Bauplanung

Die Bautrends 2020: Nachhaltigkeit, Smart Home und Green Living

Die 6 größten Trends

Foto: Pixabay

Langweilige Standardlösungen adé – das Thema Hausbau wird auch im Jahr 2020 durch nachhaltige Wohnkonzepte, individuelle Lösungen und technische Innovationen bestimmt. Dies sind die sechs wichtigsten Trends für 2020.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Energieeffizientes und nachhaltiges Bauen
  2. Smart Home
  3. Nachverdichtung in Städten
  4. Vorausschauendes Bauen fürs Alter
  5. Green Living
  6. Individuelle Hausbaulösungen

1 Energieeffizientes und nachhaltiges Bauen
Energetische Modernisierungen lohnen sich ab 2020 besonders, denn der Staat zahlt kräftig mit. Das im Dezember 2019 verabschiedete Klimapaket der Bundesregierung verspricht großzügige Fördermittel für energetische Modernisierungen, während im Gegenzug Ölheizungen schrittweise vom Markt genommen werden sollen. Mehr zum Thema: Das Klimapaket der Bundesregierung: So profitieren Sie von den Neuerungen »

Der Trend zu mehr Energieeffizienz und Nachhaltigkeit beim Bauen passt auch zu den Ergebnissen des KfW-Energiewendebarometers 2019. Demnach möchte die Hälfte der Haushalte den Anteil an erneuerbaren Energien in ihrem Haushalt erhöhen bzw. sogar mehr Energie selbst erzeugen. Bei der Beheizung neuer Wohngebäude lagen erneuerbare Energien im Jahr 2018 erstmals auf Platz 1 − Tendenz steigend.

Schwedenhäuser sind als gemütliche und zugleich ökologische Variante des Eigenheims beliebt.
Foto: Skan-Hus Projekt GmbH

Bauen wird nachhaltiger und der bevorzugte Baustoff ist hier Holz. Bei vielen Architekten gilt der nachwachsende Rohstoff Holz als eine der zentralen Stellschrauben, um den CO2-Ausstoß der Baubranche zu senken. Holz besitzt sehr gute Dämm- und feuchtigkeitsregulierende Eigenschaften und wirkt sich positiv auf das Raumklima aus.

2 Smart Home
Heizung, Licht und Lüftung werden per App gesteuert und im Wohnzimmer unterhält Alexa oder Siri: Smart Home ist längst normal geworden. Durch den Einsatz intelligenter Haustechnik lässt sich − richtig eingesetzt − viel Geld und Energie sparen. Besonders Smart-Home-Anwendungen, mit denen Energie gespart werden kann, werden immer beliebter. Der Bestand an Smart Home-Anwendungen im Energiebereich erhöhte sich im Jahr 2019 im Vergleich zu 2018 um mehr als 50% − Tendenz steigend (Quelle: KfW-Energiewendebarometer 2019).

Die Hausautomation mit vernetzten Geräten, intelligenten Energie- und Heizungssteuerungen, smarten Beleuchtungskonzepten und cleveren Sicherheitslösungen gehört zu den größten Trends in der Baubranche und wird sich auf immer mehr Bereiche des Hausbaus auswirken. Gut zu wissen: Der Gesetzgeber bezuschusst einige Smart-Home-Lösungen durch spezielle Förderprogramme.

Anwendungsbeispiel: Die digitale Heizung

Foto: Screenshot aus Video "Digitale Heizung für Endverbraucher"

Den Energieverbrauch übers Smartphone kontrollieren? Heizungswartung ohne Hausbesuch? Das ist möglich dank der Digitalisierung, die auch das Heizen komfortabler und energiesparender macht. Ein Video zeigt die Möglichkeiten auf: Vorteile einer digitalen Heizung »

Im nächsten Jahr können Bauherren sich vor allem darauf einstellen, dass die Themen Sicherheit und Datenschutz größeren Raum einnehmen werden. Denn die Angst vor Hackerangriffen und die Abhängigkeit gegenüber Servicedienstleistern und Elektrizität lassen viele Bauherren nach wie vor zögern, smarte Lösungen im neuen Heim umzusetzen.

