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Brillante Oberflächen: Lehmfarbe und Lehmputz

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Foto: Lesando

Es muss nicht immer Dispersionsfarbe sein. Lehmputz und Lehmfarbe sind in vielen Varianten erhältlich und verbreiten einen ganz besonderen Charme.

Renaissance eines Klassikers

Lehm ist ein uralter Baustoff, der in den vergangenen Jahrzehnten von Zement, Beton oder Gips verdrängt wurde. Heute werden seine hervorragenden Qualitäten wiederentdeckt. Mit Lehmziegeln oder Lehmbauplatten können ganze Wandaufbauten geleistet werden. An den Wänden setzen sich Lehmputze und -farben in Szene, die hier genauer beschrieben werden.

Gut fürs Raumklima

In punkto Ökologie ist das Material vorbildlich: Es ist schadstofffrei und zu hundert Prozent recycelbar, da es mit Wasser immer wieder eingesumpft werden kann. Ein weiteres Argument für Lehm ist seine positive Auswirkung auf das Raumklima: Seine antistatischen Eigenschaften verhindern die Verwirbelung von Staubpartikeln in Räumen. Lehm ist schimmelbeständig und feuchtigkeitsregulierend. Damit sich die Eigenschaft Wasser aufzunehmen und wieder abzugeben auch wirklich auswirkt, genügt ein dünner Anstrich mit Lehmfarbe allerdings nicht. Dazu ist ein Lehmputz mit einer Auftragsstärke von 2 bis 3 mm nötig. Im Bad gehören beschlagene Spiegel dann der Vergangenheit an: Der Lehmputz reguliert den beim Duschen und Baden entstehenden Wasserdampf. Im direkten Feuchtbereich darf Lehm allerdings nicht zum Einsatz kommen. Wie die meisten Materialien zur Wandbeschichtung ist er nicht wasserfest. Im Spritzwasserbereich kann die Oberfläche durch einen Wachsüberzug geschützt werden – ein solcher Überzug gibt der Oberfläche auch optisch mehr Tiefe.

Anwendung von Farben und Putzen

Lehm-Farben und -Putze können auf alle bauüblichen Untergründe aufgetragen werden. Vor dem Auftrag sollte der Untergrund allerdings mit einer vom entsprechenden Hersteller empfohlenen Grundierung vorbereitet werden.
Lehm-Streichputze und Lehmfarben sind Anstrichstoffe. Sie sind sehr einfach mit Pinsel oder Quast zu verarbeiten. Mit ihnen können ganze Wände oder Bereiche an denen der Putzauftrag recht mühsam ist – beispielsweise Decken – gestrichen werden. Streichputze sind mit einem Kornzusatz versehene Farben. Sie ergeben eine leicht raue Oberfläche, wie ein fein geriebener Putz. Lehmfarben sind hingegen ohne sichtbare Struktur.
Lehmfeinputze oder Lehmstrukturputze werden mit der Kelle in einer Schichtdicke von 2 bis 3 mm aufgetragen. Es gibt sie in vielen Farben und wahlweise mit unterschiedlichsten Zuschlägen. Um besondere Oberflächenstrukturen zu erzielen werden den Putzen beispielsweise Pflanzenfasern oder Mineralien beigemischt.

Lehmputz-Lesando-CappriccioDurch natürliche Zuschläge werden besondere Effekte erzielt. Lehm-Spachtelputz „Capriccio” (Foto: Lesando)

Beispiel: Auftrag von Lehmfeinputz

Werkzeug

Arbeitsschritte

  1. Lehm-Putz-Farbe-anruehrenMörtel mit Hilfe einer Bohrmaschine mit Rührwerk in Wasser einrühren. Nach einer Ruhezeit von 30 Minuten nochmals durcharbeiten. Je nach Wunsch Farbpigmente zugeben. Um eine homogene Fläche zu erreichen, den Mörtel für eine ganze Wand auf einmal anmischen.
  2. Lehm-Putz-auftragenPutz mit einem Edelstahl- oder Japanglätter in einer Stärke von 2 mm auftragen. Auf sehr einfache Weise wird eine gleichmäßige Materialstärke mit einer Zahntraufel erreicht: Auftragen und anschließend einebnen (auf Lehm-Unterputz allerdings nicht zu empfehlen).
    Aufgezogen wird von links unten nach rechts oben in „organischen” Zügen, rechte Winkel und gerade Linien vermeiden und immer nass in nass arbeiten. Mit einem breiten Rakel können Putzgrate nach dem Auftrag gut abgezogen werden.
  3. Lehm-Putz-verreibenWenn die Putzfläche von einem nass-glänzenden Zustand in den feucht-matten Zustand übergeht, beginnt der erste Filzgang mit einem Filzbrett. Möchten Sie eine noch feinere Oberfläche erreichen, sind weitere Filzgänge notwendig.
  4. Lehm-Putz-glaettenEine sehr glatte Oberfläche ist schwerer herzustellen: man erreicht sie durch Glätten mit der Kelle.

 

 

Eine besonders tiefe Brillanz wird durch ein Freiwischen der Oberfläche nach der Austrocknung erzielt. Nach dem Trocknen (min. 48 Stunden) wird die Fläche mit einem sauberen, feuchten Schwamm abgewischt. Bei dunklen Farben sehr sparsam mit dem Wasser umgehen, damit die Fläche nicht wolkig wird. Alternativ mit einer Blumenspritze behutsam anfeuchten und mit einem Tapezierwischer oder einer kurzflorigen Bürste weich abreiben.

Weiterführende Informationen: