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Fit mit Kneipp: Wasserkur daheim

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Badewannen mit erhöhtem Sitzbereich ermöglichen bequeme Fußbäder. Foto: Duscholux
Über 150 Jahre sind Pfarrer Kneipps Lehren alt und kein bisschen überholt. Besonders wirkungsvoll sind die Kaltanwendungen, in Form von Güssen, Waschungen oder Bädern:
  1. Sie verbessern die Durchblutung und bekämpfen so effektiv kalte, schlecht durchblutetete Hände und Füße.
  2. Sie machen widerstandsfähig gegen Stress. Anfangs produzieren die Kältereize jede Menge Stresshormone. Doch nach kurzer Zeit gewöhnt sich der Körper an den Stressreiz „Kaltwasser”. Er härtet ab, auch gegen andere Stressfaktoren, einschließlich psychischen Stress.
  3. Sie stärken das Immunsystem, bereits nach der ersten Anwendung. Die Gefahr von Erkältungen und anderen Krankheiten sinkt.
  4. Die Kältetherapie wirkt sich positiv auf die Psyche aus, so dass sie auch gut begleitend bei Depressionen eingesetzt werden kann.

Wasseranwendungen zu Hause:

Wassertreten:

So geht’s: Füllen Sie die Badewanne eine Handbreit unter die Kniekehle mit kaltem Wasser. Mit warmen Füßen einsteigen und auf der Stelle im Storchengang marschieren. Dazu bei jedem Schritt ein Bein völlig aus dem Wasser ziehen und die Fußspitze etwas nach unten beugen. Anfangs reichen 10 bis 20 Sekunden, bis ein leichtes Schmerzgefühl eintritt. Das ist das Signal zum Beenden. Bei regelmäßiger Anwendung kann es 30 bis 60 Sekunden dauern, bis das Schmerzgefühl eintritt. Dann Wasser von den Füßen streifen, und sich bewegen, damit sie wieder warm werden.

Wirkung: Wassertreten durchblutet die Beine, regt den Stoffwechsel an und kräftigt die Venen. Hilft auch bei Kopfweh und Bluthochdruck.

Waschung des Oberkörpers:

Allgemein: Waschungen führen Sie am besten morgens kurz nach dem Aufstehen durch. Legen Sie sich schon abends alle Utensilien bereit.

So geht’s: Tauchen Sie ein Leinentuch in kaltes Wasser, und wringen Sie es aus. Beginnen Sie mit dem Waschen am rechten Außenarm, vom Handrücken bis zur Schulter hoch. Dann entlang der Innenseite des Arms zurück. Jetzt den linken Arm wie den rechten bearbeiten. Anschließend Tuch neu falten. Hals von rechts nach links umfahren. Brust und Bauch bis etwa zur Nabelhöhe in sechs Längsstrichen waschen. Das Tuch erneut ins Wasser tauchen und auswringen, Nacken und den Rücken bis zum Becken waschen. Gehen Sie dabei zügig vor, damit der Körper nicht auskühlt. Nach der Behandlung nicht abtrocknen, Schlafkleidung anziehen und eine halbe Stunde ins Bett legen. Alternativ: Kleidung anziehen und bewegen.

Gesichtsguss:

Wirkung: stärkt das Immunsystem, bringt den Kreislauf auf Trab, hilft bei Bronchitis und leichter Erkältung sowie bei Nervosität.

Allgemein: Für Güsse aller Art eignet sich ein Duschschlauch ohne Brausekopf. Am besten funktionieren sie jedoch mithilfe eines aufsetzbaren Gießstücks, das im Sanitätshandel erhältlich ist. Es vergrößert den Wasserstrahl auf zirka 2 cm.

Tipp:
Halten Sie den Schlauch zum Test senkrecht nach oben. Das Wasser sollte eine Handbreit hochsprudeln – dann stimmt der Druck.

So geht’s: Halten Sie die Schlauchmündung etwa 10 bis 15 cm von der Haut weg. Legen Sie ein Handtuch um den Hals, und beugen Sie sich über die Badewanne. Beginnen Sie rechts an der Schläfe, und fahren Sie über die Stirn nach links und wieder nach rechts. Fahren Sie mit einigen Längsstrichen von der Stirn zum Kinn. Dabei Augen schließen und ruhig weiteratmen! Das Wasser kann nicht in Nase oder Mund eindringen, denn es fließt gleich nach unten ab. Nun umrunden Sie die rechte und linke Gesichtshälfte 3–4 Mal. Beenden Sie den Stirnguss von der Stirnmitte abzwärts über die Nase zum Kinn. Danach das Gesicht trockentupfen.

Wirkung: erfrischt und strafft die Haut, lindert Kopfschmerzen und macht müde Augen wieder fit. Hilft auch bei Akne. Achtung: nicht bei akuten Entzündungen der Stirnhöhlen und Nasennebenhöhlen anwenden!

Wechselfußbad:

So geht’s: Stellen Sie zwei Fußbadewannen (Sanitärgeschäft) oder große Eimer auf, in denen die Füße gut Platz haben. Den einen mit warmem Wasser (36–38° C), den anderen mit kaltem Wasser (15° C) füllen. Die Temperatur lässt sich am besten mit einem Wasserthermometer überprüfen. Setzen Sie sich auf einen Stuhl, und baden Sie die Füße 5–10 Minuten im warmem Wasser. Anschließend tauchen Sie die Füße für zirka 10 Sekunden ins kalte Wasser. Fußbad zweimal im Wechsel durchführen und mit dem kalten beenden. Danach Wasser abstreifen, Woll- oder Baumwollsocken anziehen und sich bewegen oder ins Bett legen.

Tipp:
Sie können die Wirkung verstärken, wenn Sie dem warmen Wasser Kräuterzusätze wie Heublumen oder Rosmarin beimischen.

Wirkung: hilft bei Durchblutungsstörungen, Erkältung, Kopfschmerzen, Schlafstörungen.

Wer sich genauer informieren möchte, kann auch einen Kurs bei einem der 660 Kneippvereine in Deutschland besuchen.
Um gesundheitliche Risiken auszuschließen, sollten Sie die Anwendungen zu Hause vorab mit Ihrem Hausarzt besprechen.

Weiterführende Informationen: