Photovoltaik lohnt sich – auch bei sinkender Vergütung
Schritt für Schritt wird die Vergütung von eingespeistem Strom aus Photovoltaik-Anlagen gekürzt. Gleichzeitig gehen die Kosten für eine Solarstrom-Anlage immer mehr zurück. Und der Strom aus dem Netz wird immer teurer. Deshalb bleibt die hauseigene Stromerzeugung weiterhin eine lohnende Sache. Außerdem wird der Eigenverbrauch des PV-Stroms immer interessanter.
Die vom Staat festgelegte Vergütung für selbst erzeugten Solarstrom wird 20 Jahre lang gezahlt. Maßgebend für die Höhe der Vergütung ist der Tag, an dem die Anlage ans Netz angeschlossen wird. 2011 waren es bei Kleinanlagen bis 30 Kilowatt Leistung noch 28,74 Cent pro eingespeister Kilowattstunde, von Januar bis März 2012 immerhin noch 24,43 Cent. Im Februar haben nun das Bundeswirtschafts- und Bundesumweltministerium beschlossen, die Vergütung schneller und deutlicher zurückzufahren: Spätestens zum 1. April soll der nächste Kürzungsschritt wirksam werden: Kleinanlagen bis 10 Kilowatt Leistung sollen dann nur noch 19,50 Cent pro Kilowattstunde erhalten, größere Anlagen noch weniger. Ab 1. Mai 2012 soll der Betrag monatlich um 0,15 Cent sinken.
Außerdem werden künftig nur noch 85 Prozent des von Kleinanlagen in einem Kalenderjahr erzeugten Solarstroms vergütet. 15 Prozent müssen also selbst verbraucht oder auf dem freien Markt verkauft werden – aller Voraussicht nach zu deutlich niedrigeren Preisen. Die genauen Zahlen zu den verschiedenen Anlagetypen erhalten Sie hier: Solarstrom-Vergütungssätze 2012 » (Mein EigenHeim-PDF).
Wir wollten von den Mein EigenHeim-Lesern wissen, was sie von den Kürzungen halten. Das Ergebnis unserer Online-Umfrage zeigt deutlich - unsere Leser haben eine andere Meinung als die Politik:
- 68% finden die Kürzung nicht gut und meinen, dass die Nutzung erneuerbarer Energien weiter belohnt werden sollte.
- 25% dagegen finden die Kürzung gut, denn von einer hohen Vergütung würden nur wenige profitieren.
- Und nur 7% ist das Thema egal.
Solarstrom bleibt dennoch attraktiv
Auch wenn die Kürzung die Renditen schmälert, bleibt Solarstrom für Privathaushalte lukrativ. Denn Solaranlagen haben sich seit 2006 nach Angabe des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) um mehr als 40 Prozent verbilligt.
Eigenverbrauch immer lohnender
In den letzten Jahren war die Garantievergütung deutlich höher als das, was herkömmlich produzierter Strom kostet. Es war deshalb zweifellos lukrativer, den eigenen Solarstrom komplett ins öffentliche Netz einzuspeisen. Inzwischen sich bei neu installierten Solarstromanlagen die Frage, ob nicht der Eigenverbrauch zur lohnenden Alternative wird. Zwar gibt es hierfür keinen Vergütungs-Bonus mehr. Aber der Anlagenbetreiber spart die Kosten für den Strom aus dem öffentlichen Netz – derzeit rund 24 Cent pro Kilowattstunde, Tendenz steigend. Jede einzelne Photovoltaik-Anlage muss genau geplant und genau durchkalkuliert werden, bevor die Frage „Eigenverbrauch oder Einspeisung?” beantwortet werden kann.
Technische Voraussetzung für den Eigenverbrauch ist ein sogenannter Zweirichtungs-Stromzähler. Er hat zwei Zählwerke. Eines registriert die ins öffentliche Netz eingespeiste Menge an Solarstrom, das andere den vom Energieversorger aus dem Netz bezogenen Strom. Da auch die gesamte Strommenge erfasst wird, die die Photovoltaik-Anlage erzeugt, lässt sich daraus leicht der Eigenverbrauch errechnen.
Weitere Online-Beiträge zum Thema helfen Ihnen dabei:
