Steuern 2021: So viel sparen Sie mit den neuen Steuervergünstigungen

Steueränderungen 2021

Foto: Pexels/Karolina Grabowska

Sie wollen Steuern sparen? Dann freuen Sie sich aufs Jahr 2021! Die meisten Steuerzahler müssen in diesem Jahr deutlich weniger zahlen. Besonders für Familien, Pendler und die vielen Menschen, die wegen Corona im Homeoffice arbeiteten, winkt ein dickes steuerliches Plus. Die wichtigsten Steueränderungen fürs Jahr 2021 finden Sie hier im Überblick.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Mehr Geld für fast alle Steuerzahler
  2. Berufstätige: Mehr Geld für Homeoffice und Pendler
  3. Mehr Kindergeld
  4. Für Bausparer: Höhere Wohnungsbauprämie
  5. CO2-Steuer mit Förderprogrammen umgehen

1. Mehr Geld für fast alle Steuerzahler

Solidaritätszuschlag nach der Wiedervereinigung
1991 im Zuge der deutschen Wiedervereinigung eingeführt, entrichten wir den Soli nunmehr schon seit drei Jahrzehnten und haben uns schon fast daran gewöhnt. Vermissen werden wir ihn trotzdem nicht.
Foto: Pexels/Ingo Joseph

Es ist eine der größten Steuersenkungen unserer Geschichte: Ab Januar 2021 entfällt der Soli für rund 90 Prozent der Steuerzahler. Nur Spitzenverdiener zahlen weiterhin − entweder einen geringeren Solidaritätszuschlag oder den vollen Satz in Höhe von 5,5% der Einkommenssteuer.

Die Bundesregierung zeigt an zwei Beispielen, wie viele Steuern Sie damit sparen:

  • Ein verheiratetes Paar mit zwei Kindern und zwei Einkommen (Jahresbrutto: 66.000 Euro und 54.800 Euro) spart ab 2021 durch den kompletten Wegfall des Soli fast 1.000 Euro im Jahr.
  • Für einen Single ohne Kinder mit einem Bruttolohn von 31.200 Euro im Jahr beträgt die Ersparnis gut 200 Euro im Jahr.

Und ein weiteres Steuerbonbon kommt dazu: Denn ab 2021 steigt der Grundfreibetrag, also der Betrag, bis zu dem das Einkommen steuerfrei bleibt, auf 9.744 Euro. Das sind 336 Euro mehr als 2020. Damit zahlen im Jahr 2021 alle etwas weniger Einkommenssteuer.

Beispiel: Ein Ehepaar mit 100 000 Euro zu versteuerndem Einkommen spart im Jahr 2021 rund 1.630 Euro Steuern im Vergleich zu 2020.

2. Berufstätige: Mehr Geld für Homeoffice und Pendler

Steuern sparen beim Homeoffice
Während der Corona-Pandemie mussten (oder durften) viele Menschen im Homeoffice arbeiten.
Foto: Pixabay

Mit der neuen Homeoffice-Pauschale sollen die vielen Arbeitnehmer unbürokratisch entschädigt werden, die während der Corona-Pandemie im Homeoffice arbeiteten. Die neue Regelung gilt fürs Jahr 2021 und rückwirkend für das Jahr 2020.

Pro Homeoffice-Tag können Sie 5 Euro steuerlich absetzen − maximal für 120 Tage. Insgesamt können Sie also 600 Euro als Werbungskosten von der Steuer absetzen.

Bisher ließen sich die Kosten fürs Homeoffice zwar auch steuerlich absetzen, aber das war kompliziert. Die Arbeitsecke im Wohnzimmer oder den Laptop auf dem Küchentisch akzeptierte das Finanzamt beispielsweise nicht − ein eigenes abschließbares Arbeitszimmer musste vorweisbar sein. Diese Schranken fallen jetzt.

Und es wird noch besser: Wenn Sie ein separates Arbeitszimmer zu Hause nutzen, können Sie noch mehr Steuern sparen. Mindestens 1.250 Euro sind drin − für manche auch mehr. Hier erfahren Sie, wie Sie Homeoffice steuerlich absetzen »

Höhere Pendlerpauschale

Pendler auf dem Weg zur Arbeit
Berufspendler werden im Jahr 2021 vom Fiskus stärker steuerlich entlastet.
Foto: Pixabay

Haben Sie einen weiten Weg zur Arbeit? Dann haben wir eine gute Nachricht für Sie: Fernpendler sparen im Jahr 2021 noch mehr Steuern als 2020. Denn die Pendlerpauschale steigt ab dem 21. Kilometer von 30 auf 35 Cent pro Entfernungskilometer und Arbeitstag. Die Pauschale kann jeweils für die einfache Strecke geltend gemacht werden (also nicht für Hin- und Rückweg). Wer einen kürzeren Arbeitsweg hat, für den ändert sich im Jahr 2021 nichts.

Die Erhöhung klingt vielleicht erstmal wenig, läppert sich aber übers Jahr: So können Sie bei einem Arbeitsweg von 35 Kilometern (und 220 Arbeitstagen) 165 Euro mehr von der Steuer absetzen als 2020.

Übrigens: Für alle Menschen, die keine Einkommenssteuern zahlen, gibt es als Ersatz zur Pendlerpauschale ab 2021 die Mobilitätsprämie. Die "Steuerersparnis" wird dann stattdessen als Prämie ausgezahlt. Die Mobilitätsprämie wird genauso wie die Pendlerpauschale beim zuständigen Finanzamt beantragt.

Achtung: Homeoffice-Pauschale und Pendlerpauschale gleichzeitig kassieren geht natürlich nicht. Für die Arbeitstage im Homeoffice entfällt somit die Pendlerpauschale.

3. Mehr Kindergeld

Alleinerziehende mit Kindern
Der Freibetrag für alleinerziehende Väter und Mütter war bereits im Sommer 2020 auf 4.008 Euro angehoben worden. Für das Jahr 2021 wurde jetzt beschlossen, dass diese Erhöhung auf Dauer gelten wird.
Foto: unsplash/Alexander Dummer

Besonders Familien können im Jahr 2021 kräftig Steuern sparen. So gibt es ab 2021 pro Monat 15 Euro mehr Kindergeld. Das heißt konkret:

  • Für das erste und zweite Kind gibt es 219 Euro,
  • für das dritte Kind 225 Euro
  • und ab dem vierten Kind 250 Euro im Monat.

Gleichzeitig steigen die Kinderfreibeträge auf 8.388 Euro jährlich. Das sind 144 Euro mehr pro Elternteil, auf die im Jahr 2021 keine Einkommenssteuer fällig wird.

Angehoben wird auch der Kinderzuschlag, der Eltern mit kleinen Einkommen zusätzlich zum Kindergeld gezahlt wird: Er steigt um 20 Euro auf bis zu 205 Euro pro Monat pro Kind.

4. Für Bausparer: Höhere Wohnungsbauprämie

Steuern sparen mit der Wohnungsbauprämie
Durch die Erhöhung der Einkommensgrenzen kommen im Jahr 2021 außerdem noch mehr Bausparer in den Genuss der Förderung.
Foto: Pixabay

Ab Januar 2021 gibt es für alle Bausparer eine höhere Wohnungsbauprämie. Wer unter einer bestimmten Einkommensgrenze liegt, kann sich über jährliche Zuschüsse freuen: 10% legt der Staat ab 2021 auf Sparbeiträge obendrauf (vorher: 8,8%).

Alleinstehende erhalten damit bis zu 70 Euro pro Jahr (vorher 45 Euro), Ehepaare bis zu 140 Euro pro Jahr (vorher 90 Euro). Wer einen Bausparvertrag abgeschlossen hat, kann hier also ab 2021 noch mehr Steuern sparen.

Hier finden Sie alle wichtigen Infos zur neuen Wohnungsbauprämie »

5. CO2-Steuer mit Förderprogrammen umgehen

Wallbox Ladestation der Garage
Beim Kauf einer Wallbox bekommen Sie von der KfW 900 Euro geschenkt − vorausgesetzt, Sie erfüllen die Förderkriterien.
Foto: Ford

2021 kommt die CO2-Steuer auf alle fossilen Brennstoffe. Wer also Heizöl oder Erdgas nutzt, wird dies spätestens an der Heizkostenrechnung merken. Bei einer Bestellmenge von 3.000 Litern macht das einen Aufschlag von rund 250 Euro aus. Auch die Preise für Benzin und Diesel an der Tankstelle werden steigen.

Sie wollen die CO2-Steuer sparen? Unser Tipp: Steigen Sie rechtzeitig auf klimafreundliche Energien um. Noch nie zuvor gab es großzügigere staatliche Förderungen für energetische Modernisierungen. So sparen Sie beispielsweise beim Austausch Ihrer alten Ölheizung durch ein klimafreundlicheres Heizungssystem bis zu 45 Prozent der Kosten. Und auch der Umstieg aufs E-Auto wird kräftig gefördert.

Außerdem können Sie energetische Sanierungen als Steuerbonus geltend machen. Über einen Zeitraum von drei Jahren können Sie dabei bis zu 40.000 Euro Steuern sparen.

Wir haben für Sie in einer Übersicht alle relevanten Zuschüsse und Förderprogramme zusammengestellt.

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