Fenster & Fassade

Gebäudesanierung: Denken Sie auch an den Tierschutz

Sanierung ohne Schaden für Fledermäuse

Foto: Nabu/Eberhard Menz

Wer seine Fassade dämmt oder sein Dachgeschoss ausbaut, erhöht seinen Wohnkomfort. Aber nicht den der Tiere, die im unsanierten Haus Unterschlupf gefunden haben. Zum Beispiel leben oft Fledermäuse in dunklen Nischen. Wie sie auch nach einer Sanierung Lebensräume im Haus finden können, erklärt der Naturschutzbund (Nabu).

„Um Tieren auch weiterhin Wohn- und Lebensraum an Gebäuden zu bieten, müssen Klima- und Artenschutz an Gebäuden Hand in Hand gehen,“ erklärt Nabu-Energieeffizienzexperte Ulf Sieberg. „Eine fledermausfreundliche Modernisierung des Hauses steht nicht im Widerspruch zur energetischen Sanierung,“ so Sieberg. „Eine durchdachte Gebäudesanierung kann somit für Mensch und Tier gleichermaßen von Vorteil sein.“

Wo sich Fledermäuse einnisten

Wenn Verunreinigungen an der Hauswand zu finden sind, könnten Fledermäuse bei Ihnen wohnen. In Rollladenkästen, hinter Spalten in der Gebäudefassade, im Kniestock oder zwischen Dachziegeln können sie sich einnisten und werden, wenn überhaupt, erst während den Sanierungsarbeiten entdeckt

Ein Fledermaushaus bauen

Solche Kästen bieten Fledermäusen vollwertige Rückzugsräume.
Foto: Schwegler

Um den Fledermäusen auch in ausgebauten, dick gedämmten und dicht verschlossenen Dachgeschossen einen Unterschlupf zu bieten, kann man ihnen ein kleines Haus kaufen oder bauen. Artgerechte Fledermausbehausungen sind Flachkästen aus wärmeisolierendem Holzbeton. Außerdem gibt es spezielle Fledermaustafeln und -steine, die für den Einbau in Fassaden entwickelt wurden. Sie sind wartungsfrei und lassen sich problemlos in Putz- und Ziegelwände integrieren, ohne Wärmebrücken oder Tauwasserprobleme im Wandaufbau zu verursachen.

Das sollten Sie beachten:

  • Artgerechte Fledermausbehausungen sowie Fassadenflachkästen sollten immer in Abwesenheit der Tiere angebracht werden.
  • Um den freien Anflug zu ermöglichen, dürfen keine Büsche oder Antennen im Umkreis von einem Meter vor und unter dem Fledermausquartier sein.
  • Scheinwerfer oder Bewegungsmelder sollten ebenfalls nicht in der Nähe der Behausung angebracht werden.
  • Der Einsatz von schädlichen Holzschutzmitteln sollte vermieden werden. Auch für die Außenflächen sollten giftfreie Materialien verwendet werden.
  • Bestehende Schlaf- und Nistquartiere bzw. Wochenstuben dürfen nicht zerstört werden.

Wenn Sie unsicher sind, wie Sie mit ihren tierischen Mitbewohnern umgehen sollen, sollten Sie sich an Naturschutzvereine oder den örtlichen Naturschutzbeauftragten wenden.

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