Glas am Bau - 40 Stichworte von A bis Z
Es kann durchsichtig und matt, farblos oder bunt, glatt und strukturiert, sonnenfangend und schallschützend sein: Glas am Bau. 40 Stichworte bieten viel Wissenswertes über den Baustoff.
Alarmglas ist ein Verbund-Sicherheitsglas. Innerhalb der Verbundschicht liegen feine leitende Drähte – zum Anschluss an eine Alarmanlage.
Antikglas hat die Struktur mittelalterlicher Gläser. Es wird im Mundblasverfahren in vielen verschiedenen Farbtönen hergestellt. Dicke zwischen drei und vier Millimeter.
Bauglas ist der Sammelbegriff für sämtliche Glaserzeugnisse, die am Bau Verwendung finden – zum Beispiel Flachglas, Glasbausteine, Glasdachziegel.
Bleiverglasung ist eine Technik, die hauptsächlich bei Glasmalerei und Zierverglasungen Verwendung findet. Mittels sogenannter Bleiruten (Bleifassungen in H-Form) werden kleine Glasscheiben beliebigen Zuschnitts zu großen Fensterflächen gefügt.
Brandschutzverglasung ist eine Spezialverglasung zum Abschirmen von Brandherden. Es ist als Einzelscheibe und als Verbund-Sicherheitsglas (VSG) mit einer speziellen Zwischenschicht im Handel.
Butzenscheiben – auch Nabelscheiben genannt – sind runde Glasscheiben mit 10 bis 15 Zentimeter Durchmesser, in deren Mitte sich der Butzen oder Nabel erhebt. Die meist grünen Einzelgläser werden durch Bleifassungen verbunden. Butzenscheiben wurden bereits im 14. Jahrhundert hergestellt und erlebten im 19. Jahrhundert eine Renaissance.
Dallglas ist ein in der Masse durchgefärbtes, lichtdurchlässiges, jedoch nicht klares Gussglas. Das Glas wird heute in Hafenöfen geschmolzen, die Dallen oder Fliesen in handwerklicher Tradition gefertigt. Die Oberfläche ist unregelmäßig, uneben und zeigt leichte Lavastruktur. Diese Gläser von hoher Leuchtkraft werden als farbige Glasbetonfächen zu Buntfenstern, Trennwänden und so weiter verarbeitet. Die übliche Dicke beträgt zirka 20 Millimeter.
Dekorglas – der Oberbegriff für Gläser, die dekorativen Zwecken dienen.
Dickglas – dieses im Ziehverfahren hergestellte Flachglas hat eine Dicke von mehr als vier Millimetern.
Drahtglas zählt zur Kategorie der Gussgläser. Das eingebettete Drahtgewebe oder Drahtnetz stellt sicher, dass bei Scheibenbruch das Scheibengefüge weitgehend erhalten bleibt. Drahtglas ist für Verglasungen in feuerbeständigen Bauteilen zugelassen.
Drahtornamentglas ist ein drahtarmiertes Gussglas mit ein- oder doppelseitiger Prägung. Dicken von sechs bis zehn Millimetern, auch in verschiedenen Farben. Es ist als Verglasung in feuerbeständigen Bauteilen zugelassen.
Drahtspiegelglas ist beidseitig geschliffen und poliert. Die Drahteinlage ist punktgeschweißt oder aus sechseckigem Geflecht.
Draht-Verbund-Sicherheitsglas – zwischen die beiden Scheiben werden dünne Stahldrähte oder -fäden eingebettet. Kupferlegierungen werden verwendet, wenn die Verglasung an Alarmanlagen oder Scheibenheizung angeschlossen werden soll.
Entspiegeltes Glas – Durch feinste Oberflächenätzung wird der Spiegeleffekt ausgeschaltet. Es wird in geringen Dicken für Bilderverglasung verwendet.
Flachglas ist der Oberbegriff für alle ebenen und gebogenen Scheiben – farbig und farblos, die bei Automobil- und Spiegelproduktion und insbesondere am Bau Verwendung finden.
Floatglas ist ein Flachglas, dessen hohe Qualität durch das sogenannte Floatverfahren möglich wurde.
