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Fördermittel für energetische Sanierungen: Mehr Geld von KfW und BAFA

Klimapaket: Neuerungen 2020

Foto: mev.de

Weniger Heizkosten, mehr Wohnkomfort durch ein angenehmes Raumklima, ein höherer Immobilienwert − es gibt viele gute Gründe für eine energetische Sanierung des Eigenheims. Doch noch nie standen die Voraussetzungen so gut wie seit diesem Jahr. Denn mit dem neuen Klimapaket der Bundesregierung werden energetische Sanierungen jetzt besonders großzügig gefördert.

Die bundesweiten Förderprogramme laufen über die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle). Sie erhöhen die Zuschüsse ihrer Förderprogramme ab 2020 um durchschnittlich 10 Prozent. Hier erfahren Sie, wieviel Geld Sie damit sparen können.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. KfW: Die wichtigsten Neuerungen
  2. BAFA: Die wichtigsten Neuerungen
  3. Kann ich verschiedene Fördermittel miteinander kombinieren?
  4. Wie fange ich an?

KfW: Die wichtigsten Neuerungen

Fenster austauschen
Durch die Fenster gehen bis zu 35 Prozent der Heizwärme verloren. Es ist empfehlenswert, diese bei einer energetischen Sanierung gegen Wärmedämmfenster mit einer 3-fach-Verglasung auszutauschen.
Foto: epr/perfecta

Die KfW bietet besonders zinsgünstige Kredite und Zuschüsse für Neubauten und Sanierungen. Dabei übernimmt die staatliche Förderbank einen Teil der Investitionskosten. Diese Zuschüsse müssen Sie nicht zurückzahlen.

Für die KfW-Programme “Energieeffizient Bauen und Sanieren” erhöhen sich ab 2020 die bisher geltenden Investitionszuschüsse sowie bei der Kreditvariante die Tilgungszuschüsse deutlich. Die Förderhöhe ist dabei gestaffelt: Je energiesparender ein Gebäude, desto höher fällt die Förderung aus.

Die wichtigsten Änderungen

Wenn Sie Ihr Wohnhaus zum KfW-Effizienzhaus sanieren oder energetische Einzelmaßnahmen an Ihrer Immobilie durchführen möchten, erhöht sich der Investitionszuschuss bei den KfW-Förderprogrammen um durchschnittlich 10 %. Das bedeutet:

  • Wenn Sie beispielsweise Ihr Wohnhaus zum KfW-Effizienzhaus 55 sanieren, erhalten Sie (bei förderfähigen Kosten von maximal 120.000 Euro) einen Investitionszuschuss in Höhe von 40% − das entspricht einer Förderung von bis zu 48.000 Euro.
  • Für Einzelmaßnahmen an Ihrer Immobilie, beispielsweise den Austausch der Fenster durch energieeffizientere Wärmedämmfenster, erhalten Sie 20% Ihrer förderfähigen Kosten (von maximal 50.000 Euro) − das entspricht einer Förderung von bis zu 10.000 Euro.

Wichtig für alle Besitzer von Ölheizungen

  • Ölheizungen werden ab 2020 von der KfW nicht mehr gefördert. Auch kombinierte Heizungsanlagen auf Basis erneuerbarer Energien und Öl werden ab 2020 nicht mehr gefördert. Für die energetische Berechnung zum KfW-Effizienzhaus kann ein nicht förderfähiger Wärmeerzeuger aber weiterhin berücksichtigt werden.
  • Wer plant, in seinen Neubau eine Ölheizung einzubauen, kann ab 2020 keine Förderung fürs KfW-Effizienzhaus mehr erhalten.
  • Aber: Wer eine Ölheizung besitzt und jetzt auf ein klimafreundlicheres Heizsystem wechseln möchte, wird finanziell belohnt. Die Austauschprämie wird Ihnen beim Kauf eines neuen, effizienteren Heizsystems mit einem Förderanteil von 45% gutgeschrieben.

Mehr Geld für mehr Menschen

Eine weitere wichtige Neuerung bei der KfW: Es kommen künftig mehr Menschen als bislang in den Genuss der Förderung, beispielsweise steuerbefreite Wohnungsgenossenschaften, Wohnungsunternehmen mit hohen Verlustvorträgen, Personen ohne oder mit geringer veranlagter Steuerschuld, Vermieter oder Eigentümer eigenbetrieblich genutzter Gebäude.

Mehr Informationen
Die KfW hat alle Änderungen kompakt auf einer Überblicksseite zusammengefasst:
KfW: Energieeffizient Bauen und Sanieren – wichtige Änderungen im Überblick »

BAFA: Die wichtigsten Neuerungen

Viele Bauherren wünschen sich, von fossilen Energieträgern unabhängig zu sein. Eine Möglichkeit, insbesondere für Neubauten, sind Luft-Wärmepumpen.
Foto: epr/Mitsubishi Electric

Die Heizungsförderung für Einzelmaßnahmen wird ab 2020 nahezu komplett vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) übernommen. Wer seine Heizungsanlage auf erneuerbare Energien umstellen möchte, profitiert auch hier von einer höheren Förderung.

Außerdem neu: Die bisherige Festbetragsförderung der BAFA wurde seit 2020 auf eine anteilige Förderung (wie bei der KfW) umgestellt. Gefördert werden sowohl Neubauten als auch bestehende Gebäude, bei denen seit mindestens zwei Jahren eine Heizungsanlage im Betrieb war. Beim Neubau müssen die Anlagen allerdings anspruchsvollere Voraussetzungen erfüllen als im Gebäudebestand.

Der Umstieg auf grüne Energie lohnt sich:

  • Wärmepumpenanlagen, Hybrid- oder Biomasseheizungen werden grundsätzlich (also sowohl im Bestand als auch im Neubau) mit 35% der förderfähigen Kosten gefördert.
  • Gas-Hybridanlagen und Solarkollektoranlagen werden mit 30% der förderfähigen Kosten gefördert.
  • Gasbrennwertheizungen, die erst im Laufe von zwei Jahren um eine Technologiekomponente zur Nutzung erneuerbarer Energien erweitert werden, können eine Förderung von 20% der förderfähigen Kosten erhalten.
  • Wer seine Ölheizung durch eine förderfähige Erdgas-Hybridheizung (Heizungen, die neben Erdgas auch erneuerbare Energien nutzen), eine Wärmepumpe oder Biomasse-Anlage ersetzt, wird mit einer Austauschprämie belohnt. Sie profitieren von einem Fördersatz von bis zu 45%.

Die förderfähigen Kosten liegen pro Haus bzw. Wohnung bei maximal 50.000 Euro (brutto).

Wichtig: Auch für die BAFA gilt, dass Ölheizungen nicht mehr gefördert werden. Sofern eine Ölheizung um einen erneuerbaren Wärmeerzeuger (Solarthermie, Biomasse, Wärmepumpe) ergänzt wird, kann letzterer jedoch gefördert werden.

Achtung: Die Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt gemäß § 10 eine Austauschpflicht für viele 30 Jahre alte Ölheizungen oder Gasheizungen vor. Wer von dieser Austauschpflicht betroffen ist, kann für den Austausch der Ölheizung und den Einbau der neuen Anlage keine Förderung erhalten.

Nicht gefördert werden im Rahmen dieses Programms ebenso Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, wie z.B. Windkraftanlagen, Wasserkraftanlagen oder Photovoltaikanlagen.

Mehr Informationen
Das BAFA informiert über die aktuellen Fördermöglichkeiten auf einer Überblicksseite:
BAFA: Förderprogramm im Überblick »

Kann ich verschiedene Fördermittel miteinander kombinieren?

Ja, das ist möglich. Die Kumulierung mit anderen Fördermitteln ist grundsätzlich erlaubt, sofern die Summe aus Krediten, Zuschüssen und Zulagen die Summe der förderfähigen Kosten nicht übersteigt.

Nicht zulässig ist es allerdings, Fördermittel in Anspruch zu nehmen und gleichzeitig die Steuerermäßigung einzustreichen, die für die Durchführung energetischer Maßnahmen gewährt werden kann. Hier müssen Sie sich für eine der beiden Varianten entscheiden.

Näheres zu den neuen Steuerermäßigungen finden Sie hier: Neuer Steuerbonus für energetische Sanierungen: So sparen Sie bis zu 40.000 Euro »

Wie fange ich an?

Wenn Sie Ihr Zuhause energetisch auf den neuesten Stand bringen möchten, ist im ersten Schritt eine Energieberatung für Wohngebäude sinnvoll. Ein unabhängiger Energieberater erstellt ein individuelles energetisches Sanierungskonzept für Ihr Eigenheim und berücksichtigt dabei auch Ihre finanzielle und familiäre Situation.

Tipp

Alle Fördergelder für Energieberater finden Sie hier im Überblick:
Fördermittel für Energieberater: Bis zu 80 Prozent Ersparnis sind möglich »

Übrigens: Neben den KfW-Fördermitteln gibt es in Deutschland noch viele weitere Förderprogramme − insgesamt sind es über 6.000. Die Bausparkasse Wüstenrot bietet einen Fördergeld-Service an, bei dem alle Fördermöglichkeiten für Ihr energetisches Modernisierungsvorhaben ermittelt werden.

Jetzt energetisch sanieren,

von mehr Förderung profitieren.

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