100 Jahre Bauhaus

Das Bauhaus-Jubiläum 2019

Foto: Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

2019 wird mit vielen Veranstaltungen an die weltberühmte Hochschule erinnert. Das Staatliche Bauhaus existierte von 1919 bis 1933 – nur 14 Jahre. In dieser kurzen Zeit hat die Schule die Grundkoordinaten von Architektur und Design durcheinandergewirbelt. Die Innovation: Jeder Schüler durchlief neben der künstlerischen auch eine handwerklich-technische Ausbildung.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Design für alle
  2. Leben am Bauhaus
  3. Direktoren, Meister und Lehrer
  4. Die Stationen des Bauhaus
  5. 100 Jahre Bauhaus – Sie wollen mitfeiern?

Design für alle

Gegen die verspielten Ornamente von Historismus und Jugendstil bezogen die Bauhäusler klar Position. Ihr Leitbild: „Die Form folgt der Funktion“. So entstanden unter anderem sachliche Möbel und Gebrauchsgegenstände mit hohem ästhetischem Anspruch, die für die industrielle Fertigung konzipiert waren – gutes Design, für die Menschen bezahlbar, so die Idee. Die Objekte werden teilweise heute noch (oder wieder) produziert. Der Einfluss der Schule war so bedeutend, dass der Begriff „Bauhaus“ oft mit der Moderne in Architektur und Design gleichgesetzt wird.

Leben am Bauhaus

Am Bauhaus wurde Architektur revolutioniert, modernes Design erfunden, freigeistig gedacht – und kräftig gefeiert. Bereits in seinem Gründungsmanifest sprach Gropius vom „Aufbau eines heiteren Zeremoniells“. Die rauschenden Feste dauerten meist mehrere Tage, die Vorbereitungen dazu bestimmten das Tagesgeschäft in den Werkstätten. Von den passenden Kostümen über Tanz, Musik und Theater bis hin zu den Einladungskarten wurde alles mit Hingabe und hohem Designanspruch vorbereitet.

Direktoren, Meister und Lehrer

Meisterhäuser in Dessau. Haus Muche/Schlemmer.
Die Meisterhäuser in Dessau. Hier das Haus Muche/Schlemmer.
Foto: Yvonne Tenschert, Stiftung Bauhaus Dessau

Walter Gropius gründete die Hochschule und war ab 1919 neun Jahre lang Direktor. Er ernannte Hannes Meyer zu seinem Nachfolger, der das Bauhaus zwei Jahre leitete. Ihm folgte der Architekt Ludwig Mies van der Rohe, der die Schule ab 1930 bis zu ihrer Auflösung 1933 führte. Als Lehrer und Meister waren bedeutende Künstler wie Lyonel Feininger, Johannes Itten, Josef Albers, Paul Klee, Wassily Kandinsky oder Oskar Schlemmer tätig.

Wegen der Repressalien nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten lösten die führenden Köpfe der Schule das Bauhaus schließlich selbst auf. Viele Bauhäusler emigrierten in alle Teile der Welt und trugen so zur Verbreitung der Bauhaus-Idee bei.

Die Stationen des Bauhaus

Weimar 1919–1925

Das Bauhaus wurde von Walter Gropius 1919 in Weimar gegründet. 1925 kürzte die Thüringer Regierung die Mittel drastisch. Politisch und finanziell unter Druck gesetzt, zog das Bauhaus nach Dessau um.

Dessau 1925–1932

In Dessau wurde von Gropius ein aufsehen­erregendes Schulgebäude errichtet, heute Weltkulturerbe. Die NSDAP setzte 1932 die Schließung der Schule durch. Es folgte der Umzug nach Berlin als private Einrichtung.

Berlin 1932–1933

In Berlin war die Arbeit der Schule wegen der Repressalien nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten nur noch eingeschränkt möglich. Am 20. Juli 1933 erklärten die Lehrer schließlich die Auflösung.

Das 100-jährige Gründungsjubiläum des Bauhauses war eines der zentralen Kulturereignisse des Jahres 2019. Mehr Infos in unserem Themenspecial: Bauhaus-Jahr 2019

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