Förderung für energetische Sanierungen im Überblick

Energiesparen durch energetische Sanierungen: Solar

Aktuelle staatliche Förderung 2022

Foto: iStock/zstockphotos

Wer plant, sein Eigenheim energetisch zu sanieren, kann aktuell viel Geld sparen. Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) hat der Staat nochmal drauf gelegt. Die Antragstellung wurde deutlich vereinfacht und die staatliche Förderung weiter erhöht. Hier erfahren Sie, wieviel Geld Sie damit sparen können.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Förderung für Komplettsanierungen
  2. Förderung für energetische Einzelmaßnahmen
  3. Steuerbonus für energetische Sanierungen
  4. Energetische Sanierung: Wie fange ich am besten an?

Förderung für Komplettsanierungen

Energetische Sanierung: Fensterdämmung
Durch die Fenster gehen bis zu 35 Prozent der Heizwärme verloren. Es ist empfehlenswert, diese bei einer energetischen Sanierung gegen Wärmedämmfenster mit einer 3-fach-Verglasung auszutauschen.
Foto: epr/perfecta

Die größten Fördertöpfe fürs Eigenheim bietet die staatliche Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).

Wie der Name bereits verrät, profitiert von der Förderung, wer ein Wohngebäude energieffizient baut oder saniert. Die BEG bündelt damit die alten Förderprogramme der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und des BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) unter einem Dach.

Für Rundumsanierer bietet die KfW zinsgünstige Wohngebäude-Kredite (bis 150.000 Euro) und Zuschüsse. Voraussetzung für die staatliche Förderung ist, dass Sie Ihr Haus auf das Niveau eines KfW-Effizienzhauses bringen. Die Förderhöhe ist dabei gestaffelt: Je energiesparender ein Gebäude, desto höher die Förderung.

Was ist ein KfW-Effizienzhaus?

Das "KfW-Effizienzhaus" ist ein Maßstab, den die KfW festgelegt hat. Die verschiedenen Stufen (40, 55, 70 und 85) zeigen auf einem Blick, wie energieeffizient ein Gebäude ist. Dabei gilt: Je niedriger die Stufe, desto geringer ist der Energieverbrauch des Gebäudes − und desto mehr Förderung bekommen Sie. Welche Stufe Ihr Haus erreicht, wird von einem Energieberater ermittelt.

Es zahlt sich also doppelt aus, das Haus möglichst gut zu dämmen. Und wenn Sie außerdem mit erneuerbaren Energien heizen, gibt's noch mehr Förderung oben drauf.

  • Wenn Sie beispielsweise Ihr Wohnhaus zum KfW-Effizienzhaus 55 sanieren, erhalten Sie (bei förderfähigen Kosten von maximal 120.000 Euro) einen Tilgungszuschuss in Höhe von 15% − das entspricht einer Förderung von bis zu 18.000 Euro.
  • Wenn Sie das Haus überwiegend mit erneuerbaren Energien beheizen, gibt es einen Extra-Bonus. Im besten Fall, der Sanierung zum „Effizienzhaus 40/EE-Klasse“, gibt es bis zu 25 % oder 37.500 Euro vom Staat. Achtung: Wer plant, in seinen Neubau eine Öl- oder Gasheizung einzubauen, bekommt dafür seit 2022 keine Förderung mehr.

Hier geht's direkt zur KfW-Übersichtsseite der Förderprogramme »

Förderung für energetische Einzelmaßnahmen

Energetische Sanierung: Wärmepumpe
Viele Bauherren wünschen sich, von fossilen Energieträgern unabhängig zu sein. Eine Möglichkeit sind Luft-Wärmepumpen.
Foto%3A epr/Mitsubishi Electric

Auch Einzelmaßnahmen zur energetischen Sanierung werden gefördert, z.B. für einen Heizungstausch, neue Fenster oder Dämmmaßnahmen am Haus. Die größten Fördertöpfe bietet das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle).

BAFA-Förderung für energetische Sanierungsmaßnahmen

  • Die Höhe der förderfähigen Kosten pro Wohneinheit und Kalenderjahr liegt bei 60.000 Euro.
  • Für energetische Sanierungen wie eine neue Außenwand- oder Dachdämmung, den Austausch von Fenstern und Türen oder den Einbau einer Lüftungsanlage gibt es 15 Prozent von bis zu 60.000 Euro förderfähigen Kosten – also bis zu 9.000 Euro.
  • Beim Heizungstausch lässt sich besonders viel sparen: Für eine neue Solar-, Holzpellet-, Wärmepumpen oder Hybridheizung gibt es inklusive Austauschbonus für eine alte Öl- oder Gasheizung je nach Technik 10 bis 40 Prozent von maximal 60.000 Euro, also 6.000 bis 24.000 Euro.

In unserem Artikel geben wir Ihnen einen detaillierteren Überblick über die aktuelle BAFA-Förderung »

Staatliche Förderung beim Heizungstausch

Haus Energiekosten Ölheizung
Klimafreundliches Verhalten wird belohnt: So werden energetische Sanierungen gefördert, im Gegenzug gibt es erstmals einen CO2-Preis, der fossile Brennstoffe für Heizungen Schritt für Schritt verteuern wird.
Tim Reckmann/Pixelio

Die Heizungsförderung wird nahezu komplett vom BAFA übernommen. Voraussetzung für die Förderung ist, dass Sie Ihre bestehende Heizungsanlage mit erneuerbaren Energien ergänzen oder sogar komplett umstellen. Die Förderhöhe ist dabei gestaffelt − je nachdem, auf welches neue Heizsystem Sie setzen:

  • 10−20 %: Biomasseheizungen (Pelletheizungen)
  • 25−40 %: Wärmepumpen
  • 20−40 %: EE-Hybridheizungen (Hybridheizungen, die mit erneuerbaren Energien heizen)
  • 25−35 %: Solarthermieanlagen
  • 15−20%: Optimierung der bestehenden Heizung

Die förderfähigen Kosten liegen pro Haus bzw. Wohnung bei maximal 60.000 Euro.

