Austauschprämie für Ölheizungen: Bis zu 45 Prozent sparen

Förderung für den Austausch von Ölheizungen

Foto: Intelligent heizen/VdZ

Steht in Ihrem Keller auch eine alte Ölheizung, die dringend modernisiert werden müsste? Dann ist die Gelegenheit für einen Austausch jetzt besonders günstig: Fast die Hälfte der Kosten übernimmt der Staat im günstigsten Fall, wenn Sie Ihre alte Ölheizung durch ein klimafreundlicheres Heizsystem ersetzen. Möglich ist das durch die Austauschprämie für Ölheizungen.

Hier erfahren Sie, welche Austauschprämie Sie bekommen und welche Heizsysteme in Frage kommen.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Warum gibt es die Austauschprämie für Ölheizungen?
  2. Klimapaket 2020: Kommt das Ölheizungsverbot?
  3. Austauschprämie für Ölheizungen: Fördergelder im Überblick
  4. Neue Heizung: Welches System ist das richtige?
  5. Fazit: Was muss ich jetzt machen?

Warum gibt es die Austauschprämie für Ölheizungen?

Klimafreundliches Verhalten wird belohnt: So werden energetische Sanierungen gefördert, im Gegenzug gibt es erstmals einen CO2-Preis, der fossile Brennstoffe für Heizungen Schritt für Schritt verteuern wird.
Foto: Tim Reckmann/Pixelio

Rund die Hälfte der Öl- und Gasheizungen in Deutschland sind älter als 15 bis 20 Jahre − sie entsprechen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik, sowohl was den Energieverbrauch als auch die Schadstoffemissionen betrifft.

Das soll sich jetzt ändern. Mit dem Klimapaket soll der Treibhausgasausstoß in Deutschland bis 2030 um mindestens 55 Prozent verringert werden. Energetische Sanierungen werden daher besonders gefördert.

Dabei gibt es besonders großzügige Austauschprämien für Ölheizungen:

  • Wer seine alte Heizung durch ein klimafreundlicheres Modell ersetzt, erhält seit dem Jahr 2020 deutlich höhere Zuschüsse.
  • Besitzer von Ölheizungen bekommen sogar eine Sonderprämie: Sie erhalten beim Austausch einen um 10 Prozent höheren Zuschuss als etwa Gasheizungsbesitzer. Im günstigsten Fall bekommen Sie bis zu 45 Prozent Austauschprämie für Ihre Ölheizung – allerdings nur, wenn Sie komplett auf erneuerbare Energien umstellen.

Klimapaket 2020: Kommt das Ölheizungsverbot?

Ein komplettes Aus für Ölheizungen droht zwar vorerst nicht. Bestehende Ölheizungen dürfen weiter betrieben werden – auch über das Jahr 2026 hinaus.

Aber: Nach 2026 ist es nicht mehr möglich, die bestehende Ölheizung einfach nur durch eine neue zu ersetzen. Die Bundesregierung hat ein Verbot für den Einbau von neuen Ölheizungen ab 2026 beschlossen. Nur in Kombination mit erneuerbaren Energien sind Öl-Hybridheizungen auch nach 2026 erlaubt. Noch besser ist es, gleich auf erneuerbare Energien umzusteigen und dabei die aktuellen Austauschprämien für Ölheizungen zu nutzen.

Alle wichtigen Infos rund ums Ölheizungsverbot finden Sie hier: Wie lange sind Öl- und Gasheizungen noch erlaubt? »

Der CO2-Preis steigt stetig von Jahr zu Jahr, bis auf 55 Euro pro Tonne CO2 im Jahr 2025. Pro 1.000 Liter Heizöl entstehen damit in dieser Zeitspanne insgesamt Zusatzkosten von rund 600 Euro.
Foto: epr/E.ON/Paul Weber

Zeitgleich wird sich das Heizen mit Öl in den nächsten Jahren zunehmend verteuern. Ab 2021 wird ein CO2-Preis eingeführt. Pro 1.000 Liter Heizöl entspricht das einem Aufschlag von rund 79 Euro, hat die Fachzeitschrift „Gebäudeenergieberater“ ausgerechnet. Da auch nach 2025 weitere Preiserhöhungen geplant sind, lohnt es sich umso mehr, die Austauschprämie für Ölheizungen schon jetzt einzustreichen.

Hinzu kommt die gesetzliche Austauschpflicht für viele Öl- und Gasheizungen, die älter als 30 Jahre sind. Vor allem Käufer und Erben alter Häuser müssen mit zusätzlichen Kosten für eine neue Heizung rechnen. Für Sie lohnt sich die Austauschprämie für Ölheizungen besonders. Erfahren Sie hier, ob Ihre Heizung von der Regelung betroffen ist: Austauschpflicht für alte Öl- und Gasheizungen – was muss ich beachten? »

Achtung: Austauschpflichtige Ölheizungen bekommen keine Austauschprämie

Wer nach 2002 in sein Eigenheim gezogen ist, sollte eine alte Ölheizung ohne Brennwert- oder Niedertemperaturtechnik schnell ersetzen, bevor sie 30 Jahre alt ist. Nur wenn Ihre Ölheizung jünger als 30 Jahre ist, können Sie die Austauschprämie für Ölheizungen kassieren. Danach greift  die gesetzliche Austauschpflicht – und jegliche Förderung ist ausgeschlossen. Mehr zur Austauschpflicht für alte Öl- und Gasheizungen »

Gut zu wissen: Alternativ können Sie bei einem Heizungstausch in jedem Fall die 20% steuerliche Förderung auf die gesamte Handwerkerrechnung geltend machen. Diese gibt es unabhängig davon, ob eine Nachrüstungsverpflichtung besteht. Neuer Steuerbonus für energetische Sanierungen: So sparen Sie bis zu 40.000 Euro »

Austauschprämie für Ölheizungen: Fördergelder im Überblick

Grün ist Trumpf, wenn Sie von einer hohen Austauschprämie für Ihre Ölheizung profitieren wollen. Denn nur wer seine Heizungsanlage auf erneuerbare Energien umstellt, wird mit großzügigen Zuschüssen belohnt.

