Tadelakt – faszinierender Putz

- Foto: Tierrfino
Bei uns wird eine orientalische Schönheit entdeckt: Der aus Marokko stammende Tadelakt ist ein natürlicher Kalkputz, der eine einzigartige Oberfläche ergibt. Doch die Verarbeitung erfordert einiges an Erfahrung.
Das Material
Tadelakt ist ein Kalkputz, der ursprünglich aus Marokko stammt. Das langlebige Material wurde dort schon vor rund 1.000 Jahren verwendet und wird auch heute noch gerne an Außen- und Innenfassaden angebracht. Das Material kann nicht nur an der Wand, sondern auch auf Waschbecken (beispielsweise aus Porenbeton) oder Wannen aufgebracht werden.
Dass der Putz auch hierzulande immer beliebter wird, hat seine Gründe: Neben dem schönen Charakter der Oberfläche punktet das Material mit seinen wasserabweisenden und pilzhemmenden Eigenschaften. Beides macht den Putz zu einer guten Alternative zur Fliese. Einziger Wermutstropfen ist die recht aufwendige Verarbeitung. Einige Malerbetriebe bieten den fachmännischen Auftrag des Materials an. Spannender ist es jedoch, Tadelakt zum Hobby zu machen.
Tadelakt − eine traditionelle Putztechnik für innen und außen. Besonders beliebt ist dieser Kalkputz als Alternative zur Fliese. Fotos: Tierrfino
Die Technik
Der Mörtel, der übrigens eingefärbt werden kann, wird in dünnen Schichten aufgetragen und nach dem Antrocknen verdichtet, geseift und mit Steinen poliert. Dadurch entsteht die typische leicht wellige Oberfläche mit einer wolkigen Farbe. Das Erlernen der Technik ist nicht einfach und erfordert viel Erfahrung, Geduld und Fingerspitzengefühl. Von Herstellern und alternativen Baustoffhändlern werden hierzu Seminare angeboten, bei denen man die Technik von der Pike auf erlernen kann.
1. Auf den vorgenässten Untergrund wird der Tadelakt mit Traufel oder Holzreibebrett aufgebracht. (Bild links)
2. Nach dem Antrocknen benetzt man die Fläche mit verdünnter Olivenölseife. (Bild Mitte)
3. Jetzt wird mit dem Polierstein verpresst. Das Benetzen mit Seife und das Verpressen wiederholt man drei- bis viermal. Zuletzt wird die Oberfläche mit dem Stein poliert. Wasserdichte Oberflächen müssen öfter, fünf- bis sechsmal, poliert werden. (Bild rechts)
Fotos: aus „Tadelakt“ von M. J. Ochs
Buchtipp
Wer sich mit dem Thema Tadelakt genauer beschäftigen möchte, findet in Michael Johannes Ochs' Buch Tadelakt – Eine alte Putztechnik neu entdeckt viele Anwendungsbeispiele und praktische Tipps.
DVA Verlag, ISBN 978-3-421-03413-7
39,95 Euro.
