Mein EigenHeim - Bauen Wohnen Leben

Sie sind hier: Meine Themen » Garten » Meine Outdoor-Küche und ihre Geschichte(n)

Meine Outdoor-Küche und ihre Geschichte(n)

gartenkueche-00_a1f01844f9.jpg
Die selbstgebaute Gartenküche unseres Lesers Joachim S.

Meine Gartenküche und ihre Geschichte(n)

Unser Leser Joachim S. aus Schollbrunn hat eine Gartenküche in Eigenregie gebaut. Seine Erfahrungen und Anekdoten rund um das ehrgeizige Projekt sowie Bilder schickte er uns zu und erzählte, wie er zu seiner – ganz besonderen – Küche kam:

„Tja, wie kam ich auf die Idee? Wir wohnen in einem alten Bauernhof (Bj. 1933) mit einem Innenhof und einer alten Scheune. Im Sommer sind wir fast nur draußen – es musste eine Kochgelegenheit im Freien her.
Zudem wollte ich einen eigenen Holzbackofen, damit ich mir eigenes, glutenfreies Brot backen kann.

Im Sommer 2008 schenkte mir ein Bekannter zirka 200 Schamotteziegel. Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, dass unser Projekt starten kann.
Mein Ziel war, die Küche mit gebrauchtem Material zu bauen. Sie sollte alt und rustikal aussehen. Neue Steine hätte ich mir leicht kaufen können. So dauerte es zirka zwei Jahre, bis ich alles Material beisammen hatte:

So gibt es zu jedem Bauteil eine Geschichte. Nur die sicherheitsrelevanten Teile (Ofenrohre aus Edelstahl, Ofentür Backofen, Stromkabel) habe ich neu angeschafft. Auch der Wasserhahn ist modern, da funktionstüchtige alte Wasserhähne nur schwer zu bekommen sind. Außerdem ist ein frostsicherer Umbau von alten Hähnen schwieriger.

Am 12. Oktober 2009 erfolgte der erste Spatenstich, und wir mauerten das Fundament – 20 cm stark mit viel Armierungseisen.

Garten-kueche selber bauenSo ging es kontinuierlich weiter. Lediglich die kalten Winter bzw. der Frost zwangen mich immer wieder einmal zu einer Pause.

Bis Februar 2010 war ich mit den Mauern so weit, dass ich die Arbeitsplatten aufkleben konnte.
Auf die indirekte Beleuchtung der Arbeitsflächen bin ich ganz besonders stolz. Dazu habe ich LEDs in Ziegelsteine geklebt: Wenn man davor steht, sieht man nichts. Aber nachts sieht es super aus!

Im April 2010 habe ich in der neuen Küche meine erste Bratwurst gegrillt.

Im Mai 2010 habe ich begonnen, den Holzbackofen zu mauern – war eine aufwendige Sache. Aber mit etwas Tüftelei hat es schließlich auchgeklappt. Habe nur einen kleinen Haarriss in der Kuppel …

Garten-kueche selber bauenDer Ofen funktioniert mittlerweile. Anfangs war es schwierig einzuschätzen, wie er sich verhält, wir mussten ihn erst kennenlernen. Doch bis auf eine Pizza ist uns noch nichts verbrannt.

Ende Mai habe ich zusammen mit meinen Kumpel (er ist Schreiner) das Dach aufgeschlagen, Ziegel aufgelegt und Kehlbleche gebogen. Mann, haben wir da geschwitzt! Aber es passt!
Die Dachrinne ließ ich von einem Spengler machen. Da hatte ich nun doch nicht so die Erfahrung und die technische Ausrüstung, um das selber zu machen.

Garten-kueche selber bauen
Im Anschluss erfolgte die Montage des Wasserhahns. Dieser kann im Winter abgeklemmt werden, damit er nicht einfriert.

Garten-kueche selber bauenIm Juni kam dann das Gaskochfeld dran – das war mal ein alter Gasherd, bei dem die Röhre kaputt war. Wir haben ihn aufgestellt und angeschlossen.
Auch der Kühlschrank kam in seine Nische. Den muss ich allerdings jeden Winter wegen Frost wieder herausnehmen und in den Keller stellen. Mittlerweile haben wir noch eine elektrische Kochplatte organisiert.

Ebenfalls im Juni 2010 hat sich das Landratsamt zur Abnahme angekündigt. Ich war ganz überrascht. Daran hatte ich nicht gedacht. Allerdings konnten Sie nichts Widerrechtliches finden und ich konnte weiterbauen.

Im September 2010 habe ich mein erstes frisch gebackenes, glutenfreies Brot essen können. Das erste frische Brot nach über 40 Jahren – ein tolles Erlebnis!

Garten-kueche selber bauenAußerdem konstruierte ich Schubkästen und Tore. Dazu dient als Front die alte Stalltür. Die Griffe sind aus einer Ringöse mit einem Strick – einfach und sieht top aus.

Garten-kueche selber bauenDanach begann ich die Felder im Fachwerk auszumauern. Einmal als Sichtschutz und zum anderen wegen dem Wind. Die Tuffsteine waren von einem Hausabriss im Nachbarort.
(Bild unten)

Im Oktober habe ich
den Fußboden bzw. die Standfläche vor der Küche gemacht: direkt vor bzw. unter dem Ofen eine Sandsteinplatte, der Rest aus Terrassendielen aus Douglasie.

Nun musste noch schnell einen „Vorhang” konstruiert werden, bevor es Winter wurde. Und der kam im Dezember doch recht schnell.
Aber wenn ich konnte und es die Witterung zugelassen hat, habe ich weiter gemacht: Lampen montiert, dekoriert usw.

Mittlerweile habe ich schon um die 20 Brote, unzählige Flammkuchen und Pizzas gebacken. Die Nachbarn haben auch schon bestellt. Bald wollen wir einen Frischling braten. Mal schauen, ob es klappt.

Für den Bau einer solchen Küche ist Kreativität ganz wichtig. Es gibt selten die perfekte, vorgefertigte Lösung. Da heißt es: Probieren, probieren und nochmals probieren. Ich hatte vorher noch nie gemauert, geschweige denn einen Rundbogen gemauert. Aber man kann es lernen. Ist vielleicht nicht so perfekt, aber macht nichts. Viel wichtiger ist, es gemacht zu haben.

Inzwischen feiern wir nicht nur im Sommer draußen. Auch an Silvester haben wir gegrillt. Nur mit dem Spülen hat es nicht so geklappt … ”

Weiterführende Informationen: