Erneuerbare Energien auf Platz 1 bei Neubauheizungen

Neubau erneuerbare Energien

Auch bei der Stromerzeugung holt Ökostrom auf

Foto: Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF)

Die Energiewende macht sich bemerkbar: Erneuerbare Energien lösen zunehmend die konventionellen Energieträger ab. Bei der Beheizung neuer Wohngebäude lagen erneuerbare Energien im Jahr 2018 auf Platz 1 und auch bei der gesamtdeutschen Stromerzeugung holen sie auf. Gleich zwei Erneuerbare-Energien-Spitzenwerte-Rekorde veröffentlichte im Juni 2019 das Statistische Bundesamt.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Bei der Beheizung neuer Wohngebäude liegen erneuerbare Energien 2018 erstmals auf Platz 1
  2. Im ersten Halbjahr 2019 deckten erneuerbare Energien erstmals 44% des Stromverbrauchs in Deutschland ab

1. Bei der Beheizung neuer Wohngebäude liegen erneuerbare Energien 2018 erstmals auf Platz 1

Primäre Energiequellen für Heizungswärme bei Wohngebäuden, die im Jahr 2018 neu errichtet wurden
Primäre Energiequellen für Heizungswärme bei Wohngebäuden, die im Jahr 2018 neu errichtet wurden
J.Fink Verlag (Grafik), Statistisches Bundesamt, 6.6.19 (Qelle)

Laut Statistischem Bundesamt kommt die Heizungswärme bei zwei Dritteln (66,6%) der im Jahr 2018 neu errichteten Wohngebäude aus erneuerbaren Energien. Die Bedeutung von Gas nimmt demgegenüber als Energieträger ab.

In fast der Hälfte (47,2%) der insgesamt 107.200 neuen Wohngebäude waren erneuerbare Energien die primäre, also die überwiegend eingesetzte Energiequelle.

Damit haben die erneuerbaren Energien erstmals Gas von Platz 1 bei den primären Energiequellen für das Heizen verdrängt. Gas wurde 2018 nur noch in 43% der Wohnungsneubauten als primäre Energiequelle eingesetzt (zum Vergleich Anteil Gas 2017: 47,4%, Erneuerbaren Energien: 43,3%). Die übrigen Energiequellen (unter anderem Fernwärme, Öl und Strom) erreichten 2018 zusammen 9,8% (2017: 9,3%).

Welche erneuerbaren Energien werden am häufigsten zur Beheizung von Wohngebäuden eingesetzt?

Spitzenreiter bei den Wohngebäuden, die primär mit erneuerbaren Energien beheizt werden, sind Umweltthermieanlagen (71,1%), die Wärme aus der Luft oder dem Wasser entziehen (Luft/Wasser-Wärmepumpen). Geothermieanlagen kommen in 16,1 % der Wohnungsneubauten zum Einsatz.

Werden erneuerbare Energien als sekundäre Energiequelle eingesetzt, sind Solarthermie (15,1%) und Holz (14,7%) am beliebtesten.

Zu den erneuerbaren Energien zählen Geothermie, Umweltthermie, Solarthermie, Holz, Biogas/Biomethan sowie sonstige Biomasse. Zu den konventionellen Energien zählen Öl, Gas und Strom. Fernwärme stellt eine weitere Energiequelle dar.

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2. Im ersten Halbjahr 2019 deckten erneuerbare Energien erstmals 44% des Stromverbrauchs in Deutschland ab

Stromeinspeisung durch konventionelle und erneuerbare Energieträger erneuerbare Energien
Stromeinspeisung durch konventionelle und erneuerbare Energieträger, 1. Quartal 2019
J.Fink Verlag (Grafik), Statistisches Bundesamt, 21.06.19 (Quelle)

Im ersten Halbjahr 2019 lag der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung in Deutschland erstmals bei 44% (1. Halbjahr 2018: 39%), dem bislang höchsten Wert für Ökostrom.

Der größte Erzeuger von Ökostrom ist dabei die Windkraft mit einem Anteil von 26,5%. Im Vergleich zum Vorjahresquartal 2018 bedeutete dies einen Anstieg von 23%. Dieser lässt sich teilweise auch auf außergewöhnliche Witterungsverhältnisse zurückführen: Der März verzeichnete einen Windrekord. Aber auch in den übrigen Monaten lagen die Winderträge durchgängig über den langjährigen Durchschnittswerten.

Weitere Ökostromerzeuger sind Biogasanlagen (Anteil: 5,1%) und Photovoltaikanlagen (4,1%)

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