Bodenkur: Gründünger aussäen

- Gründünger-Pflanzen, wie die Ringelblume, können auch zwischen Gemüsereihen ausgesät werden. Foto: odze-Fotolia.com
Was ist eine Gründüngung?
Eine Gründüngung verbessert die Qualität des Gartenbodens. Dabei werden bestimmte Pflanzen ausgesät, die mit ihrem dichten Wurzelwerk den Boden tiefgründig lockern. Einige sind sogar in der Lage, verdichteten Boden aufzubrechen.
Wann ist eine Gründüngung sinnvoll?
Sobald ein Gemüsebeet abgeerntet ist, macht es Sinn, vorübergehend eine Pflanzenart auszusäen, die die Erde regeneriert. Sie können auch zwischen den Gemüsereihen Gründünger-Pflanzen wie Tagetes oder Ringelblume aussäen. Sie bringen schöne Blütenaspekte ins Beet.
Die zweite wichtige Rolle spielen Gründünger bei der Anlage von Neubaugrundstücken. Oft hinterlassen die Baumaschinen dort stark verdichteten Boden. Die grünen Pioniere können wieder Luft und Leben in die Erde bringen. Im Idealfall sollten Sie im ersten Jahr zwei bis drei verschiedene Pflanzen nacheinander aussäen, die sich gut in ihrer Wirkung ergänzen.
Zum Beispiel: erst Gelbe Lupine, dann Gelbsenf oder Winterraps und schließlich Bienenfreund (Phacelia).
Die Phacelia ist ein Bienenmagnet. Foto: RRF-Fotolia.com
Welche Vorteile bringt die Gründüngung sonst noch?
- Die Zufuhr organischer Substanz und die bessere Durchlüftung kurbeln das Bodenleben an. Mit der Zeit entsteht ein humoser, feinkrümeliger Boden.
- Unkraut wird unterdrückt.
- Der Boden kann nicht durch Regen verschlämmen.
- Die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens wird verbessert.
- Einige Gründünger können sogar Schädlinge vertreiben, Studentenblumen zum Beispiel Fadenwürmer (Nematoden).
- Schmetterlingsblütler reichern den Boden mit Hilfe von Knöllchenbakterien mit Stickstoff an – eine kostenlose Düngung.
Tagetes-Arten, auch Studentenblumen genannt, vertreiben Schädlinge aus dem Gemüsebeet. Foto: Axel Gutjahr-Fotolia.com
Welche Pflanzen sind geeignet?
Name |
Saat/Kultur |
Hinweis |
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Ringelblume |
März–Sept./ |
Leichte Wirkung gegen Nematoden; |
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Buchweizen |
Mai–Aug./ |
Für sandige Böden; |
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Schmalblättrige Lupine (Lupinus angustifolius) |
April-Sept./ |
Stickstoffsammler, Tiefwurzler; nicht winterhart |
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Gelbe Lupine |
April–Sept./ |
Stickstoffsammler, Tiefwurzler; für sandige Böden; nicht winterhart |
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Hopfenklee |
März–Juni/ |
Stickstoffsammler, auch für sehr arme Böden; winterhart |
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Bienenfreund |
März–Aug./ |
Gute Bienenweide; frosthart bis -8 °C |
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Ölrettich |
April–Sept./ |
Tiefwurzler, teils gegen Nematoden; nicht winterhart |
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Winterroggen |
Sept.–Okt./ |
Für letztmögliche Einsaat; winterhart |
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Weißer Senf |
März–Sept./ |
Schnellwüchsig; nicht winterhart |
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Studentenblume |
Mai–Sept./ |
Gegen Nematoden; nicht winterhart |
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Inkarnat-Klee |
Juli–Sept./ |
Stickstoffsammler; winterhart, kann bis zum Frühjahr stehen |
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Quelle: Das große GU Praxis-Handbuch Garten, GU-Verlag |
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Wie wird’s gemacht?
- Zunächst müssen Sie die Fläche vorbereiten. Hacken Sie das gröbste Unkraut aus, und arbeiten Sie den Boden anschließend mit einem Kultivator durch. Zerkleinern Sie größere Erdklumpen mit einer Harke.
- Werfen Sie nun die Samen locker aus dem Handgelenk aus, und arbeiten Sie sie mit einem Holzrechen flach ein. Wer möchte, kann die Samen noch mit einer Rasenwalze andrücken, die es leihweise im Baumarkt gibt. So bekommen die Samen guten Bodenkontakt.
- Gießen Sie die Samen gut an. Am einfachsten ist es, wenn Sie einen Regner aufstellen. Halten Sie die Fläche bis zur Keimung gleichmäßig feucht.
Wie lange bleibt die Gründüngung stehen?
Die Pflanzen werden kurz vor der Samenreife abgemäht, das dauert je nach Art etwa fünf bis zehn Wochen. Wenn Sie nicht winterharte Arten spät im Herbst aussäen, können sie einfach stehen bleiben, bis sie vom Frost abfrieren. Winterharte Einsaaten wie Winterroggen oder Winterraps bleiben bis zum Frühjahr stehen.
Wie wird abgemäht?
Um höhere Pflanzen abzumähen, sind Freischneider, Sense oder ein kräftiger Rasenmäher ideal. Lassen Sie die abgemähten Pflanzenteile liegen, bis sie trocken sind. Anschließend werden sie flach in den Boden eingearbeitet. Die Wurzeln bleiben einfach im Boden.
Die Pflanzenteile zersetzen sich schnell: Drei bis vier Wochen nach der Mahd können Sie die Beete wieder bestellen.
Pflanzen mit stark verholzten Stängeln sollten Sie nicht direkt in den Boden einarbeiten. Sie brauchen länger, bis sie sich zersetzen, und sind daher besser auf dem Kompost aufgehoben. Bringen Sie später den fertigen Kompost aus.
Um höhere Pflanzen zu mähen, leistet ein Freischneider gute Dienste. Fotos: Partner
Welche Besonderheiten gibt es?
Ölrettich, Senf sowie Winterraps sollten Sie nicht vor oder nach Kohlgewächsen aussäen, da sie zur selben Familie (Kreuzblütler) gehören. Die Mitglieder dieser Familie vertragen sich nicht untereinander. Die Folge sind Wachstumsstockungen und schlechtes Anwachsen bis zum Totalausfall der Pflanzen. Schuld daran sind Wurzelausscheidungen der Vorgängerpflanze. Der Fachmann spricht von Bodenmüdigkeit.
Das gleiche gilt für Bohnen und Erbsen, die zur Familie der Schmetterlingsblütler gehören. Sie vertragen sich nicht mit Gründüngern wie Lupinen oder Klee.
