Arbeitsplatz Zuhause

- Schlecht für die Konzentration, schlecht für den Rücken: Der Heim-Arbeitsplatz am Wohnzimmertisch ist ganz sicher keine Ideallösung. Foto: Rainer Sturm/pixelio.de
Effizientes Arbeiten von zu Hause aus ist machbar - wenn man die Sache professionell anpackt. Dann bietet ein Home-Office die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und viele Freiräume. Wenn sich jedoch Job und Privatleben zu sehr vermischen, kann eine Menge Stress entstehen. Die klare Trennung der Bereiche räumt mögliche Konflikte bereits im Vorfeld aus.
Die professionelle Planung des Heim-Arbeitsplatzes hat nicht nur etwas mit Möbeln und Geräteausstattung zu tun, sondern auch mit Arbeitsatmosphäre und Arbeitshaltung. Wer ständig zwischendurch Privates erledigt, zum Kühlschrank läuft oder über Legosteine stolpert, wird kaum die Konzentration aufbringen, die für effizientes Arbeiten nötig ist. Auf diese Weise wird die Freiheit der flexiblen Zeitgestaltung zum Fluch.
Die richtige Einstellung
Das sind die grundsätzlichen Voraussetzungen fürs Arbeiten von zu Hause aus:
- Eine gehörige Portion Selbstdisziplin
- Klar definierte Zeitfenster, die ausschließlich für die Berufstätigkeit reserviert sind
- Eine verlässliche Kinderbetreuung während dieser Stunden
- Ein ausreichend abgeschotteter Arbeitsraum
- Die technische Ausstattung des Arbeitsbereiches – vom Telefonanschluss über die Datenleitung bis zur notwendige Soft- und Hardware
Das richtige Arbeitszimmer
Optimal ist ein abgeschlossener Bereich, der je nach Tätigkeit einen oder mehrere Räume umfasst. Herrscht Publikumsverkehr, ist außerdem ein separater Zugang sinnvoll. Das lässt sich in der Regel leicht verwirklichen, wenn die Arbeitsräume in einem Nebengebäude, einem Anbau, einer Einliegerwohnung oder im Untergeschoss liegen.
Für die Erschließung eines ausgebauten Dachgeschosses wiederum eignet sich eine Freitreppe, sofern kein Treppenhaus außerhalb des Wohnbereiches vorhanden ist. Bei ebenerdigen Räumen reicht auch eine Glastür zum Garten, die die Funktion der Eingangstür übernimmt. Mit einem separat angelegten und deutlich gekennzeichneten Weg wird der Besucher auf die richtige Spur gebracht.
Besteht die Möglichkeit, zum Beispiel bei einem Neubau, die Lage der Räume frei zu bestimmen, eignet sich die Nord-Ost-Richtung hervorragend zum Arbeiten. Mit großen Fenstern sorgt man für ausreichend Lichteinfall. An West- oder Südseite allerdings geht es dann nicht ohne Sonnenschutz, um auch im Sommer einen kühlen Kopf bewahren und blendfrei am Bildschirm arbeiten zu können.
Gut eingerichtet
Auch wenn der Raumbedarf lediglich ein Zimmer umfasst, sollte dieses nicht kleiner als 8 Quadratmeter sein. Schränke, Schreibtisch und Computer müssen ohne Raumnot untergebracht werden können. Ist mehr Platz vorhanden, sind großzügigere Arbeits-, Schrank- und Regalflächen vorteilhaft, um den unvermeidlichen Zuwachs an neuen Ordnern aufzunehmen.
Das Herzstück des Home-Office, der Schreibtisch, muss tief genug für einen Bildschirm samt Tastatur sein. Herrscht Platzmangel, gewinnt man mit Aufsatzsystemen Ablagefläche auf dem Schreibtisch. Auch rollbare Aktencontainer und Auszugstische an Regalen oder Schränken entlasten die Schreibtischfläche.
Alles, was nicht direkt in Griffnähe untergebracht ist, sorgt zudem für Bewegung am Arbeitsplatz. Wer ab und zu aufstehen muss, verhilft seinem Körper zu mehr Regeneration, als dies der ergonomischste Bürostuhl je erreichen kann.
Die technische Infrastruktur, beispielsweise Internetzugang, Telefon und je nach Bedarf Peripheriegeräte wie Drucker, Kopierer oder Fax, sollten so installiert und aufgestellt sein, dass keine Stolperfallen durch Kabelgewirr entstehen.
Home-Office ohne eigenes Arbeitszimmer
Steht für das Home-Office kein eigener Raum zur Verfügung, müssen Insellösungen gesucht werden, die fürs Finanzamt jedoch nicht den Status eines Arbeitszimmers haben. Der Arbeitsplatz auf einem Podest oder hinter einem Regal signalisiert ebenso eine Trennung wie ein flexibler Paravent, der nach Bedarf eingesetzt wird. Und eine Dachgeschoss-Galerie ist zwar kein eigenes Arbeitszimmer, bietet aber ein Plätzchen für das Home-Office abseits des Alltagstrubels. (Foto: Initiative Energieeffizienz)
Ist man fest an eine Firma angebundenen und arbeitet viel übers Internet, reicht häufig ein kompaktes Arbeitsmöbel, das Platz fürs Notebook sowie eine kleine Ablage bietet und sich nach getaner Arbeit zuklappen lässt. Vorgänge, die früher in Aktenordnern ganze Regalwände einnahmen, liegen heute kompakt auf dem Server des Unternehmens. Mit maximal ein oder zwei weiteren mobilen Einheiten für wenige Hängemappen oder Ordner ist so das Thema Arbeitsplatz bereits erledigt.
Rollmöbel lassen sich nach getaner Arbeit unter Regale oder in eine Ecke schieben und machen den Raum wieder frei für die Privatnutzung. Schlösser an Türen und Klappen schützen die Inhalte vor neugierigen Kinderhänden. Nur eines muss dann noch geklärt werden: Während der Arbeitszeit ist der gesamte Raum für Familienmitglieder tabu.
Weitere Informationen:
- Arbeitszimmer: Steuerlich wieder attraktiv »
- Clevere Raumteiler auch für den Arbeitsplatz zu Hause »
- Multimedia im Haus - moderne Kommunikationstechnik für Arbeit und Freizeit »
- Informationen zur Gestaltung des Arbeitsplatzes, zu ökologischen Aspekten oder auch zur Gesundheit am Arbeitsplatz gibt es bei:
www.buero-forum.de