Achtung: Seit dem 15. August 2022 werden Gasheizungen nicht mehr gefördert!

Wichtig für alle Besitzer von Öl- und Gasheizungen

Austauschprämie für Ölheizungen austauschen erneuern modernisieren
Wie die bestehende Ölheizung auf erneuerbare Energien umstellt, spart durch staatliche Förderung bis zur Hälfte der Kosten.
Intelligent heizen/VdZ

Steht in Ihrem Keller eine alte Ölheizung, die dringend modernisiert werden müsste? Bedenken Sie bei Ihren Modernisierungsplänen: Sowohl Öl- und Gasheizungen werden von der KfW nicht mehr gefördert.

Wer aber eine Öl- oder eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung besitzt und jetzt auf ein klimafreundlicheres Heizsystem wechseln möchte, wird finanziell umso mehr belohnt. Beim Austausch gibt es einen zusätzlichen Förderbonus (den sogenannten Heizungs-Tausch-Bonus) von 10 Prozent. Im günstigsten Fall übernimmt der Staat bis zu 40 Prozent der Kosten, wenn Sie Ihre alte Ölheizung durch ein klimafreundlicheres Heizsystem ersetzen. Hier erfahren Sie mehr zur Austauschprämie für Ölheizungen »

Hier finden Sie aktuelle Zuschüsse im Überblick: BAFA-Förderung für Heizungen im Überblick »

Heizung austauschen: Diese Heizsysteme sind in alten Häusern sinnvoll

Die Energiepreise steigen stetig an, gleichzeitig winken üppige Fördergelder für erneuerbare Energien − selten zuvor war der Zeitpunkt so günstig, die alte Heizung zu modernisieren. Doch welches Heizsystem ist das richtige für ältere Häuser?

Hier erfahren Sie, wie Sie bei einer Heizungsmodernisierung am besten vorgehen sollten und welches Heizsystem im Altbau am sinnvollsten ist »

Wärmeverlust bei der Ölheizung messen Ölheizung austauschen sanieren modernisieren
Intelligent heizen/VdZ

Achtung: Neue, reine Ölheizungen sind ab 2026 verboten. Bestehende Ölheizungen dürfen auch nach 2026 weiterlaufen. Gasheizungen bleiben erlaubt, werden aber seit Sommer 2022 nicht mehr gefördert − auch nicht als Hybridheizungen.

In unserem Artikel erfahren Sie mehr zum Ölheizungsverbot »

Austauschpflicht für alte Öl- und Gasheizungen ersetzen modernisieren austauschen
Intelligent heizen/VdZ

Stand 2022 müssen Sie Ihre alte Gas- oder Ölheizung austauschen, wenn das Baujahr 1992 und älter ist. Wichtig zu wissen: Im Jahr 2020 fielen über 30 Jahre alte Heizungen aus der Förderung, für die eine Austauschpflicht besteht. Diese Förderlücke wurde jetzt geschlossen. Auch der Austausch von über 30 Jahre alten Heizungen wird somit voll gefördert.

Mehr zur Austauschpflicht für alte Öl- und Gasheizungen »

Förderung für Lüftungsanlagen: Alle Zuschüsse im Überblick

Paar spart
BDH

Durch eine kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung ist es möglich, die Heizkosten um 30 bis 50 Prozent zu senken.

Die KfW ist für Fördermaßnahmen die zentrale Instanz, aber auch Städte und Gemeinden stellen Fördermittel bereit. Und sogar die steuerliche Förderung ist möglich. Hier finden Sie alle Fördergelder für Lüftungsanlagen im Überblick.

Steuerbonus für energetische Sanierungen

Steuern sparen durch energetische Sanierungen
Foto: Tim Reckmann/Pixelio

Wer sein Eigenheim energetisch sanieren möchte, kann sich einen Teil der Kosten für Ihre energetische Sanierung auch über das Finanzamt zurückholen. Insgesamt können Sie über einen Zeitraum von drei Jahren 20% der anfallenden Gesamtkosten von der Einkommensteuer abziehen. Im besten Fall kommt man so auf eine Ersparnis von bis maximal 40.000 Euro.

So nutzen Se den aktuellen Steuerbonus für energetische Sanierungen »

Energetische Sanierung: Wie fange ich am besten an?

Förderung Energieberater
Energieberater ermitteln energetische Schwachstellen und erstellen Sanierungsfahrpläne fürs Haus.
KfW-Bildarchiv/Jens Steingässer

Wenn Sie eine energetische Sanierung Ihres Eigenheims planen, ist die Beratung durch einen Energieeffizienz-Experten, auch Energieberater genannt, empfehlenswert.

Der Energieberater plant die Sanierung, überwacht die Umsetzung der Arbeiten und sichert die Qualität aller Maßnahmen. Er schlägt Ihnen auch die passende Förderung für Ihr Eigenheim vor. Bei einigen KfW-Förderprogrammen ist ein Energieberater sogar Pflicht. Für eine Energieberatung wird eine staatliche Förderung von bis zu 80 Prozent gezahlt. Hier finden Sie alle Zuschüsse für Energieberatungen im Überblick »

Stand: August 2022

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