3 Nachverdichtung in Städten
Das klassische Einfamilienhaus macht unter allen Baugenehmigungen in Deutschland zwar immer noch den Löwenanteil aus, doch Bauflächen werden zunehmend knapper, vor allem in Städten. Durch die Bebauung von Baulücken oder schmalen Restparzellen wird der in urbanen Gegenden knappe Platz durch kreative Wohnraumkonzepte optimal ausgenutzt.

Praxisbeispiel: Urbane Nachverdichtung in Frankfurt am Main

Foto: Hans Drexler

In einem schmalen Anbau bringt Architekt Hans Drexler auf nur 29 Quadratmetern Grundfläche Büro und Wohnhaus für sich und seine Familie unter. Im Video führt er durch das kreativ gestaltete Stadthaus: Restgrundstück clever genutzt: Anbau auf kleinster Fläche »

4 Vorausschauendes Bauen fürs Alter
Der demographische Wandel in Deutschland sorgt dafür, dass der Anteil der älteren Bevölkerungsschichten weiter anwächst – altersgerechtes, barrierefreies Wohnen rückt in den Fokus. Doch auch viele junge Bauherren machen sich schon heute Gedanken um ihre Zukunft, denn ihr Traumhaus möchten sie auch im Alter nicht verlassen müssen.

Barrierefreies Bad - unterfahrbarer Waschtisch
Ein unterfahrbarer Waschtisch und eine großzügige Dusche mit Klappsitz – ein solches Bad ist ein Gewinn für alle Generationen.
Foto: Keuco

Umbaumaßnahmen sind zwar auch noch nachträglich realisierbar, es spart jedoch Zeit und Sorgen, das Wohnen im Alter bereits bei der Haus- und Raumplanung zu berücksichtigen. Geräumige Treppen, bei denen Lifte eingebaut werden können, breite Türen, die mit Rollstuhl oder Krücken gemeistert werden können oder ebenerdige Bäder: Viele Maßnahmen, die auch ein barrierefreies Wohnen ermöglichen, bringen auch jüngeren Generationen mehr Wohnkomfort.

5 Green Living
Die Wohngesundheit mit Hilfe von nachhaltigen Materialien und ökologischen Möbeln spielt beim „Green Living“ für immer mehr Bauherren eine wichtige Rolle. Mit Hilfe von Gebäude- und Grundstücksanalysen wird der Bau auf Wohngifte, Schadstoffe, Elektrosmog oder Lärmbelastung untersucht und Störfaktoren beseitigt. Statt schädlicher Rohstoffe werden vor allem natürliche Baumaterialien wie Holz oder Lehm verwendet. Sie sind recycelbar, haben eine lange Nutzungsdauer und sind wohngesund.

Das neue Eigenheim soll zudem immer mehr zu einer Wohlfühloase werden. Dies betrifft vor allem Bäder, die nicht mehr nur rein funktionale Nasszellen sind, sondern durch atmosphärische Lichtkonstruktionen, Hightech-Soundanlagen, Saunen, Regenwasserduschen und Whirlpool-Badewannen zu einem Home-Spa werden. Stadthäuser, die kaum Grundstücksfläche für einen Garten zur Verfügung haben, bekommen Lichtkuppeln und ökologisch begrünte Dachterrassen.

Video: Das Büro der Zukunft im HoHo Wien

In Wien steht das „HoHo“, das erste Holz-Hochhaus Österreichs mit einem Holzanteil von 74 Prozent und einer Höhe von 84 Metern, kurz vor seiner Fertigstellung. Im Vergleich zu einem konventionellen Bau derselben Größe spart das HoHo rund 300.000 Megawattstunden Primärenergie ein.

6 Individuelle Hausbaulösungen
Viele Baufirmen haben nicht mehr nur klassische 0815-Standardmodelle im Repertoire, sondern bieten modulare Fertighäuser an, die individuell zusammengestellt und gebaut werden können. Moderne Hausplanungssoftware macht es Bauherren und Architekten einfacher, besondere Wünsche digital zu planen und mit Hilfe vernetzter Anlagen umzusetzen. Bei der Hausfinanzierung bieten Banken und Finanzdienstleister deutlich mehr Flexibilität, indem Tilgungen und Laufzeiten an die individuellen Lebensumstände der Bauherren angeglichen werden.

Konzeption: Christian Schaar, Geschäftsführer der Skan-Hus Projekt GmbH

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