Heizen

EU-Energielabel: Verschärfte Anforderungen für neue Heizungen ab 26. September 2019

Klimaschutz: Neue Skala beim EU-Energielabel

Foto: Intelligent heizenVdZ

Ab 26. September 2019 gilt für neue Heizkessel eine neue Skala beim EU-Energielabel: Die neue Effizienzklasse A+++ wird eingeführt, die Stufen E bis G entfallen. Wer eine neue Heizung kaufen möchte, sollte konventionelle Öl- und Gasgeräte mit niedriger Effizienz meiden und stattdessen gleich auf Heizungen mit A+ oder besser umsteigen.

Grafik: EU-Kommission

Das EU-Energielabel für neue Heizkessel gibt auf einer Skala von Grün bis Rot an, wie effizient die Geräte sind. In der Mitte des Labels steht die jeweilige Effizienzklasse. Ab 26. September 2019 wird die neue Effizienzklasse A+++ eingeführt, die Stufen E bis G entfallen.

Achtung, keine Information über Energiekosten!

Anders als bei Elektrogeräten gibt das EU-Energielabel für Heizungen keinen Aufschluss über die Betriebskosten, da diese von weiteren Faktoren wie dem verwendeten Energieträger und dem energetischen Zustand des Gebäudes abhängen.

Für welche Heizungen gilt das neue Label?

Das geänderte Etikett ist Pflicht für:

  • neue Heizgeräte und Warmwasserbereiter bis 70 Kilowatt Leistung
  • Warmwasserspeicher bis einschließlich 500 Liter Speichervolumen sowie Verbundanlagen mit Produktkombinationen (für sie galt das erweiterte Label bereits)
  • neue Einzelraumheizgeräte bis 50 Kilowatt Leistung, etwa Pelletöfen und andere Holzheizungen

Das neue EU-Energielabel gilt nicht für Altgeräte

Altgeräte im Heizungskeller benötigen das EU-Label nicht. Für sie gibt es seit dem Jahr 2016 eine vergleichbare deutsche Kennzeichnung.

Welche Effizienzklasse gilt für welche Heizung?

Die neue Effizienzklasse A+++ können nur neue Heizungen erreichen, die regenerative Energien sehr effizient nutzen. Als Richtwert sind die folgenden Einstufungen möglich:

  • Solarkollektoren als Ergänzung zur Wärmeerzeugung: A+++ bis A+
  • Holzheizungen: A+++ bis A+
  • Wärmepumpen: A+++ bis A+
  • KWK-Anlagen: A+++ bis B
  • Gasheizungen: A bis B
  • Ölheizungen mit Brennwerttechnik / Brennwertkessel: A bis B
  • Weniger effiziente Niedertemperaturgeräte, die die im Abgas enthaltene Energie nicht ausnutzen: C (Sie dürfen nur noch in bestimmten Mehrfamilienhäusern eingesetzt werden.)

Wer fossile Heizungen (Gas oder Öl) mit erneuerbaren Energien kombiniert, etwa mit einer thermischen Solaranlage oder einer Wärmepumpe, kann eine bessere Einstufung bekommen.

Geräte der Klasse D kommen in Deutschland bereits jetzt nicht mehr in den Handel; sie werden nur noch in manchen südeuropäischen Ländern mit niedrigem Heizenergiebedarf verkauft.

Baden-Württemberg: Beachten Sie außerdem das Erneuerbare-Wärme-Gesetz

Hausbesitzer in Baden-Württemberg müssen beim Austausch des Heizkessels zusätzlich das Erneuerbare-Wärme-Gesetz des Landes berücksichtigen. Neue Heizanlagen müssen hier mindestens zu 15 Prozent durch erneuerbare Energien unterstützt werden. Andernfalls müssen alternative Maßnahmen, beispielsweise bei der Dämmung, umgesetzt werden.

Warum wurde die bisherige Skala verschärft?

Das Label besteht schon seit September 2015. Ziel ist die Minderung des Treibhausgases CO2: Rund 80 Prozent der verbrauchten Energie in Privathaushalten gehen auf das Konto von Heizung und Warmwasserbereitung.

Mit dem neuen Label soll der Druck auf die Hersteller nun weiter erhöht werden, effizientere Heizungsanlagen in den Handel zu bringen. 2021 oder 2022 soll die nächste Verschärfung kommen, um die Effizienz im Heizungsbereich weiter zu steigern.

Worauf sollte ich beim Kauf einer neuen Heizung außerdem achten?

Unabhängige Gebäudeenergieberater machen erst nach einer Prüfung der Gebäudehülle und der Anlagentechnik Vorschläge zur passenden Heiztechnik. Sie beraten auch zu weiteren sinnvollen Sanierungsschritten und informieren zu Fördergeldern.
Foto: Intelligent heizenVdZ

Der Energieverbrauch einer Heizung hängt nicht nur von der Energieeffizienz der Heizunganlage ab, sondern immer auch vom Energiestandard des Gebäudes.
So ermöglicht etwa eine gute Dämmung eine kleiner dimensionierte Heizungsanlage. Weitere Faktoren sind die Größe des Gebäudes, die Anzahl der Nutzer, die Verteilung der Heizwärme oder das individuelle Heizverhalten. Wer seine Heizung modernisieren möchte, sollte deshalb möglichst einen qualifizierten Energieberater hinzuziehen.

Weitere Informationen

Neutrale Informationen gibt es auch kostenfrei über

  • das Beratungstelefon von Zukunft Altbau: 08000 12 33 33
  • oder per E-Mail an beratungstelefon@zukunftaltbau.de.

Zukunft Altbau ist ein vom Umweltministerium gefördertes Informationsprogramm rund um die energetische Sanierung.

Alte Öfen müssen bis Ende 2020 ausgetauscht werden

Die Frist für eine saubere Energiewende läuft: Bis zum 31.12.2020 müssen Öfen, die vor dem 1. Januar 1995 in Betrieb genommen wurden, ausgetauscht oder nachgerüstet werden, um die Grenzwerte einzuhalten. Mehr Informationen

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