Baukleber für Tapeten und Fliesen
Zu den Bauklebern zählen Tapetenkleber und Kleister, Dispersions-, hydraulische und Reaktionskleber sowie Dichtungsmassen. Man bekommt sie im Handel komfortabel und gebrauchsfertig oder kostengünstiger in Pulverform zum Anrühren.
TAPETEN
Kleber und Kleister
Zur Verarbeitung unterschiedlichster Tapeten und Materialien bedarf es auch der geeigneten Kleber und Kleister. Da gerade die Tapetenhersteller starkes Interesse an einem guten Ergebnis haben, empfehlen sie in der Regel, um Fehler auszuschließen, auf den Beipackzetteln den geeigneten Kleber oder Kleister. Verarbeiter, die diese Hinweise beachten, sind auf der sicheren Seite.
Tapetenkleister bestehen aus Methylcellulose, einem Zellulose-Derivat. Sie reagieren nicht auf Kalk, sind geruchlos und neutral. Das Ansatzverhältnis richtet sich grundsätzlich nach Art, Dicke und Saugfähigkeit der Tapete. Spezialkleister enthalten neben Methylcellulose noch Beimischungen von Kunstharz-Dispersionsklebern. Dadurch wird ihre Klebekraft und besonders die Anfangshaftung erhöht. Gegen Schimmelpilzbefall enthalten diese Kleisterarten fungizide Zusätze – wichtig, wenn man zum Beispiel Vinyltapeten verarbeitet.
Tapetenkleister – klassisch
Der ganz normale Tapetenkleister eignet sich zum Kleben von leichten Papiertapeten. Er löst sich in kaltem Wasser nach circa 20 Minuten. Eine Packung reicht – je nach Ansatzverhältnis – für 6 bis 10 Liter Wasser. Dieser Kleister aus Methylcellulose mit Kunstharz und klebeverstärkenden Zusätzen wird je nach Hersteller innerhalb von circa 15 bis 20 Minuten in kaltem Wasser gelöst. Der Verbrauch liegt je nach Art des zu verklebenden Materials bei circa 200 bis 400 Gramm/Quadratmeter.
Tapetenkleister – spezial
Er wird verwendet für mittelschwere bis schwere Tapeten, zum Beispiel für Seiden-, Relief-, Präge- und Grastapeten sowie für Raufaser. Spezialkleister löst sich in kaltem Wasser je nach Hersteller nach circa 20 bis 30 Minuten und reicht je nach Ansatz pro Packung für 3 bis 8 Liter Wasser.
Kleber für Vliestapeten
Vliestapeten werden mit speziellem Vlieskleister verklebt. Vliestapeten können in Wandklebetechnik (nicht die Tapete wird eingekleistert, sondern die Wand) oder im Kleisterauftrag direkt auf der Rückseite des Vlieses verklebt werden. Je nach Klebeverfahren variiert das Ansatzverhältnis des Kleisters. Bitte Herstellerangaben beachten.
Kleber für Textiltapeten
Wie schon sein Name sagt, wird er zum Kleben von Textiltapeten verwendet. Er klebt Kettfaden- und Gewebetapeten, ist im kalten Wasser je nach Hersteller nach 20 bis 30 Minuten gelöst und reicht pro Packung für circa 2,5 bis 4 Liter Wasser.
Dispersionskleber – transparent austrocknend
Dieser pastöse und gebrauchsfertige Kleber ist leicht zu verarbeiten und kommt zum Einsatz beim Verkleben von Gewebetapeten, textilen Wandbespannungen, papierkaschierten Kunststofffolien und überlappenden Nähten bei Vinyltapeten. Da der Kleber feuchtigkeitsunempfindlich ist, eignet er sich auch für Arbeiten in Küche und Bad. Voraussetzung sind natürlich entsprechende Feuchtraum geeignete Tapeten. Für den Verbrauch gilt als Faustformel und je nach Art des zu verklebenden Materials: 200 bis 300 Gramm/Quadratmeter. Beim Auftrag mit dem Zahnspachtel erhöht sich der Materialverbrauch auf circa 400 Gramm/Quadratmeter. Dispersionskleber wird auch als Zusatz zu Spezialkleistern verwendet (circa 20 Prozent), wenn Feuchträume zu tapezieren sind.
Dispersionskleber – roll- und streichbar
Zum Kleben von Untertapeten aus Polystyrol, Polystyrol-Hartschaum oder Kork. Der gebrauchsfertige Kleber ist elastisch, feuchtigkeitsunempfindlich, nicht feuergefährlich, aber frostempfindlich. Der Verbrauch richtet sich nach der Dicke des zu verklebenden Materials. Für Polystyrol-Hartschaum zum Beispiel rechnet man circa 400 bis 600 Gramm/Quadratmeter.
