Staatliche Förderung und Zuschüsse fürs Eigenheim

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Fördergelder sichern und Geld sparen

Foto: epr/Baufi24/©Eisenhans/Fotolia_77936616_X

Ein Hauskauf oder -bau ist für die meisten Menschen das größte Projekt ihres Lebens – auch finanziell. Dank staatlicher Förderung fürs Eigenheim können Sie zum Glück viel Geld sparen. Mit Förderprogrammen und Zuschüssen wie der neuen Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), Arbeitnehmersparzulage, Wohnungsbauprämie oder Wohn-Riester greift uns der Staat unter die Arme.

Auch für energetische Sanierungen ist der Zeitpunkt günstig: Noch nie wurden sie so kräftig gefördert wie jetzt.

Ob Neubau oder Altbausanierung: Hier finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Fördergelder fürs Eigenheim.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Staatliche Förderung für Neubauten
  2. Staatliche Förderung für Sanierungen
  3. Regionale Förderung
  4. Extra-Zuschüsse für Bausparer

Staatliche Förderung für Neubauten

Die größten Fördertöpfe fürs Eigenheim bietet die staatliche Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).

Wie der Name bereits verrät, profitiert von der Förderung, wer ein Wohngebäude energieffizient baut oder saniert. Die BEG bündelt damit die alten Förderprogramme der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und des BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) unter einem Dach.

Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG)
Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG)

Fördergelder nur noch für nachhaltige Gebäude mit Zertifikat

Die Förderbedingungen für Neubauten wurden seit April 2022 deutlich verschärft. Staatliche Förderung gibt es seitdem nur noch für das „Effizienzhaus-Stufe 40 mit Nachhaltigkeits-Klasse“. Die Nachhaltigkeit des Gebäudes muss durch ein "Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude" nachgewiesen werden.

Wer die Anforderungen erfüllt, profitiert von einem besonders günstigen KfW-Kredit: Bauherren erhalten 12,5 Prozent des Kreditbetrags als Tilgungszuschuss und sparen bis zu 18.750 Euro.

In unserem Artikel erfahren Sie alles Wichtige zur aktuellen Neubau-Förderung für KfW-40-Häuser »

Was ist ein KfW-Effizienzhaus?

Die KfW-Effizienzhaus-Stufen zeigen auf einem Blick, wie energieeffizient ein Gebäude ist. KfW-Effizienzhäuser gibt es in den Stufen 40, 55, 70, 85 und 100. Je kleiner die Effizienzhaus-Stufe, desto weniger Energie verbraucht das Gebäude und desto mehr Förderung bekommen Sie.

Welche Stufe Ihr Gebäude erreicht, wird von einem Energieberater ermittelt.

Staatliche Förderung für Sanierungen

Dämmung staatliche Förderung
Wer die Energieeffizienz des Eigenheims durch Dämmung verbessert, bekommt Fördergelder vom Staat.
djd/Puren

Sie planen eine Modernisierung Ihres Eigenheims? Dann sollten Sie die Gelegenheit nutzen: Mit der neuen Bundesförderung wurden die Zuschüsse nochmals kräftig hochgeschraubt. Mehrere tausend Euro Ersparnis durch Fördergelder sind möglich.

Bei Komplettsanierungen: KfW-Wohngebäude-Kredit oder Zuschuss

Planen Sie eine Komplettsanierung Ihres Eigenheims, lohnt sich der Wohngebäude-Kredit oder Zuschuss der KfW. Voraussetzung für die staatliche Förderung ist, dass Sie Ihr Haus auf das Niveau eines KfW-Effizienzhauses bringen. Dabei gilt: Je besser die Effizienzhaus-Stufe ist, die Sie mit der Sanierung erreichen, desto mehr Förderung bekommen Sie. Je nach Effizienzhaus-Niveau sind Tilgungszuschüsse zwischen 27,5 und 45 Prozent drin.

Wenn das Haus überwiegend mit erneuerbaren Energien beheizt wird (und somit die "EE-Klasse" erreicht wird), gibt es einen Extra-Bonus von 5 Prozent zusätzlich. Im besten Fall, der Sanierung zum „Effizienzhaus 40/EE-Klasse“, winken damit bis zu 75.000 Euro vom Staat.

Bei Einzelmaßnahmen: BAFA-Zuschüsse

Heizung modernisieren
Beratung rund um das Thema Heizung gibt‘s beim Schornsteinfeger, Heizungsinstallateur oder Energieberater.
IWO

Darüber hinaus können Sie für einzelne Modernisierungsmaßnahmen einen Zuschuss bekommen − wenn Sie beispielsweise Ihre alte, ineffiziente Heizung auf erneuerbare Energien umstellen möchten. Die Einzelmaßnahmen werden bei der BAFA beantragt.

Das lohnt sich deutlich: Insgesamt ist im besten Fall eine Ersparnis von bis zu 55 Prozent der förderfähigen Kosten möglich.