Wer seine alte Ölheizung lediglich gegen eine neue Öl-Brennwertheizung austauscht, bekommt keine Förderung mehr. Nur wenn Sie diese mit erneuerbaren Energien (Solarthermie, Biomasse oder Wärmepumpe) ergänzen, erhalten Sie auf die erneuerbaren Komponenten (also nicht auf die Ölheizung selbst) eine Förderung von bis 30 bis 35 Prozent.

Eine besonders hohe Austauschprämie gibt es für die Ölheizung: Die Fördersätze erhöhen sich dann um weitere 10 Prozentpunkte. Damit ergibt sich ein maximal möglicher Zuschuss von 45 Prozent, wenn die alte Ölheizung durch eine Anlage mit erneuerbaren Energien ersetzt wird – zum Beispiel eine Wärmepumpe oder eine Biomasseheizung.

Klassisch ist bei Hybridheizungen die Einbindung einer Solarwärmeanlage.
Foto: epr/AkoTec

Eine weitere gute Möglichkeit, um die Austauschprämie für Ihre Ölheizung zu nutzen, sind Hybridheizungen. Für die Umstellung vom Öl auf eine Gas-Hybridheizung, die mit erneuerbaren Energien gekoppelt ist, gibt es 40 Prozent. 

Austauschprämie für Ölheizungen − kompakt

Art der Heizungsanlage Fördersatz mit Austauschprämie Ölheizung
Biomasseanlage oder Wärmepumpenanlage 45%
Hybridheizung mit erneuerbaren Energien (Biomasse, Wärmepumpe, Solar) 45%
Gas-Hyridheizung mit erneuerbarer Wärmeerzeugung 40%

Wichtig: Die Antragstellung muss vor Beginn der Maßnahme beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erfolgen. Auf der Website des BAFA finden Sie einen Überblick über die aktuellen Förderprogramme und Förderbedigungen »

Neue Heizung: Welches System ist das richtige? 

Energieberater ermitteln energetische Schwachstellen und erstellen Sanierungsfahrpläne fürs Haus.
Foto: KfW-Bildarchiv/Jens Steingässer

So attraktiv die neuen Austauschprämien für Ölheizungen sind: Sie sind nur ein Orientierungspunkt bei der Entscheidung für ein neues Heizsystem. Denn ausschlaggebend ist und bleibt die Situation vor Ort.

Lassen Sie sich deshalb am besten fachkundig beraten, beispielsweise beim Schornsteinfeger, dem Heizungsinstallateur oder dem Energieberater. Er analysiert die Schwachstellen des Hauses und stellt einen Sanierungsfahrplan auf. Denn vielleicht ist es sinnvoller, zuerst die Fassade zu dämmen. Das bedeutet: Die Heizung muss weniger Wärme erzeugen und kann unter Umständen eine Nummer kleiner ausfallen.

Die Kosten für eine neutrale und professionelle Energieberatung werden übrigens vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bezuschusst: Förderung für Energieberatung: Bis zu 80 Prozent Zuschuss sind möglich »

Welche Alternativen gibt es?

Erdwärme statt Öl: Bei der Sanierung ihrer Doppelhaushälfte in Neuss tauschten die Bauherren die alte Ölheizung gegen eine Erdwärmepumpe. Mit den neuen Förderbedingungen gäbe es für diesen Heizungstausch 45 Prozent staatliche Zuschüsse.
Foto: Bundesverband Wärmepumpe
  • Eine Wärmepumpe arbeitet nur effizient, wenn ein Haus gut gedämmt ist. Dann lassen sich die Räume mit 30 bis 40 Grad warmem Heizwasser, zum Beispiel über eine Fußbodenheizung, behaglich aufwärmen. Im ungedämmten Altbau kann eine Wärmepumpe hingegen schnell zum Stromfresser mutieren.
  • Eine Holzpelletheizung eignet sich für Alt- und Neubauten, für alle Heizkörper und Vorlauftemperaturen. Allerdings muss ein entsprechend großes Pelletlager vorgesehen werden, am besten in dem Raum, in dem vorher der Öltank stand.
  • Wo ein Gasanschluss vorhanden ist, kann auch ein neuer Gas-Brennwertkessel eine Option sein. Die Anschaffungskosten sind im Vergleich zu Holzpelletanlagen oder Wärmepumpe niedriger.
  • Und in Kombination mit erneuerbaren Energien ist auch Öl (noch) zukunftsfähig: Ein Kaminofen oder eine Solarwärmeanlage entlasten die Hauptheizung und senken den Verbrauch des fossilen Brennstoffs.

Fazit: Was muss ich jetzt machen?

Mit dem neuen Klimapaket sind die Bedingungen für eine energetische Modernisierung so günstig wie nie. Besonders hohe Austauschprämien gibt es für Ölheizungen.

Abzuwarten, bis die alte Ölheizung kaputt geht, ist deshalb die denkbar schlechteste Strategie. Nehmen Sie sich die Zeit, um mit Fachleuten zu sprechen und sorgfältig zu planen. Nur so können Sie in Ruhe die richtige Entscheidung fällen.

Zögern Sie allerdings nicht zu lange: Sobald Ihre Ölheizung der gesetzlichen Austauschpflicht unterliegt, können Sie keine Fördergelder mehr beantragen. Allerdings können Sie in diesem Fall den neuen Steuerbonus für energetische Sanierungen nutzen.

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