EU-Energielabel: Verschärfte Anforderungen für neue Heizungen

Bessere Orientierung beim Heizungskauf

Foto: Intelligent heizenVdZ

Für neue Heizkessel gilt eine neue Skala beim EU-Energielabel. Die neue Effizienzklasse A+++ wird eingeführt, die Stufen E bis G entfallen.

Wer eine neue Heizung kaufen möchte, sollte konventionelle Öl- und Gasgeräte mit niedriger Effizienz meiden und stattdessen gleich auf Heizungen mit A+ oder besser umsteigen. Schornsteinfeger statten alte Heizkessel sukzessive mit dem Energielabel aus. Es soll helfen, den Energieverbrauch des Wärmeerzeugers einzuschätzen.

Grafik: EU-Kommission

Das EU-Energielabel für neue Heizkessel gibt auf einer Skala von Grün bis Rot an, wie effizient die Geräte sind. In der Mitte des Labels steht die jeweilige Effizienzklasse. Ab 26. September 2019 wird die neue Effizienzklasse A+++ eingeführt, die Stufen E bis G entfallen.

Achtung, keine Information über Energiekosten!

Anders als bei Elektrogeräten gibt das EU-Energielabel für Heizungen keinen Aufschluss über die Betriebskosten, da diese von weiteren Faktoren wie dem verwendeten Energieträger und dem energetischen Zustand des Gebäudes abhängen.

Für welche Heizungen gilt das neue Label?

Das geänderte Etikett ist Pflicht für:

  • neue Heizgeräte und Warmwasserbereiter bis 70 Kilowatt Leistung
  • Warmwasserspeicher bis einschließlich 500 Liter Speichervolumen sowie Verbundanlagen mit Produktkombinationen (für sie galt das erweiterte Label bereits)
  • neue Einzelraumheizgeräte bis 50 Kilowatt Leistung, etwa Pelletöfen und andere Holzheizungen

Welche Effizienzklasse gilt für welche Heizung?

Die neue Effizienzklasse A+++ können nur neue Heizungen erreichen, die regenerative Energien sehr effizient nutzen. Wer fossile Heizungen (Gas oder Öl) mit erneuerbaren Energien kombiniert, etwa mit einer thermischen Solaranlage oder einer Wärmepumpe, kann eine bessere Einstufung bekommen.

Geräte der Klasse D kommen in Deutschland bereits jetzt nicht mehr in den Handel; sie werden nur noch in manchen südeuropäischen Ländern mit niedrigem Heizenergiebedarf verkauft.

Das Energielabel ist EU-weit Pflicht. Damit können Verbraucher auf den ersten Blick erkennen, wie sparsam oder verschwenderisch eine Heizungsanlage mit Energie umgeht.

EU-Label für neue Heizungen - Tabelle
Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Stand 02/19

Baden-Württemberg: Beachten Sie außerdem das Erneuerbare-Wärme-Gesetz

Hausbesitzer in Baden-Württemberg müssen beim Austausch des Heizkessels zusätzlich das Erneuerbare-Wärme-Gesetz des Landes berücksichtigen. Neue Heizanlagen müssen hier mindestens zu 15 Prozent durch erneuerbare Energien unterstützt werden. Andernfalls müssen alternative Maßnahmen, beispielsweise bei der Dämmung, umgesetzt werden.

Warum wurde die bisherige Skala verschärft?

Das Label besteht schon seit September 2015. Ziel ist die Minderung des Treibhausgases CO2: Rund 80 Prozent der verbrauchten Energie in Privathaushalten gehen auf das Konto von Heizung und Warmwasserbereitung.

Mit dem neuen Label soll der Druck auf die Hersteller nun weiter erhöht werden, effizientere Heizungsanlagen in den Handel zu bringen. 2021 oder 2022 soll die nächste Verschärfung kommen, um die Effizienz im Heizungsbereich weiter zu steigern.

Fazit: Was bringt das neue Label?

Unabhängige Gebäudeenergieberater machen erst nach einer Prüfung der Gebäudehülle und der Anlagentechnik Vorschläge zur passenden Heiztechnik. Sie beraten auch zu weiteren sinnvollen Sanierungsschritten und informieren zu Fördergeldern.
Foto: Intelligent heizenVdZ

Das neue Label bietet eine erste Orientierung − eine fundierte Energieberatung kann es jedoch nicht ersetzen. Denn während ein A+++Kühlschrank − egal wo er steht − weniger Energiekosten verursacht als ein A-Modell, ist die Energieeffizienz von Heizungen sehr viel schwieriger zu beurteilen.

"Mit dem Energielabel wird beispielsweise nicht bewertet, ob eine Heizung zum Gebäude passt und ob die Leistung des Kessels sinnvoll gewählt ist", kritisiert Hans Weinreuter, Energiereferent bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Denn: Ein Erdgas-Brenntwertkessel mit Solaranlage wird auf dem Energielabel immer mit A+ bewertet − auch wenn die Dachfläche des Hauses möglicherweise gar nicht für die Solarnutzung geeignet ist.

Nicht zuletzt hängt der Energieverbrauch einer Heizung immer auch vom Energiestandard des Gebäudes ab. So ermöglicht etwa eine gute Dämmung eine kleiner dimensionierte Heizungsanlage. Wer seine Heizung modernisieren möchte, sollte deshalb möglichst einen qualifizierten Energieberater hinzuziehen. Diese werden vom BAFA großzügig bezuschusst: Förderung für Energieberatung: Bis zu 80 Prozent Zuschuss sind möglich »

Weitere Informationen

Neutrale Informationen gibt es auch kostenfrei über

  • das Beratungstelefon von Zukunft Altbau: 08000 12 33 33
  • oder per E-Mail an beratungstelefon@zukunftaltbau.de.

Zukunft Altbau ist ein vom Umweltministerium gefördertes Informationsprogramm rund um die energetische Sanierung.

Alte Öfen müssen bis Ende 2020 ausgetauscht werden

Die Frist für eine saubere Energiewende läuft: Bis zum 31.12.2020 müssen Öfen, die vor dem 1. Januar 1995 in Betrieb genommen wurden, ausgetauscht oder nachgerüstet werden, um die Grenzwerte einzuhalten. Mehr Informationen

Unsere Website setzt Cookies ein – durch die Nutzung der Website erklären Sie sich damit einverstanden. Hier finden Sie unsere Datenschutzerklärung

Einverstanden