FLIESEN
Verlegen mit Dispersionskleber
Dispersionskleber sind Kunststoffdispersionen mit mineralischen Füllstoffen. Sie sind einfach und schnell zu verarbeiten. Die nicht frost- und wasserfesten sind ausschließlich für den Innenbereich geeignet – auf Untergründen wie Gipsputz, Gipsbau- und Spanplatten, Sperrholz, Kunststoff, auf festen Anstrichen und alten glasierten Fliesen. Dispersionskleber werden zum Beispiel zum Verkleben von Steingut- oder Steinzeugfliesen auf Wandflächen verwendet. Für schwere, großformatige Fliesen gibt es Spezialkleber mit besonders hoher Anfangshaftung, um das Abrutschen zu vermeiden.
Wasserfeste Dispersionskleber mit hoher Anfangshaftung eignen sich – als Alternative zum Zweikomponenten-Fliesenkleber – zum Verfliesen von Gipskarton- und Gipsfaserplatten, Porenbeton und Spanplatten sowie auf etlichen weiteren Untergründen.
Hydraulische Kleber (Mörtel)
Sie enthalten Zement als Bindemittel. Man nennt sie deshalb auch Zement- oder Pulverkleber. Sie binden schnell ab, sind nach dem Aushärten gegen Dauernasse und Witterungswechsel beständig und von hoher Qualität. Zu verwenden sind sie auf schwindfreien Untergründen, Zement-, Kalkzement- und Gipsputz, auf Asphalt, Gipsbauplatten und alten unglasierten Fliesen. Im Handel sind auch wasserdicht abbindende Pulverkleber, die in gleicher Weise verarbeitet werden wie Zweikomponenten- und Dispersionskleber (erst die Dichtschicht, dann das Kleberbett).
Standardkleber
Sie eignen sich zum Verkleben von Fliesen, die in der Regel trocken bleiben. Es gibt sie gebrauchsfertig und in Pulverform zum selbst Ansetzen.
Wasserbeständige Kleber
Sie werden zum Verfliesen von Duschen sowie im Umfeld von Waschbecken, Badewannen und Spülbecken verwendet, sollten dann aber auch für die übrigen Flächen eingesetzt werden. Fliesen, die ständig Wasserkontakt haben, wie zum Beispiel in gefliesten Schwimmbecken.
Dickbettkleber
Während Fliesen auf ebenen Untergründen im Dünnbett verklebt werden können, müssen auf unebenen Untergründen dickere Mörtelschichten aufgezogen werden – einerseits zum Ausgleichen, andererseits zum Kleben. Die Arbeit verlangt ein hohes Maß an Erfahrung. Deshalb ist für weniger Geübte zu empfehlen, in zwei Schritt vorzugehen: Im ersten Schritt den Untergrund zu glätten. Im zweiten Schritt die Fliesen mit Standardkleber im Dünnbett zu verkleben.
Pulverkleber
Pulverkleber werden üblicherweise bei der Verlegung von Bodenfliesen eingesetzt, können aber auch für Arbeiten auf der Wand verwendet werden. Durch den Zusatz von Kunststoff-Dispersionen lassen sich die Eigenschaften mancher Pulverkleber entscheidend verbessern. Dies ist hilfreich, wenn es um wasserdichte Verklebungen auf kritischen, wasserempfindlichen Untergründen (Gipskarton- und Gipsfaserplatten) geht, wenn Bodenfliesen auf Altfliesen geklebt werden oder wenn ein Untergrund aus Spanplatten eine gewisse Flexibilität der Verklebung erfordert. Es gibt jedoch auch Spezialpulverkleber, die besonders flexibel eingestellt sind.
Reaktionskleber oder Zweikomponentenkleber
Reaktionskleber sind mit mineralischen Stoffen gefüllte Zweikomponenten-Kunstharze. Sie enthalten Epoxidharz, sind frost- und wasserbeständig, meist jedoch relativ starr. Auf Polyurethanbasis hergestellt, bleiben sie elastischer. Diese Kleber sind geeignet für schwindfreie Untergründe, für Zement-, Kalkzement- und Gipsputz, für Gipsbau-, Span- und Dämmplatten, metallische Untergründe, alte, glasierte und unglasierte Fliesen sowie verschiedene Kunststoffe. Epoxidkleber können auch zum wasserdichten Verfugen eingesetzt werden.
Kombinierte Kleber und Fugenfüller
Diese Produkte sind in der Regel auf Epoxidbasis aufgebaut und zum Kleben und Verfugen gleichermaßen geeignet, in ausgehärtetem Zustand jedoch nur schwer zu entfernen. Auf die Fliesenoberfläche geratene Kleber müssen aus diesem Grund umgehend entfernt werden. Angetrocknetem Kleber rückt man mit dem Scheuerschwamm zu Leibe.
