Heizen

Heiztechnik Wärmepumpe - Energie aus Sonne und Erde

Wie sie funktioniert und wann sie sich lohnt

Foto: Viessmann Werke

Wärmepumpen nutzen Sonnenenergie, die in Luft, Wasser und Erdreich gespeichert ist. Sie steht in nahezu unbegrenztem Maße zur Verfügung und kann bereits heute effizient genutzt werden. Für Bauherren, die vor der Neuanschaffung oder Modernisierung ihrer Heizungsanlage stehen, lohnt sich ein Blick auf diese zukunftsweisende Technologie.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Heizen mit Wärmepumpe – so funktioniert‘s
  2. Wann lohnt sich eine Wärmepumpe?
  3. So messen Sie den Energieverbrauch
  4. Bürokratie und Kosten
  5. Weitere Informationen und Fachbetriebe

Heizen mit Wärmepumpe — so funktioniert‘s

Erde, Luft oder Grundwasser wird Wärme entzogen. Diese wird in der Wärmepumpe durch Verdichtung und Entspannung auf mindestens 45 Grad gebracht und kann so zum Heizen genutzt werden. Der Kreislauf benötigt Strom als Antriebsenergie. Für Wärmepumpen gilt ein reduzierter Stromtarif, sie benötigen deshalb einen separaten Stromzähler.

Das elektrisch betriebene System besteht aus Wärmepumpe, Verdampfer, Kompressor, Kondensator und Entspannungsventil. Es handelt sich also nicht um einen Verbrennungsprozess wie bei Öl- und Gaskesseln, sondern um einen thermodynamischen.

Wann lohnt sich eine Wärmepumpe?

Je größer der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle, also Luft, Wasser oder Erdreich, und der Vorlauftemperatur des Heizungswassers ist, desto mehr Strom braucht die Wärmepumpe als Antriebsenergie.

Ökologisch und ökonomisch sinnvoll sind daher Wärmequellen, die ganzjährig möglichst hohe, konstante Temperaturen aufweisen. Und das sind Grundwasser und Erdwärme aus Sonden. Andersherum betrachtet sind Wärmeverteilsysteme mit niedrigen Vorlauftemperaturen besonders effizient, beispielsweise Fußboden- oder Wandflächenheizungen.

Unter diesen Voraussetzungen und bei gut gedämmten Gebäuden ist das Heizen mit einer Wärmepumpe oft deutlich billiger als das Heizen mit fossilen Energieträgern.

Auch der Austausch eines alten Heizkessels mit 55 Grad Celsius Vorlauftemperatur kann sich rechnen. Es empfiehlt sich dann allerdings, den Energiebedarf durch entsprechende Dämmmaßnahmen am Gebäude zu senken oder die Heizkörper zu vergrößern.

So messen Sie den Energieverbrauch

Das Mengenverhältnis zwischen eingesetztem Strom und gewonnener Energie entscheidet über Wohl und Wehe der Wärmepumpe. Jahresarbeitszahl (JAZ) und Leistungszahl beschreiben das Verhältnis von Stromeinsatz und Nutzenergie. 4,0 bei Erd- und Grundwasser sowie 3,5 bei Luft-Wärmepumpen gelten als Mindestmaß für den effizienten Betrieb. Das heißt, aus einer Einheit Strom wird das 4- bzw. 3,5-fache an Nutzenergie gewonnen.

Bürokratie und Kosten

Gemäß Wasserhaushaltsgesetz und den Landesvorschriften muss für Erdsonden- (ca. 7.000 Euro) und für Grundwasserbohrungen (bis 10 m Tiefe ca. 7.500 Euro) die Zustimmung der Behörde vorliegen. Je nach Bundesland und Untergrund ist eventuell ein Genehmigungsverfahren nötig. Für Erdwärme-Flächenkollektoren (ca. 4.000 Euro) genügt in der Regel die Anzeige bei der Behörde.

Die Kosten der Wärmepumpe selbst betragen mit Speicher bei beiden Varianten ca. 8.500 Euro. Luft-Wärmepumpen sind genehmigungsfrei und kosten insgesamt rund 12.000 Euro (alle Richtpreise gelten für einen 120-m²-Neubau).

Weitere Informationen und Fachbetriebe

Beim Bundesverband WärmePumpe (BWP) e.V. finden Sie Infos zur Technik und Fachbetriebe in Ihrer Nähe:

www.waermepumpe.de »

Unsere Website setzt Cookies ein – durch die Nutzung der Website erklären Sie sich damit einverstanden. Hier finden Sie unsere Datenschutzerklärung

Einverstanden