Haustiere für die Wohnung: Welche sind am besten geeignet?

Artgerechte Tierhaltung − so geht's!

Foto: Paige Cody - Unsplash

Hund und Katze sind in Deutschland die beliebtesten Haustiere. Aber nicht immer passen sie zu den eigenen Lebensumständen – so gern man das auch möchte. Erfahren Sie hier, welche Haustiere sich für wen eignen und wie die rechtlichen Bestimmungen sind.

Bello, Fiffi, Mausi: Sie sind nicht nur Mitbewohner, sondern Freund, Zuhörer, Wärmflasche, Spielgefährte und: Seelentröster. Zahlreiche Studien belegen, dass Tiere das psychische Wohlbefinden ihrer Halter steigern und sogar bei Depressionen zur Genesung beitragen. Auch bei körperlichen Krankheiten können Tiere helfen – denn ihre Anwesenheit entlastet Herz und Kreislauf dauerhaft.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Bin ich bereit für ein Tier?
  2. Welches Tier passt zu mir?
  3. Haustiere in der Wohnung? So viel Platz brauchen Sie
  4. Wann sind Haustiere in der Mietwohnung erlaubt?
  5. Haustiere für Berufstätige

Bin ich bereit für ein Tier?

Impfen, kastrieren, entwurmen: Mit Haustieren sind regelmäßige Tierarztbesuche Pflicht. Sind Sie auf die Kosten vorbereitet?
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Mit einer Katze auf dem Sofa liegen und schmusen. Mit dem Hund über die Felder spazieren oder sich von farbenprächtigen Fischen verzaubern lassen: Jedes Tier übt seine eigene Faszination aus. Aber wie finde ich eigentlich heraus, welches Tier zu mir und meinen Lebensumständen passt?

Damit das Zusammenleben im Alltag auch funktioniert, sollte die Entscheidung gut überlegt sein. Denn Haustiere bedeuten zwar viel Freude, aber auch Arbeit, Verantwortung und zusätzliche Kosten für jeden Haushalt. Ein mittelgroßer Hund kostet beispielsweise mit Steuer, Futter und Arztbesuchen im Unterhalt ca. 700 Euro jährlich, bei einem Vogel sind es immerhin zwischen 50 und 100 Euro.

Außerdem muss das Tier in den eigenen Tagesplan passen. Ist man viel unterwegs, ist ein Aquarium mit Zeitschaltuhr besser geeignet als ein Hund oder eine Katze.

Diese Fragen sollten Sie sich vor der Anschaffung stellen:

  • Haben Sie jetzt und in den nächsten Jahren genügend Zeit, sich um das Tier zu kümmern?
  • Sind alle im Haushalt mit der Anschaffung einverstanden?
  • Haben Sie genug Platz und Geduld für das Tier Ihrer Wahl?
  • Sind Sie auf regelmäßig anfallende Kosten wie Futter und Tierarztbesuche vorbereitet?
  • Können Sie das Tier in den Urlaub mitnehmen oder eine Unterbringung in dieser Zeit gewährleisten?
  • Ist Ihnen bewusst, dass Tierhalter in der Regel nicht nur mit Haaren, sondern auch mit Fäkalien und Beschädigungen der Möbel klar kommen müssen?

Welches Tier passt zu mir?

Bei der Entscheidung, welches Tier zu Ihnen passt, spielen vor allem Zeit, die Größe der Wohnung und die Lebensumstände eine entscheidende Rolle. Vor der Entscheidung ist es wichtig, alle Fakten zu kennen und die Wahl wohl zu überlegen.

Hunde

Foto: Pixabay

Für größere und besonders bewegungsfreudige Hunde empfiehlt sich ein Domizil mit Garten. In Wohnungen sollten sie eher auf kleinere Rassen wie Mops oder Zwergspitz zurückgreifen.

Ein Hund ist darüber hinaus nur für Menschen mit viel Zeit geeignet. Er braucht Auslauf, Erziehung und Ansprache. Auch die persönlichen Bedürfnisse des Hundes müssen berücksichtigt werden. Während manche Rassen ein höheres Bewegungsbedürfnis haben (Jagdhunde), legen andere Rassen erhöhten Wert auf soziale Interaktion. Und wer Kinder hat, sollte bedenken, dass die gewählte Rasse gut mit dem eigenen Nachwuchs harmonieren sollte.

Fazit: Hunde sind für Menschen mit viel Zeit und Energie, die den Bedürfnissen des Hundes gerecht werden geeignet. Die Größe der eigenen Wohnung ist nicht entscheidend so lange man sich auf keine Rasse festlegt. Wie bei anderen Tieren auch, sollten sich Hundebesitzer darüber klar sein, dass Hundehaare künftig zum Alltag gehören. Außerdem sorgt das Bellen häufig auch für Streit mit den Nachbarn.

