Keller als Wohnraum nutzen: In 6 Schritten zum Wohnkeller

Wohnen und wohlfühlen im Keller

Foto: Knecht Fertigteilkeller

Wer seinen Keller als Wohnraum nutzen möchte, sollte ihn gut dämmen, mit viel Tageslicht versorgen und auch die Raumhöhe sollte Wohnansprüchen genügen. Bei vermieteten Einliegerwohnungen kommen baurechtliche Aspekte hinzu.

Wir geben Tipps zur Planung und Einrichtung eines Wohnkellers. Denn dieser sollte bestimmte Bedingungen erfüllen, damit hier ein gemütlicher Wohnraum entstehen kann.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Wohnkeller müssen gedämmt und beheizt werden
  2. Bringen Sie Licht ins Untergeschoss
  3. Großer Wohnbereich statt kleine Zimmerchen
  4. Raumhöhe von mindestens 2,40 Meter
  5. Achten Sie auf eine helle und luftige Möblierung
  6. Den Keller als Einliegerwohnung nutzen

1. Wohnkeller müssen gedämmt und beheizt werden

Wohnraum als Keller nutzen: Schlafzimmer im Keller
Feuchte Wände? Keine Sorge, es gibt spezielle Produktsysteme für wohngesunde Keller, mit denen Sie gegensteuern können.
Foto: epr/Remmers/Andersen Ross

Wie möchten Sie Ihren Keller nutzen? Soll es nur ein frostfreies Kartoffel- und Weinlager sein, spricht man vom unbeheizten und nicht zusätzlich gedämmten Nutzkeller – auch kalter Keller genannt.

Sollen hingegen Tischtennisplatte, Hometrainer oder Partyraum Platz finden, ist ein wärmegedämmter, kurz: warmer Keller gefragt.

Die nachträgliche Dämmung der Kellerdecke ist eine der schnellsten und preisgünstigsten Energiespar-Maßnahmen. Und das Beste ist: Sie können es sogar ganz einfach selber machen. Wir zeigen, wie's geht: Kellerdecke dämmen »

Möchten Sie Ihren Keller als Wohnraum nutzen, müssen zudem Heizkörper montiert sein, um die Räume zu erwärmen. Bauherren, die sich anfangs noch nicht ganz darüber im Klaren sind, wofür der Keller genutzt werden soll, sollten diese Heizkörper am besten gleich installieren lassen − eine relativ geringe Investition, die später alle Möglichkeiten offen lässt.

Wichtig: In diesem Fall zählt der Keller  zum beheizten Gebäudevolumen und fällt damit unter die Energieeinsparverordnung (EnEV) mit ihren Dämmvorschriften.

2. Bringen Sie Licht ins Untergeschoss

Wohnkeller: So gelangt Tageslicht ins Untergeschoss
Eine Böschung mit Gabionen sorgt dafür, dass mehr Tageslicht ins Untergeschoss gelangt.
Foto: Knecht Fertigteilkeller

Liegt der Keller komplett unter der Erde, kann Tageslicht nur über Schächte in die Kellerfenster fallen.

Es empfiehlt sich, zumindest eine Seite – möglichst die Sonnenseite – von außen „freizulegen“. Eine kleine Gartenböschung schafft Platz für ein Wohnraumfenster, eventuell Zugang zu einer kleinen Terrasse oder einen direkten Eingang.

Häuser in Hanglage bieten hier natürliche Vorteile: Das Untergeschoss ragt auf der Talseite mehr oder weniger weit über die Erdoberfläche und bietet so eine ganz natürliche helle Front.

Achten Sie bei der Bepflanzung des Bereichs vor den Fenstern auf nicht zu hoch wachsende Sträucher. Sonst sind die mühsam eingerichteten Tageslicht-Vorteile in wenigen Jahren wieder passé.

3. Großer Wohnbereich statt kleine Zimmerchen

Die Grundrissplanung des Untergeschosses sollte darauf ausgelegt sein, das Tageslicht möglichst weit in die dunklen, vom Erdboden umgebenen Bereiche des Wohnkellers zu leiten. Dies spricht für einen größeren zentralen Wohnbereich und gegen kleine, abgeschlossene Räume.

