Wenn Lärm zur Belastung wird

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Einerseits sind wir selbst die Verursacher von Lärm. Andererseits leiden wir darunter, wenn wir den Lärm anderer erdulden müssen. Beispiel: Wir fahren Auto, dennoch stört uns Verkehrslärm. Dieses Dilemma lösen Schallschutzmaßnahmen am Haus. In anderen Fällen sind Gehörschutz und Vorsicht das Mittel der Wahl.
Subjektives Empfinden
Beim Dröhnen der Bässe in der Disco abtanzen – für viele ist das Entspannung pur, anderen geht laute Musik auf die Nerven. Lärmempfinden ist subjektiv und situationsabhängig. Sobald Geräuschquellen zur Störung und damit zu Lärm werden, müssen wir uns unserer Gesundheit zuliebe dagegen schützen. Sonst können Stresssymptome, Abgeschlagenheit, Herz- Kreislauferkrankungen oder auch Depressionen die Folge sein.
Die Toleranzgrenze im Einzelfall hängt von unterschiedlichen Faktoren ab:
- von der Lautstärke in Dezibel (A) (siehe unten)
- vom jeweiligen Individuum und seiner momentanen Verfassung
- von der Häufigkeit und Dauer der Lärmbelastung
Objektives Messen
Schall wird in Dezibel (A), kurz dB(A) gemessen. Bis zur Schmerzgrenze von 130 dB(A) spüren wir in der Regel nicht, dass unser Gehör Schaden nimmt, dennoch heißt es aufpassen! Geringere Lautstärken können über einen längeren Zeitraum ebenso schädliche Folgen haben wie sehr hohe Lautstärken von kürzerer Dauer. Bei einer jahrelangen Dauerbelastung muss ab einem Lärmpegel von 85 dB(A) mit Gehörschäden gerechnet werden. Die Gefährdung verdoppelt sich mit jeden weiteren drei dB(A). Zwei Stunden Disco bei zirka 110 dB(A) sind ähnlich schlimm wie acht Stunden neben dem Presslufthammer bei 100 dB(A)! Subjektiv werden 10 dB(A) Unterschied jedoch nicht dreimal so laut, sondern lediglich als doppelte Lautstärke empfunden. Die Warnsignale des Körpers versagen. Deshalb sind Messungen des Lärmpegels unverzichtbar.
Ab einer dauerhaften Lärmbelastung von 65 dB(A) tags und 55 dB(A) nachts zeigen Forschungsergebnisse, dass es vermehrt zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen kann, weshalb es für Wohngebiete entsprechende Grenzwerte gibt.
Schallpegel und Grenzwerte in dB(A)
| 0 | Hörgrenze |
| bis 10 |
Raschelndes Blatt, Atmen |
| 20 | Wald |
| 30 | Weckerticken, Flüstern |
| 35 | Grenzwerte für Lärmemission reines Wohngebiet nachts |
| 40 | Bibliothek |
| 40 | Grenzwerte für Lärmemission allgemeines Wohngebiet nachts |
| 50 | Leises Gespräch |
| 50 | Grenzwerte für Lärmemission reines Wohngebiet tagsüber |
| 55 | Grenzwerte für Lärmemission allgemeines Wohngebiet tagsüber |
| 60 | Unterhaltung, Büro |
| 70 | Großraumbüro |
| 70 - 85 | Durchschnittlicher Straßenverkehr |
| 80 | Laute Musik |
| 85 | Stadtautobahn |
| ab 85 | Gehörschutz Vorschrift bei Dauerbelastung am Arbeitsplatz |
| 90 | Schwerlastverkehr, laute Fabrikhalle |
| 100 | Presslufthammer |
| 110 - 120 |
Rockband |
| 125 | Start Düsenmaschine, 100 m entfernt |
| 130 | Schmerzgrenze, Trillerpfeife |
| Über 130 | Explosion, startendes Düsentriebwerk 25 m entfernt |
Notwendiger Schutz
Gegen Lärm helfen Vorsicht, Gehörschutz oder Schallschutzmaßnahmen.
Einerseits kann eine Trillerpfeife direkt neben dem Ohr mit knapp 130 dB(A) das Innenohr bereits bei einmaliger Einwirkung schädigen. Da hilft nur fernhalten oder Ohren zuhalten. Andererseits kann das Gehör bereits bei einer Dauerbelastung ab 85 dB(A) über die Jahre bleibende Schäden in Form von nachlassendem Hörvermögen bis hin zur Taubheit davontragen. Deshalb ist bei einem Lärmpegel dieser Höhe am Arbeitsplatz ein Gehörschutz vorgeschrieben.
In der Freizeit dagegen muss jeder selbst die Verantwortung übernehmen. Wer ein Rockkonzert besucht, bei dem Schallpegel bis 120 dB(A) erreicht werden, sollte mit Ohrenstöpseln vorsorgen. Wer sich die Kopfhörer des MP3-Players ins Ohr hängt, minimiert die Risiken durch ein Zurückregeln der Lautstärke.
Im eigenen Heim wiederum ist der Lärm „hausgemacht“, oder er ist als Umgebungslärm kaum beeinflussbar. Für beide Bereiche jedoch gibt es geeignete Schallschutzmaßnahmen.
- Innerhalb des Gebäudes passiert die Schallübertragung durch Körperschall, und zwar über Wände und Böden. Guten Lärmschutz bieten massive Ziegel- und Betonwände sowie die sorgfältige Ausführung der Trittschalldämmung. Denn nicht einmal Eltern wollen immer ungefiltert am Toben im Kinderzimmer teilhaben – geschweige denn die Wohnungsnachbarn.
- Außenlärm wie Auto-, Schienen-, Flug-, Bau- oder Industrielärm wird durch Luftschall übertragen. Wer dicke Außenwände hat und Schallschutzfenster beispielsweise mit einer Lüftungsanlage kombiniert, hält diesen zuverlässig vor der Tür, sogar wenn er an einer Hauptstraße wohnt.
Ausführliche Tipps, wie Sie sich in den eigenen vier Wänden am besten gegen unerwünschten Lärm aus dem Umfeld schützen können, finden Sie in unserem Download Schallschutz in Alt- und Neubau.