Katzen

Katzen lieben es draußen zu klettern. Bei Wohnungskatzen sollten Sie deshalb für genügend Klettermöglichkeiten in der Wohnung sorgen.
Foto: J.Fink-Verlag

Katzen lieben es, auf Bäume zu klettern und die Umgebung zu erkunden. Deshalb sind Wohnungen oder Häuser mit der Möglichkeit zum Freigang ideal. Aber auch in einer artgerecht gestalteten Stadtwohnung mit vielen Verstecken und Klettermöglichkeiten lassen sich Wohnungskatzen halten.

Katzen sind sehr eigensinnige Tiere: Manche schmusen für ihr Leben gerne, andere fordern ihre Streicheleinheiten nur ab und zu ein. Fest steht: Eine Katze hat ihren eigenen Kopf. Zwar können sich manche sehr gut mit sich selbst oder anderen Artgenossen beschäftigen, manche suchen aber auch viel Kontakt zu Menschen.

Generell sind Katzen mit Freigang selbstständiger und kommen besser damit klar, wenn ihr Besitzer einige Stunden unterwegs ist, als Wohnungskatzen. Wer reine Wohnungskatzen hält, sollte darüber nachdenken, sich zwei Katzen − beispielsweise ein Geschwisterpaar − anzuschaffen. So sind die Tiere ausreichend beschäftigt und gefordert.

Fazit: Katzen können sich mit Artgenossen prima beschäftigen und sind auch für Wohnungen geeignet, fühlen sich aber bei Freigang wohler. Wer sich eine Katze hält, sollte sich darüber klar sein, dass Polstermöbel und Tapeten gerne als Kratzbaum genutzt werden. Außerdem sollten Sie sich nicht nur auf Haare in Ihren vier Wänden, sondern auch auf manchen Urinfleck einstellen − denn sogenanntes Protestpinkeln ist bei vielen Katzen an der Tagesordnung.

Kleintiere (Meerschweinchen, Hamster, Kaninchen)

Hamster sind vor allem bei Kindern beliebte Haustiere, aber in der Wohnung nur schwer artgerecht zu halten.
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Meerschweinchen und Zwergkaninchen sollten bei Wohnungshaltung in einem großzügigen Käfig untergebracht sein und täglich Auslauf bekommen. Gerade bei Kaninchen müssen Stromkabel entsprechend gesichert werden – denn daran nagen die Tiere gerne. Wer sich für ein Freigehege im Garten entscheidet, sollte aufpassen, dass es ausreichend vor Wildtieren geschützt ist (je nach Wohnlage). Besonders für Kaninchen ist ein Freigehege für eine artgerechte Haltung unbedingt eine Überlegung wert. Denn das Graben von Höhlen gehört zu den beliebtesten Beschäftigungen von Kaninchen. Meerschweinchen und Zwergkaninchen sind gesellig und sollten mindestens zu zweit gehalten werden.

Vor allem bei Kindern ist der Goldhamster ein beliebtes Haustier. Tierschützer raten davon ab, diese in der Wohnung zu halten. Denn eine artgerechte Haltung ist kaum möglich, da Hamster ein sehr starkes Bewegungsbedürfnis haben und in der Natur in unterirdischen Röhrensystemen zuhause sind. In einem Käfig mit Laufrad kommen sie deshalb kaum auf ihre Kosten.

Fazit: Für die Wohnungshaltung eignen sich am besten Meerschweinchen, die aber nie alleine gehalten werden sollten. Bei Nagetieren müssen Kabel entsprechend gesichert werden. Wer ein Kleintier bei sich aufnimmt, sollte sich bewusst sein, dass die Tiere ihre Notdurft nicht nur im Käfig verrichten, sondern überall dort, wo sie sich gerade aufhalten.

Kanarienvögel und Wellensittiche

Wellensittiche sollten unbedingt als Paar gehalten werden. Die Vögel sind Schwarmtiere und fühlen sich deshalb nur in Gesellschaft wohl.
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Vögel sind eine schöne Abwechslung: Mit buntem Federkleid und ihrem Gesang bringen sie vielen Menschen Freude. Außerdem scheint die Haltung recht unkompliziert. Allerdings sind die meisten handelsüblichen Käfige viel zu klein. Die Vögel sollten deshalb jeden Tag aus dem Käfig gelassen werden und auch mindestens zu zweit leben.

Fazit: Vögel sind zwar generell pflegeleichter als beispielsweise Hunde, aber die Rahmenbedingungen sollten eine artgerechte Haltung dennoch möglich machen. Künftige Vogelbesitzer sollten sich außerdem darüber bewusst sein, dass auch Vögel ihre Spuren in der Wohnung hinterlassen - in Form von Fäkalien, freigenagten Löchern in der Wand und Federn.

Fische

Schön bunt: Die meisten bunten Fische sind im Salzwasser zuhause und deshalb wirklich nur für ambitionierte Aquaristik-Experten geeignet.
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Die Aquaristik ist eine Wissenschaft für sich: Wassertemperatur, chemische Zusammensetzung des Wassers, Einrichtung und Kompatibilität der Fische. Wer sich ein Aquarium anschafft, sollte sich im Vorfeld ausführlich informieren. Bei der Wahl des richtigen Aquariums ist außerdem die Größe entscheidend. Experten raten auch Einsteigern, kein Aquarium zu kaufen, das weniger als 100 Liter fasst.

Fazit: Fische brauchen weder Auslauf noch Streicheleinheiten, aber den Willen, sich auf das komplizierte Gebiet der Aquaristik einzulassen.

Haustiere in der Wohnung? So viel Platz brauchen Sie

Wenn Katzen die Möglichkeit zum Freigang haben, z.B über eine Katzentreppe oder -klappe, brauchen sie in der Wohnung nicht ganz so viel Platz.
Foto: J.Fink-Verlag

Es gibt keine genormte Zahl, wie viele Quadratmeter jedes Tier braucht. Hunde und Katzen kommen auch mal mit weniger Platz aus, wenn sie oft an die frische Luft dürfen und Sie ausgiebig und regelmäßig mit ihnen spielen.

Dennoch eignen sich für kleinere Wohnungen natürlich am besten Tiere, die weniger Platz brauchen. Aber Achtung: Die Größe des Tieres ist dafür nicht entscheidend. Hamster beispielsweise können in einer Wohnung nicht artgerecht gehalten werden. Und auch Meerschweinchen sollten einen großzügigen Käfig ihr Zuhause nennen.

Besser geeignet für kleinere Wohnungen sind Vögel – die bestenfalls durch die ganze Wohnung fliegen dürfen. Haben Sie Platz für ein Aquarium mit einem Fassungsvermögen von mindestens 100 Litern sind auch Fische für die kleine Stadtwohnung geeignet.

Generell gilt: Wenn Sie ohnehin schon beengt wohnen, sollten Sie zum Wohle des Tieres eher auf einen neuen Mitbewohner verzichten. Denn unterm Strich brauchen nun mal alle Tiere ausreichend Platz.

Wann sind Haustiere in der Mietwohnung erlaubt?

Viele Vermieter verbieten von vornherein die Haltung von Haustieren in der Wohnung. Generell gilt, dass die Haltung von kleinen Heimtieren – von denen weder eine Geruchs- noch eine Lärmbelästigung ausgeht – nicht verboten werden darf.

Auch bei Hunden und Katzen ist es unzulässig, ein generelles Verbot auszusprechen. Hier wird von Fall zu Fall abgewogen. Sich hier auf die Rechtsprechung zu verlassen, ist aber prinzipiell nicht die beste Lösung. Informieren Sie deshalb besser den Vermieter und sprechen Sie vor der Anschaffung eines Tieres auch mit den Nachbarn. So minimieren Sie das Risiko, dass es später zu Ärger kommt, unter dem das Tier leiden muss und Sie am Ende vielleicht sogar wegen eines drohenden Rechtsstreits verlassen muss.

Haustiere für Berufstätige

Wer häufiger Home Office macht kann sich auch bei einem Vollzeitjob ausreichend um den vierbeinigen Mitbewohner kümmern. Wer hingegen fünf Tage die Woche stundenlang bei der Arbeit ist, sollte eher über ein anderes Haustier nachdenken.
Foto: Bruno Cervera Azsk - unsplash

Ein Tier braucht Zeit und Pflege - und zwar jedes Tier. Deshalb sollte die Entscheidung vor dem Kauf gut überlegt sein. Natürlich gibt es aber Haustiere, die besser alleine klar kommen als andere. Wenn sie paarweise gehalten werden, sind Meerschweinchen oder Vögel bestens geeignet. Hierzulande wird außerdem Tier-Sharing immer beliebter. Dabei teilen sich Menschen einen Hund, beispielsweise mit den Eltern, die in der Nähe wohnen und bereits in Rente sind, oder mit Nachbarn, die von daheim arbeiten können.

Falls die Betreuung des Tieres auf diese Art geregelt werden kann, spricht prinzipiell nichts gegen die Anschaffung. Sollte sich keine Lösung finden und Sie möchten dennoch nicht auf die Gesellschaft eines Hundes verzichten, bietet es sich auch an, im nächsten Tierheim die eigenen Dienste zum Gassigehen der dort untergebrachten Hunde anzubieten. So können sie ihre Zeit mit den liebenswerten Vierbeinern verbringen, ohne dem Tier zu viele Stunden ohne Aufmerksamkeit zuzumuten.

Fazit:

Wer berufstätig ist und tagsüber nicht viel Zeit hat, sollte sich die Anschaffung eines Tieres generell gut überlegen. Generell sind Sie bei einem vollen Terminkalender aber beispielsweise mit einem Aquarium besser bedient als mit einem Hund. Denn Fische brauchen keine Streicheleinheiten und es reicht völlig aus, wenn Sie den Fischen nach der Arbeit Ihre Aufmerksamkeit schenken.

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