Keller werden aber zunächst meist mit kleinen Räumen geplant: Einzelne Stau-, Nutz- und Hobbyräume sollen voneinander getrennt bleiben, nicht zuletzt um mehr Wandflächen für Regale und Schränke zu schaffen. Beim nachträglichen Ausbau zum Wohnbereich stellt eine derart klein gekammerte Aufteilung oft ein Hindernis dar.

Keller als Wohnraum nutzen: Wohnkeller mit Sauna und Fitnessband
Ob Wein- oder Partykeller, Atelier oder Fitnessstudio: Umgesetzt wird, was zur aktuellen Lebenssituation passt.
Foto: epr/BetonBild

4. Raumhöhe von mindestens 2,40 Meter

Keller als Wohnraum nutzen: Tischkicker im Keller
Zum Lachen in den Keller gehen? Wieso nicht! Bei einer Runde Tischkicker kommt garantiert gute Laune auf.
Foto: epr/BetonBild

Bei der Raumhöhe spielt nicht nur das subjektive Wohlbefinden eine Rolle, sondern auch baurechtliche Vorschriften. 2,30 Meter gelten als Untergrenze.

Doch wenn Sie von Anfang an beabsichtigen, den Keller später als Wohnraum zu nutzen, empfehlen sich dieselben Raumhöhen wie in den darüber liegenden Wohnetagen, also 2,40 bis 2,50 Meter. Beim Neubau entspricht das einer Rohbauhöhe von etwa 2,65 Meter, denn Boden- und Deckenaufbau müssen Sie noch abziehen.

5. Achten Sie auf eine helle und luftige Möblierung

Hanglage des Hauses für einen Wohnkeller nutzen
Bei diesem Wohnkeller wurde die Hanglage des Hauses optimal ausgenutzt.
Foto: Knecht Fertigteilkeller

Achten Sie beim Innenausbau und bei der Möblierung Ihres Wohnkellers auf helle und warme Materialien, insbesondere um dunklere Bereiche aufzuwerten und auch ins Untergeschoss Wohlfühlatmosphäre einziehen zu lassen:

  • Helle Farben an den Wänden und vor allem an der Decke
  • Lichte und luftige Möbel oder Raumteiler
  • Helles Holz und viel Glas
  • Zudem können Teppiche zu mehr (gefühlter) Bodenwärme beitragen.

Praktische Tipps, wie Sie dunkle Räume aufhellen können, gibt Einrichtungsexperte Steven Schneider. Besonders wichtig: eine clevere Ausleuchtung sowie eine durchdachte Einrichtung der Wohnung. »So bringen Sie mehr Helligkeit in Ihre Wohnung

6. Den Keller als Einliegerwohnung nutzen

Clevere Bauherren behalten sich auch die Option offen, den Wohnkeller als Einliegerwohnung zu vermieten. Besonders im Alter, wenn die Kinder nicht mehr im Elternhaus wohnen, ist dies eine hervorragende Möglichkeit, das monatliche Einkommen aufzubessern.

Wenn Sie den Einbau einer Einliegerwohnung planen, ist es umso wichtiger, sich frühzeitig über die baulichen Pflichten zu informieren.

  • Erkundigen Sie sich nach den Vorschriften, die die jeweilige Landesbauordnung in Ihrem Bundesland macht.
  • Darüber hinaus gilt für Einliegerwohnungen auch das Baurecht des Bundes. Es legt fest, dass eine Einliegerwohnung – egal in welchem Stockwerk sie liegt – eine geschlossene Einheit mit eigener Erschließung und eigenem Zugang sein muss.
  • Außerdem muss neben diesem Zugang ein weiterer Fluchtweg bereit stehen. Das kann im Wohnkeller ein Zugang zur kleinen Terrasse sein oder auch ein ausreichend großes Fenster, das den Bestimmungen für Fluchtwege genügt.
  • Ist die Möglichkeit gegeben, ein kleines Duschbad einzubauen? Dieses kann später zum vollwertigen Badezimmer aufgewertet werden.

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