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Grundlagen Möbelrestaurierung (Teil 1)

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Foto: Marion Richter-Fotolia.com

Was kann aus der alten Truhe vom Dachboden werden? Kann man die Rettung eines Biedermeier-Schreibtischs selbst in die Hand nehmen? Hier eine Übersicht der Möbeltypen.

Schauen Sie genau hin

Vor dem Restaurieren sollten Sie klären, mit welcher Art von Möbel Sie es zu tun haben. Ist es ein recht wertloses Stück, aus dem mit etwas Fantasie und Farbe dennoch ein individueller Einrichtungsgegenstand werden kann? Oder handelt es sich um ein Erbstück, das nicht nur Möbel, sondern auch Wertanlage ist? Die Spanne ist groß, und viele Möbel sind zwischen diesen beiden Extremen einzuordnen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, sollten Sie unbedingt einen Experten zu Rate ziehen. Hier einige häufige Möbeltypen:

1. Das Weichholzmöbel

In den 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts erlebten die abgelaugten Fichten- oder Tannenschränke einen regelrechten Boom. Wer auf dem Dachboden einen bemalten Schrank auftreiben konnte, entfernte die Bemalung und platzierte das Möbel geölt oder gewachst im Wohnzimmer.

Weniger wertvolle Hölzer wurden früher bemalt – beispielsweise mit Bauernmalerei.
Foto:
Daniel Fuhr-Fotolia.com

Für unsere Vorfahren waren Weichhölzer hingegen minderwertiges Material, das man, wenn man Geld hatte, mit edlem Holzfurnier überzog. Weniger Vermögende versteckten Tanne und Fichte unter einer Bemalung. Dabei schreckte man auch nicht davor zurück, die Maserung von edlen Hölzern aufzumalen. Auch die Bauernmalerei war eine Technik, scheinbar minderwertiges Holz zu verstecken.
Manche dieser Bemalungen sind sehr kunstvoll und durchaus erhaltenswert. Mann sollte also genau hinsehen, bevor man das Möbel in seinen Rohzustand versetzt.

2. Das furnierte Möbel

Furnier klingt heutzutage nach billigen Spanplatten. Und tatsächlich sind furnierte Möbel aus Sparsamkeit entstanden: Schon im Barock war massives Holz wertvoll und teuer, so dass man dazu überging, edle Hölzer in dünne Schichten zu schneiden. Im Gegensatz zu heute wurde das Furnier nicht auf Spanplatten, sondern auf günstige Massivhölzer geklebt. Auch betrug die Furnierstärke mehrere Millimeter – im Gegensatz zu den heute verarbeiteten hauchdünnen Platten. Furnier bot damals außerdem die Möglichkeit, Motive und aufwendige Intarsien zu gestalten.
Insgesamt zählen diese Antiquitäten also zu den kostbareren und erhaltenswerten Möbeln. Vor allem aus der Biedermeierzeit sind noch viele schöne Exemplare erhalten. Wer ein solches Möbel restauriert, sollte sein Handwerk verstehen: Die dünnen Furniere sind schnell durchgeschliffen. Oft werden alte, dicke Furniere zur Reparatur benötigt, die schwer zu bekommen sind. Die Oberfläche ist oft mit Schellackpolitur versehen, was als die hohe Kunst der Oberflächenbehandlung gilt.

Auf Türe und Schubkasten zeichnet ein lebhaft gemasertes Nussbaumfurnier ein symmetrisches Bild.
Foto: Stefan Niederauer-
Fotolia.com

3. Das Sperrmüllmöbel

Ein Fall für den Sperrmüll oder noch zu retten? Foto: freebie123Fotolia.com

Es sieht aus, als wäre es nicht mehr zu retten. Doch es reizt die Kreativität, und man spürt sein Potenzial unter der angestaubten Oberfläche. Manche Möbel sind sicher keine aufwendigen Erhaltungsaktionen durch den Restaurator wert, doch zum Wegwerfen dennoch viel zu schade. Oft steckt in diesen Möbeln echte Wertarbeit: Massives Holz oder gute Tischler- statt Spanplatte, ordentliche Beschläge und dickeres Furnier. Wenn Sie sicher sind, dass es sich bei dem Fundstück nicht um eine wertvolle Antiquität handelt, können Sie mit Pinsel und Farbe ans Werk gehen. Hier kann auch mal zur Stabilisierung eine Schraube eingedreht werden – was Sie bei wertvollen Exemplaren tunlichst sein lassen sollten.

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