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Tank oder Teller? – Heizen mit nachwachsenden Rohstoffen

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Grafik: Verbraucherinformation Erdgas

Bio-Heizöl, Biogas oder Erdgas mit Bio-Anteil: Die Nutzung von Energiepflanzen für die Ölheizung oder Gasheizung im Haus wird sehr kontrovers diskutiert. Die einen heben den Vorteil von nachwachsenden gegenüber fossilen Brennstoffen heraus. Die anderen warnen vor Mais-Monokulturen und einer übermächtigen Konkurrenz gegenüber der Lebensmittelerzeugung. Wir haben zwei Experten zu diesem Thema befragt:

Jochen-Christian WernerJochen-Christian Werner von der EMB Energie Mark Brandenburg beantwortet die Frage „Tank oder Teller?” mit „sowohl als auch”. Er betont, dass hierzulande nur 5 Prozent der Ackerflächen für Energiepflanzen genutzt werden. Die verfügbaren Ackerflächen reichen nach seiner Ansicht völlig aus, um die Ziele der Regierung zum Einsatz regenerativer Energien zu decken – ohne Nahrungspflanzen zu verdrängen.

Tanja Draeger de Teran-WWFTanja Dräger de Teran ist beim WWF Referentin für Internationale Agrarpolitik. Sie sieht die negativen Folgen des in vielen ländlichen Gebieten unübersehbaren Biogas-Booms: Durch die hohen Ernteerträge und die hohe Biogas-Ausbeute gilt Mais als optimale Energiepflanze. Ergebnis ist eine sprunghaft gestiegene Anbaufläche für Mais von rund 70.000 Hektar im Jahr 2005 auf heute 600.000 Hektar. Das hat laut der WWF-Expertin Dräger de Teran negative Folgen für die Natur: „Mais ist für den Naturschutz eine der problematischsten Pflanzen. Die Artenvielfalt nimmt mit zunehmendem Maisanbau stark ab, die Gewässerbelastung steigt, die Böden werden ausgelaugt.”

Energieexperte Werner sieht eine Möglichkeit, dem übermäßigen Maisanbau einen Riegel vorzuschieben: Es müssten einfach die Förderbedingungen im „Erneuerbare-Energien-Gesetz” korrigiert werden. Denn, so Werner: „Mais ist nicht die einzige Energiepflanze. Das Futter für Bio-Erdgas-Anlagen besteht aus einem Mix, etwa aus Maissilage, Roggenkorn, Hirse und Grassilage sowie Gülle. Es gibt auch Anlagen, in denen Abfälle eingesetzt werden.” Gerade die Vergärung von Gülle oder die Verwertung anderer Abfälle sieht Tanja Dräger de Teran ebenfalls als Ausweg aus dem Konflikt: „Statt des weiteren Ausbaus von Energiepflanzen sollten Reststoffe stärker genutzt werden, zum Beispiel Abfälle aus der Biotonne.”

BiogasanlageEinig sind sich die beiden Kontrahenten darin, dass der Anbau von Energiepflanzen immer den Grundsätzen der Nachhaltigkeit folgen sollte. Laut WWF sollten hier die strengeren Nachhaltigkeitskriterien, die für Bio-Kraftstoffe gelten, auch auf den Anbau von Energiepflanzen für Biogasanlagen ausgeweitet werden. So dürften zum Beispiel keine für den Naturschutz wertvollen Flächen für den Anbau von Energiepflanzen umgebrochen werden. (Foto Biogasanlage: H.H. Wolper)

Lesen Sie in Ausgabe 2/2011, wie aus Energiepflanzen Biogas, Bio-Erdgas oder Bio-Heizöl entsteht. Hier geht´s zum Gratisexemplar »

Weitere Informationen finden Sie im PDF-Downlaod unten: Bio-Erdgas und Bio-Heizöl − Pflanzenkraft für die Heizung

Bio-Erdgas kann in allen modernen Gasheizungen eingesetzt werden. Mehr zu den neuen Gasheiztechniken wie Gas-Wärmepumpe, Mikro-KWK und Co im Film:

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