abzudichten.

Video: Kellerabdichtung mit der Vertikalsperre

Weiße oder schwarze Wanne?

Wer einen Keller baut, hat die Wahl zwischen schwarzer oder weißer Wanne. Wir erklären, welche Kellerabdichtung die richtige für Ihr Haus ist. Kellerabdichtung: Weiße oder schwarze Wanne? »

Alternativ: Kellerwände mit Dichtschlämmen von innen abdichten

Nur wenn die Abdichtung der Kellerwände von außen nicht möglich ist, sollte die Abdichtung von innen erwogen werden. Das kann beispielweise der Fall sein bei direkt angrenzenden Häusern (Aufgraben nicht möglich), bei denkmalgeschützten Häusern (Schutz der Fassade) oder wenn der Garten ums Haus keinesfalls aufgegraben werden soll. In diesem Fall ist auch die Abdichtung von innen möglich.

So geht's: Zunächst müssen die innenliegenden Kellerwände komplett von Putz und anderen Wandbeschichtungen befreit werden. Anschließend werden die freiliegenden Kellerwände von innen mit Dichtschlämmen bestrichen. Zum Schluss werden die Wände wieder verspachtelt und Sanierputz aufgetragen.

Kosten: Die Abdichtung von innen ist ebenso aufwändig wie die Abdichtung von außen, aber preisgünstiger, weil hier die notwendigen Grabungs- und Erdarbeiten entfallen.

Bewertung: Die Abdichtung der Abdichtung von innen sorgt zwar auch dafür, dass zwar die Räume innen trocken bleiben. Allerdings hat diese Methode den Nachteil, dass die Außenwände immer noch durchfeuchtet werden − dadurch nimmt die Wärmedämmung ab und die Bausubstanz leidet. In der Sanierungsphase kann der Keller außerdem nicht genutzt werden und auch nach der Sanierung ist man in der Wandgestaltung der Kellerräume deutlich eingeschränkt, denn um die Abdichtung nicht zu beschädigen, dürfen Sie nicht in die Wände bohren.

Kellerabdichtung von innen - ein Sanierungsbeispiel

Fazit: Keller abdichten − welche Sanierungsmethode ist die richtige?

  • Kriecht die Feuchtigkeit von unten nach oben? → Dann brauchen Sie eine Horizontalsperre. Sie können die Kellerwände mit dem Injektionsverfahren abdichten oder mittels eingeschobener Edelstahlbleche oder Sperrfolien. Empfehlenswert ist besonders das Chromstahlblechverfahren, da preisgünstig, statisch sicher und effektiv.
  • Setzt sich die Feuchtigkeit großflächig auf der gesamten Wand ab? → Dann brauchen Sie eine Vertikalsperre. In diesem Fall muss die Kelleraußenwand komplett freigelegt und neu abgedichtet werden, in der Regel mit Bitumen und davorliegenden Noppenbahnen aus Kunststoff.

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