Staatliche Förderung für energetische Sanierungsmaßnahmen

  • 20% Zuschuss: Dämmung von Fassade, Dach, Decken, Fenstern oder Türen; Einbau von Lüftungsanlagen,
  • 20−40% Zuschuss: Einbau einer neuen Heizung, die mit erneuerbaren Energien betrieben wird. Dazu gehören Gas, Solarthermie, Wärmepumpen, Biomasse sowie Hybridheizungen. Auch Optimierungen der bestehenden Heizung werden bezuschusst.
  • 10% Bonus zusätzlich beim Austausch einer alten Ölheizung. Hier erfahren Sie mehr zu Austauschprämie für Ölheizungen »
  • 5% Bonus zusätzlich, wenn Sie einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) für Ihre Sanierung nutzen. Sie werden von Energieberatern erstellt, die ebenfalls mit bis 80% bezuschusst werden. Mehr zur Förderung für Energieberater »

Einen detaillierteren Überblick über die aktuellen Förderungen finden Sie in unserem Artikel: Fördergelder für energetische Sanierungen »

Weitere Zuschüsse für Modernisierer

Foto: Lifta

Wer sein Haus oder seine Wohnung altersgerecht und sicher umbauen möchte, kann weitere KfW-Zuschüsse nutzen.

  • Kredit Altersgerecht umbauen: Für den Abbau von Barrieren werden Förderkredite bis 50.000 Euro gewährt.
  • Zuschuss Barrierereduzierung: Sie bekommen einen Zuschuss von bis zu 6.250 Euro.
  • Zuschuss Einbruchschutz: Sie bekommen einen Zuschuss von bis zu 1.600 Euro. Auch Mieter können den Zuschuss in Anspruch nehmen.

Mehr dazu in unserem Artikel: KfW-Zuschüsse für Barrierefreiheit und Einbruchschutz »

Außerdem gibt es Zuschüsse für den Kauf und Anschluss von Ladestationen für Elektroautos. Pro Ladepunkt sind mit dem KfW-Förderprogramm 900 Euro Ersparnis möglich − solange die Fördergelder reichen. Dazu gibt auch regionale Förderprogramme.

Hier finden Sie einen Überblick über die aktuelle Wallbox-Förderung für Privatpersonen »

Tipp: Steuern sparen bei energetischen Sanierungen

Neben den Kredit- und Zuschussprogrammen ist es auch möglich, über die Steuer zu sparen − bis zu 40.000 Euro Ersparnis sind drin. In unserem Artikel erfahren Sie, wie Sie energetische Sanierungen von der Steuer absetzen »

Setzen Sie auf einen Energieberater

Förderung Energieberater
Energieberater ermitteln energetische Schwachstellen und erstellen Sanierungsfahrpläne fürs Haus.
KfW-Bildarchiv/Jens Steingässer

Wenn Sie eine energetische Sanierung Ihres Eigenheims planen, ist die Beratung durch einen Energieeffizienz-Experten, auch Energieberater genannt, empfehlenswert.

Der Energieberater plant die Sanierung, überwacht die Umsetzung der Arbeiten und sichert die Qualität aller Maßnahmen. Er schlägt Ihnen auch die passende Förderung für Ihr Eigenheim vor. Bei einigen KfW-Förderprogrammen ist ein Energieberater sogar Pflicht. Für eine Energieberatung wird eine staatliche Förderung von bis zu 80 Prozent gezahlt. Hier finden Sie alle Zuschüsse für Energieberatungen im Überblick »

Regionale Förderung

In Deutschland gibt es insgesamt rund 5.000 unterschiedliche Förderprogramme. Neben den genannten Förderprogrammen des Bundes gibt es auch auf kommunaler und auf Länderebene diverse Förderprogramme. Ob vergünstigte Kredite für einkommensschwächere Haushalte über Erbbau-Angebote für junge Familien bis hin zu eigenen Zusatzförderprogrammen für umweltfreundliches Bauen – die Bandbreite ist groß.

Förderdatenbanken helfen, in diesem Dickicht den Durchblick zu behalten. Sie bieten Infos und einen Überblick zu allen regionalen Fördermitteln.

Förderdatenbanken im Internet

Außerdem haben die einzelnen Bundesländer jeweils eigene Förderbanken. Die meisten von ihnen fördern den Erwerb von Wohneigentum. Diese Kredite sind oftmals an Bedingungen wie eine bestimmte Wohnungsgröße oder ein Maximaleinkommen geknüpft.

Übrigens: Auch ein Gang aufs Rathaus kann hilfreich sein, wenn Sie sich über die Förderprogramme in Ihrer Region informieren möchten.

Extra-Zuschüsse für Bausparer

Staatliche Förderung gibt es auch fürs Bausparen mit Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage und Wohn-Riester:

  • Mit der Wohnungsbauprämie kann sich jeder Bausparer, der unter einer bestimmten Einkommensgrenze liegt, über jährliche Zuschüsse freuen. Wichtig: Ab 2021 sind die Zulagen gestiegen.
    » Mehr erfahren: Für Bausparer: Die Wohnungsbauprämie
  • Sie bekommen vermögenswirksame Leistungen von Ihrem Arbeitgeber? Mit der Arbeitnehmer-Sparzulage legt der Staat unter bestimmten Voraussetzungen noch was drauf.
    » Mehr erfahren: Die Arbeitnehmer-Sparzulage
  • Mit der Riester-Förderung kann der Kauf einer eigenen Immobilie gefördert werden.
    » Mehr erfahren: Riester-Bausparen

Aktuelle Entwicklung: Bauzinsen steigen wieder

Nachdem die Bauzinsen in den letzten Jahren auf einem niedrigen Niveau blieben, ziehen sie seit Anfang 2022 kräftig an und haben sich im Vergleich zum Vorjahr schon verdoppelt. In diesem Beitrag informiert die Bausparkasse Wüstenrot, welche Bauzinsen aktuell gelten und was das für Ihre Baufinanzierung bedeutet: Entwicklung der Bauzinsen »

Stand: Mai 2022

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