Pflanzbeete unter Bäumen anlegen

- Foto: PdM
Der Platz im Wurzelbereich von Bäumen führt oft ein echtes Schattendasein. Nichts will richtig gedeihen, selbst der Rasen wächst nur spärlich. Doch mit etwas Engagement können Sie die tristen Ecken in blühende und grünende Szenerien verwandeln.
Am einfachsten geht das unter tiefwurzelnden Bäumen wie Eiche, Kiefer, Lärche, Esche, Bergahorn, Apfelbaum, Vogelbeere oder Apfeldorn. Bei ihnen sind die obersten Bodenschichten nur wenig von Wurzeln durchzogen. Sie holen Wasser und Nährstoffe aus tieferen Schichten, so dass die Konkurrenz für die neue Unterpflanzung relativ gering ist.
Schwierig wird’s unter flachwurzelnden Bäumen wie Birken, Weiden, Fichten, Pappeln, Feldahorn oder Spitzahorn. Hier herrscht großer Wurzeldruck und Konkurrenz um Nährstoffe. Doch auch diese Standorte lassen sich mit etwas Mühe unterpflanzen.
Ein Spezialfall ist die Walnuss: sie duldet gar keine Konkurrenz. Ihre Blätter enthalten ätherische Öle, die das Wachstum anderer Pflanzen unterbinden.
So bereiten Sie den Boden vor
Lockern Sie die Pflanzstellen und entfernen Sie alle Unkräuter. Foto: Iakov Filimonov-Dreamstime.com
Ist der Boden stark durchwurzelt, macht Umgraben keinen Sinn. Sie würden nur die Wurzeln des Baumes verletzen. Suchen Sie stattdessen mit dem Spaten vorsichtig nach größeren Lücken zwischen den Wurzeln. Dort entfernen Sie alle Unkräuter und lockern den Boden. Anstelle eines Spatens oder einer Hacke ist es schonender für die Wurzeln, wenn Sie dafür einen Dreizink oder eine Kralle verwenden. Streuen Sie nun etwa 3–5 cm Laubhumus oder Komposterde auf die Stellen – das gibt eine gute, feinkrümelige Basis.
Auf keinen Fall dürfen Sie die Erde über den Wurzeln höher anschütten, denn das nehmen viele Bäume übel.
So wird gepflanzt
Heben Sie anschließend Löcher aus, und setzen Sie die Pflanzen ein, nachdem sich die Wurzeln im Wasserbad vollsaugen konnten. Anschließend die Löcher mit Erde anfüllen, festtreten und angießen.
Es hat sich bewährt, die Standorte mit Holzhäcksel zu überdecken. Das unterdrückt Unkraut und hält die Feuchtigkeit länger im Boden.
Der beste Zeitpunkt
Sie können die Bäume im Prinzip ganzjährig, außer bei Frost, unterpflanzen. Ideale Bedingungen finden sich jedoch im Spätsommer. Dann haben die Bäume ihr Wachstum beinahe beendet und schnappen dem frisch gepflanzten Fußvolk weniger Wasser oder Nährstoffe weg. Die Unterpflanzung hat dagegen noch den ganzen Herbst Zeit, Wurzeln zu bilden und ist im nächsten Frühjahr für den Konkurrenzkampf mit den Bäumen gewappnet.
Anfangs ist ein bisschen Pflege nötig
Kontrollieren Sie vor allem in der Anfangszeit regelmäßig die Feuchtigkeit, denn die Bäume entziehen dem Boden viel Wasser. Zudem schirmen die Blätterkronen Niederschläge ab. Vor allem im Frühjahr während des Austriebs und in der Hauptwachstumszeit der Bäume müssen Sie daher öfters zur Gießkanne greifen.
Haben sich die Pflanzen erstmal etabliert, ist nur noch wenig Pflege nötig. Lassen Sie das Laub im Herbst einfach liegen. Es zersetzt sich und gewährleistet einen natürlichen Nährstoffnachschub. Dadurch entsteht mit der Zeit eine krümelige Bodenschicht, die möglichst unbearbeitet bleiben sollte. Bis es so weit ist, können Sie im Frühjahr etwas Kompost um die Pflanzen streuen.
Welche Pflanzen sind geeignet?
Waldstauden finden unter den Bäumen optimale Bedingungen vor, denn sie sind an schattige Standorte und den Wurzeldruck gewöhnt. Dazu zählen zum Beispiel Blattschmuckstauden wie Farne, Funkien, Purpurglöckchen, Elfenblumen, Lungenkraut oder Kaukasus-Vergissmeinnicht. Sie haben teilweise schöne weiße oder gelbe Musterungen auf den Blättern, die auch bei dunklen Lichtverhältnissen gut zu sehen sind.
Im Hintergrund erobert eine Kletter-Hortensie den Baumstamm, davor erfrischen unterschiedliche Blattformen das Auge. Foto: Botanikfoto
Aber auch auf Blütenstars müssen Sie im Schatten nicht verzichten: Geißbart trägt stattliche weiße Wedel, Astilben verzaubern mit rosa Blütenkerzen, und der Eisenhut hüllt sich in edles Violett. Auch Tränendes Herz und Silberkerzen stimmen in den Blütenreigen ein.
Silberkerze und Eisenhut blühen unterm Blätterdach um die Wette. Foto: Botanikfoto
Ein schöner Partner für die Waldstauden sind Zwiebelblumen. Sie haben ihren Auftritt meist vor allen anderen Pflanzen – und vor allem bevor die Bäume ihre Blätter treiben. So können sie ungehindert von den Strahlen der Frühlingssonne profitieren. Mit den Jahren breiten sich Krokusse, Winterlinge und Schneeglöckchen immer mehr aus, so dass sie ganze Blütenteppiche unter den Bäumen knüpfen. Nach der Blüte ziehen sie sich zurück und werden von den austreibenden Stauden verdeckt, bis sie nach dem nächsten Winter wieder durchstarten.
Winterlinge blühen oft schon ab Januar. Foto: Botanikfoto
Wer mehr Platz zur Verfügung hat, kann Bäume natürlich auch mit Sträuchern unterpflanzen. Rhododendron, Heckenkirsche, Spindelstrauch, Stechpalme oder Alpen-Johannisbeere kommen gut unter Baumkronen zurecht.
