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Bodengutachten: Schutz vor teuren Überraschungen

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Vor der Bohrung besichtigt Gutachter Michael Heinzelmann erst einmal das zu untersuchende Baugrundstück. Dann kommt meist der Bagger oder es wird gebohrt. (Foto: M. Heinzelmann)

Ist der Baugrund so locker, dass sogar der Baggerführer kehrt macht? Drohen felsiges Gestein, Grundwasser oder gar Altlasten? Bevor teure Spezialmaßnahmen nötig werden, können Sie mit einem Bodengutachten Planungssicherheit schaffen.

Beim Grundstückskauf sollte sich niemand auf den Augenschein verlassen. Auch das, was unter der Oberfläche liegt, verdient Aufmerksamkeit. Falls nötig, sollte eine Bodenuntersuchung durchgeführt werden. Und zwar bevor der Kaufvertrag fürs Grundstück unterschrieben wird! Finanzielle Katastrophen lassen sich dann rechtzeitig verhindern: entweder durch eine Kaufpreisminderung, die die Kosten für die notwendigen Maßnahmen auffängt, oder durch Rücktritt von der Kaufabsicht.

Erste Sondierung

Erste Indizien für einen labilen Untergrund sind geneigte Straßenlaternen oder angehobene Gehwege im Umfeld des Grundstücks. Auch unregelmäßiger Pflanzenwuchs oder kranke Bäume können Anlass sein, genauer hinzusehen. Eine kostenlose Recherchemöglichkeit ist das Gespräch mit Nachbarn, die gerade gebaut haben, oder solchen, die schon lange hier wohnen. Möglicherweise hilft ein Blick in den Bebauungsplan beim Baurechtsamt weiter. Er zeigt, ob am Gelände durch menschliche Eingriffe etwas verändert wurde und gibt Hinweise auf frühere Nutzungen. Auch bei anderen Behörden finden sich weiterführende Informationen, beispielsweise zu den geologischen Verhältnissen.

Hier heißt es aufgepasst:

Die folgenden Fakten machen eine Bodenuntersuchung möglicherweise sinnvoll:

Sicherheit durch ein Bodengutachten

Selbst wenn im Hinblick auf Altlasten eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der Behörden vorliegt, oder die geologischen Verhältnisse auf den Nachbargrundstücken unproblematisch waren: Ist man unsicher, bringt nur ein direkt erstelltes Bodengutachten Gewissheit. Denn so wie sich geologische Gegebenheiten innerhalb weniger Meter abrupt verändern können, treten Schadstoffbelastungen ebenfalls oft punktuell auf.

Ein Bohrkern gibt Aufschluss über Bodenaufbau und Wassergehalt –
und damit über die Tragfähigkeit des Untergrunds. (Foto: M. Heinzelmann)

 

 

Ein Bodengutachten, das etwa 1.000 Euro kostet, prüft den Baugrund auf Tragfähigkeit, Wasservorkommen und Altlasten, vergleicht Grenzwerte und gibt Empfehlungen. Aus der Bodenbeschaffenheit und der Last der künftigen Bebauung können Aussagen über die Art des notwendigen Fundaments abgeleitet werden: Reicht ein Streifenfundament aus? Ist eine Bodenplatte empfehlenswert? Oder ist gar eine Gründung auf Pfählen notwendig? Das Gutachten macht Aussagen darüber, welche Abdichtungsmaßnahmen einen trockenen Keller garantieren. So wird das Risiko von Folgeschäden minimiert - das gibt Sicherheit für die Baukostenplanung.

Möglichen Schadstoffbelastungen kommen die Gutachter über sogenannte historische Erkundungen auf die Spur. Gibt es genügend Anhaltspunkte, erfolgt eine Analyse anhand von Bodenproben, die mittels Bohrungen an mehreren Stellen gewonnen werden. Bei Bedarf werden Sanierungsvorschläge gemacht.

Ansprechpartner zum Thema Bodenuntersuchungen

Weiterführende Informationen

Informationen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit:
www.bodenwelten.de
www.bmu.de/bodenschutz

Weiterführende Informationen: