Rasen in Top-Form: Tipps zur Pflege

- Ein Zierrasen muss öfters gemäht werden, als ein Gebrauchsrasen. Foto: Bosch
Rasen braucht regelmäßige Pflege, wenn er schön dicht wachsen soll. Hier gibt’s Tipps – zum Mähen, Wässern, Düngen und Lüften.
Mähen
Wie oft? Sobald sich die Gräser im Frühjahr regen, sollten Sie den Mäher aus dem Schuppen holen – das kann bei milder Witterung schon Ende März der Fall sein. Wie oft gemäht wird, hängt vom Wetter, von den Grasarten und vom Gerät ab. Feuchtwarmes Wetter im Mai regt das Wachstum mehr an als eine trockene Hitzeperiode im August. Langstielige Gräser (Zierrasen) müssen öfters unters Messer als kompakte (Gebrauchsrasen). Ein Mulchmäher (Mäher ohne Grasfangkorb) schafft nur niedriges Gras, da zu langes Schnittgut die Auswurföffnung verstopft.
Wie tief? Für Gebrauchsrasen hat sich eine Länge von 4–5 cm bewährt, Zierrasen sollte auf 2–3 cm gestutzt werden. Schneiden Sie jedoch nicht zu viel auf einmal: etwa ein Drittel der Länge können Sie pro Arbeitsgang abmähen. Im Frühjahr ist es günstig, öfter zu schneiden, da der Rasen am wuchsfreudigsten ist und so eventuelle kahle Stellen schnell zuwuchern. Im Herbst ist es besser, nicht mehr so tief zu schneiden, damit die Gräser genügend Reservestoffe für den Winter einlagern können. In Schattenlagen und während Trockenperioden sollten Sie den Rasen ebenfalls etwas länger lassen.
Düngen
Je öfter Sie den Rasen mähen, je intensiver Sie ihn nutzen und je höher die ästhetischen Ansprüche sind, desto mehr müssen Sie sich um seine Nährstoffversorgung kümmern. Zierrasen und Sportrasen braucht also regelmäßig Dünger. Normaler Gebrauchsrasen kommt eventuell sogar ohne Düngung aus – vor allem auf tiefgründigen, humosen Böden und wenn Sie ab und zu Kompost einarbeiten. Verteilen Sie dazu nach dem Mähen im Frühjahr oder nach dem Vertikutieren (siehe unten) 2–3 Schaufeln reifen gesiebten Kompost pro Quadratmeter, und arbeiten Sie ihn mit einem Rechen in die Grasnarbe ein.
Erst wenn Mangelerscheinungen auftreten, also wenn sich der Rasen gelblich verfärbt oder Kräuter überhand nehmen, sollten Sie Nährstoffe ausbringen – am besten speziellen Rasen-Langzeitdünger. Die erste Düngung erfolgt bei Bedarf zum Beginn der Wachstumsperiode (April), eine eventuelle zweite im Sommer (Juli). Im Herbst stärkt ein spezieller Kalium-Dünger die Gräser für den Winter.
Damit der Dünger gleichmäßig verteilt wird, leistet ein Streuwagen gute Dienste. Sie können ihn im Gartenhandel erwerben oder bei Gartenbauvereinen ausleihen. Vor der Düngung sollten Sie den Rasen mähen. Wenn es hinterher nicht regnet, ist Wässern angesagt.
Wässern
Eines vorneweg: Rasen übersteht Trockenperioden problemlos. Auch wenn er verdörrt erscheint, treibt er erneut aus, sobald er wieder Wasser bekommt. Wer jedoch durchgehend einen vitalen und grünen Teppich haben möchte, muss regelmäßig wässern. Unverzichtbar sind Wassergaben in den ersten paar Wochen nach der Aussaat, damit die jungen Keimlinge nicht austrocknen.In trockenen Zeiten kommt einmal pro Woche der Regner zum Einsatz. Foto: Gardena
Gießen Sie am besten morgens, dann steht das Wasser für die heißen Mittagsstunden zur Verfügung. Außerdem verdunstet in den kühlen Morgenstunden weniger. Gutes tun Sie dem Rasen jedoch nur, wenn Sie durchdringend wässern. Also lieber einmal weniger, dafür umso intensiver. Der Boden sollte mindestens 15 Zentimeter durchfeuchtet sein. Nach einer Faustregel hat er dies etwa erreicht, wenn der Rasensprenger 30–45 Minuten an derselben Stelle steht.
Vertikutieren und Aerifizieren
Lockerer Boden und luftiger Stand sind das A und O für einen gesunden Rasen. Doch Rasenfilz, abgestorbene Pflanzenteile und Verdichtungen verhindern mit der Zeit, dass Luft und Wasser an die Wurzeln gelangen. Dann kommt der Vertikutierer zum Einsatz. Hierbei rupft eine rotierende Messerwalze alte Gräser, breitblättrige Kräuter und Moos aus dem Boden. Zugleich wird der Boden angeritzt und somit durchlüftet. Für kleinere Flächen erfüllt übrigens auch ein einfacher Vertikutierrechen seinen Zweck.
Vertikutiert wird am besten im Frühjahr, nach dem ersten Rasenschnitt – und vor einer Düngung. Nach der Prozedur sieht der Rasen zunächst sehr mitgenommen aus. Er erholt sich aber schnell und bringt verstärkt frisches Grün hervor. Auf schweren Böden ist es ratsam, anschließend eine etwa zwei Zentimeter dicke Schicht aus Sand einzurechen, um die Erdstruktur zu verbessern.
Bei stark verdichteten Böden reicht das Vertikutieren nicht aus. Eine tiefere Durchlüftung schaffen Sie mit sogenannten Aerifiziergabeln oder Aerifiziergeräten. Mittels Hohlstacheln stoßen sie etwa 20 Zentimeter lange Lüftungskanäle in den Boden, die anschließend mit Sand verfüllt werden. Die Gräserwurzeln können sich so in die mit lockerem Material gefüllten Hohlräume ausbreiten.
Vertikutiergeräte und Aerifiziergeräte können Sie in vielen Gartencentern oder Gartenbauvereinen ausleihen.
