Immobilienpreise in der Coronakrise: Up oder down?

Immobilienpreise 2020: Die aktuelle Lage

Foto: Taras Zaluzhnyi/Unsplash

Die Coronakrise hat zu einer weltweiten Wirtschaftskrise geführt, viele Branchen wurden davon hart getroffen. Doch wie sieht es eigentlich auf dem Immobilienmarkt aus? Welche Auswirkungen hat die Coronakrise auf die Immobilienpreise? Ist jetzt die Zeit der Schnäppchenjäger gekommen? Was bleibt, was ändert sich, wie geht es weiter? Die aktuelle Lage im Faktencheck.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Coronakrise: Fallen jetzt die Immobilienpreise?
  2. Wird durch Corona das Landleben beliebter?
  3. Was hat sich durch Corona geändert?
  4. Wie geht es weiter?

Coronakrise: Fallen jetzt die Immobilienpreise?

Zum aktuellen Zeitpunkt: Nein. Der Wohnungsmarkt zeigt sich bislang völlig unbeeindruckt von der Coronakrise und beweist sich als extrem krisenfest.

Genauer gesagt: Die Immobilienpreise steigen, als wäre nichts passiert. Laut Angaben des Statistisches Bundesamts (Destatis) stiegen die Preise für Wohnimmobilien (Häuserpreisindex) in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 6,6 %.

Statistisches Bundesamt: Entwicklung der Immobilienpreise bis 2020 (klicken für größere Ansicht)

Es wird erwartet, dass sich dieser Trend auch zukünftig fortsetzen wird. Laut aktueller Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin sind auch in Coronazeiten keine Anzeichen für eine Preisblase zu erkennen. Für das Jahr 2021 wird momentan (noch) eine recht schnelle wirtschaftliche Erholung nach der Corona-Rezession erwartet.

Baukindergeld: Frist wird wegen Corona verlängert

Mit dem Baukindergeld werden Familien beim Eigenheimkauf unterstützt. Pro Kind und Jahr erhalten förderberechtige Familien vom Staat 12.000 Euro geschenkt. Wegen der Coronakrise verlängert sich die Laufzeit fürs Baukindergeld um drei Monate. Die neue Frist gilt bis Ende März 2021 − statt bis Jahresende 2020. Mehr erfahren »

Immobilien als krisenfeste Anlage

Im Gegensatz zu anderen Branchen, wie dem Einzelhandel oder dem Hotel- und Gaststättengewerbe, blieb die Baubranche von weitreichenden Corona-Maßnahmen bislang weitgehend verschont, die Wirtschaftsleistung dieser Branche ist ungebrochen.
Foto: Anthony Fomin/Unsplash

Auf den ersten Blick eine überraschende Beobachtung, ist die allgemeine Wirtschaftsleistung doch in den letzten Monaten spürbar eingebrochen. Wie erklären sich also die steigenden Immobilienpreise?

Der wohl wichtigste Grund ist: Immobilien sind generell eine  krisenfeste und wertbeständige Anlage. Einfach gesagt: Gewohnt wird immer. Ob Krise oder nicht – die Nachfrage bleibt weiterhin bestehen und ist zudem deutlich größer als das Angebot.

„Wir haben einfach zu wenige Wohnungen und zu wenig Bauland“, so Wirtschaftsexperte Reiner Braun vom Analyseinstitut Empirica. „Das spricht dafür, dass die Preise weiter steigen – zumal die Zinsen so niedrig bleiben.“

Ein weiterer Grund: Im Gegensatz zu anderen Ländern ist Deutschland bislang gut durch die Coronakrise gekommen. Vor allem die gewährten Soforthilfen waren hilfreich, um die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Unternehmen und Beschäftigten abzufedern.

Mit staatlicher Förderung fürs Eigenheim kann man viel Geld sparen. Mit Zuschüssen wie Baukindergeld, KfW/BAFA-Fördergeldern, oder Wohnungsbauprämie greift uns der Staat unter die Arme. Im Überblick: Staatliche Förderung und Zuschüsse fürs Eigenheim »

Wird durch Corona das Landleben beliebter?

Warum weite Anfahrtswege in Kauf nehmen, wenn man auch von zu Hause aus arbeiten kann?
Foto: Tina Witherspoon/Unsplash

In Zeiten von Ladenschließungen, Kontaktbeschränkungen und Homeoffice erscheinen die Vorteile des Stadtlebens plötzlich gar nicht mehr so groß. Zieht es die Menschen jetzt vermehrt aufs Land? Die Immobilienpreise sind hier schließlich zumeist günstiger.

Eine ImmoScout24-Analyse vom Oktober 2020 zeigt: Eine Verschiebung aus der Stadt zugunsten des Landes ist nicht erkennbar.

„Der Immobilienmarkt verändert sich nicht von heute auf morgen. Die vielfach vorhergesagte Stadtflucht blieb bislang aus“, so die Beobachtung von Dr. Thomas Schroeter, Geschäftsführer von ImmoScout24. Zukünftig könne das städtische Umland seiner Einschätzung nach allerdings zunehmend an Attraktivität gewinnen.

Was hat sich durch Corona geändert?

Ein Traum nicht nur in Coronazeiten: Ein großes Haus mit riesigem Garten, in dem die Kinder genügend Platz zum Spielen haben.
Foto: Adobe Stock/.shock

Homeoffice und Lockdown-Erfahrungen haben dazu geführt, dass inzwischen eher eine Nummer größer geplant wird. Laut aktueller Datenanalyse von Immoscout24 steigt die Nachfrage nach Häusern mit mehr als 150 Quadratmetern Fläche im Vergleich zu kleineren Immobilien.

"Homeoffice und Homeschooling brauchen Platz. Wer auf der Suche ist und es sich leisten kann, schaut sich daher verstärkt nach einem Zuhause um, das mehr Raum und Rückzugsmöglichkeiten bietet", so Dr. Thomas Schroeter.

Eine weitere Neuerung seit Corona: Digitale Wohnungsbesichtigungen mittels 360-Grad-Videos. Um sich einen ersten Eindruck von der Immobilie zu verschaffen, sind sie eine hilfreiche Möglichkeit. Die persönliche Besichtigung vor dem Kauf können Sie allerdings nicht ersetzen, warnt der Verband Privater Bauherren (VPB).

Wie geht es weiter?

Die Nachfrage nach Immobilien bleibt ungebrochen. Denn besonders in Pandemiezeiten bedeutet der Kauf einer Immobilie Sicherheit und eine krisenfeste Investition. Ob die Immobilienpreise weiter steigen, hängt allerdings auch von der weiteren Entwicklung der Coronakrise im Jahr 2021 ab.

Eine Prognose der Immobilienpreise für 2025 gibt die Bausparkasse Wüstenrot. Nach dieser Einschätzung könnten die Immobilienpreise vor allem in ländlichen Regionen künftig fallen.

Stand: November 2020

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