Glasbauelemente sind Verbindungen von Glastafeln und Dämmstoffen zu vorgefertigten Einheiten, die als Brüstungen, Trennwände und dergleichen eingebaut werden.
Glasbausteine sind gepresste Glaskörper. Entweder massiv als Voll-Glasbausteine oder hohl als Hohlglasbausteine. Mit und ohne Licht streuende Prägung, von durchsichtig bis Sicht sperrend und in verschiedenen Farben. Glasbausteine mit Prüfzeugnis sind als Verglasung in feuerbeständigen Bauteilen zugelassen. Glasbausteine sind selbsttragend, jedoch nicht belastbar und damit nicht für tragende Wände geeignet.
Glasdachziegel entsprechen in Form und Bezeichnung den Tonziegeln. Sie sind gepresst, lichtdurchlässig und von hoher Widerstandsfähigkeit gegen Belastungen.
Glasfasern für kurzfaserige Glaswolle oder Glaswatte und für langfaseriges Glasvlies oder für Glasseide werden zur Herstellung von Produkten für Schall- und Wärmedämmung sowie zur Verstärkung von Kunststoffprodukten verwendet.
Glasmalerei – Für die Herstellung von Fenstern mit farbigen, bildlichen Darstellungen gibt es zwei grundlegende Techniken.
1. Einfarbige oder auch farblose Gläser werden mit Schmelzfarben bemalt, die beim Brennvorgang die gewünschte Farbgebung entwickeln.
2. Die Bildmotive, beziehungsweise deren Konturen, werden mit Schwarzlot auf farbiges Glas aufgetragen. Man erzielt dadurch auch eine gewisse Licht-Schatten-Wirkung.
Alte und neuere Beispiele findet man vorwiegend im sakralen Bereich.
Glasmosaik – im Gegensatz zum klassischen Mosaik aus Tonplättchen oder Steinchen, dessen Hauptwerke in Ravenna und Rom zu sehen sind, wird das Glasmosaik aus Glaswürfeln gearbeitet. Mit dieser Flächengestaltung an Wänden, Decken und auf Fußböden und durch die Addition der verschiedenfarbigen kleinteiligen Einzelkörper wird eine malereiähnliche Wirkung erzeugt.
Glaszement ist ein Spezialkitt mit Silikonen zur Verbindung von Glas mit Glas.
Gussglas – Gussgläsern werden im Gusstisch- oder Fließbandverfahren durch Gießen oder Walzen hergestellt. Mit Prägung bezeichnet man sie als Ornamentglas. Sie werden dort eingesetzt, wo Durchblick nicht erwünscht oder nicht nötig ist – zum Beispiel in Sanitärräumen. Zum Gussglas zählen zum Beispiel Drahtglas und opakes Glas.
Hitzebeständiges Glas findet man zum Beispiel bei Kochfeldern und Kochgeschirren. Es weist teilweise eine Temperaturbeständigkeiten bis zu 500 Grad Celsius auf.
Isolierglas für Fenster und Festverglasungen wird aus zwei oder mehreren Scheiben (Mehrscheiben-Isolierglas) zu einem Element verbunden. Die Luftzwischenräume werden künstlich entfeuchtet, hermetisch abgeschlossen und können mit speziellen Gas-Luft-Gemischen zur Verbesserung von Wärme- und Schalldämmung befüllt werden. Die verschiedenen Arten von Isolierglas sind zum Beispiel Wärmeschutzglas, Schallschutzglas oder Sonnenschutzglas.
Kristallspiegelglas ist die Handelsbezeichnung für gegossenes und gewalztes Glas, das auf beiden Seiten plan parallel geschliffen und poliert ist. Es zeichnet sich aus durch klare Durchsicht und fehlerfreie Optik, kann farbig oder farblos sein und sowohl als Sonnen- oder Wärmeschutzglas als auch für vorgespannte Einscheiben-Sicherheitsgläser verwendet werden.
Opake Gläser sind Gussgläser, die in der Masse durchgefärbt und undurchsichtig sind. Die Vorderseite ist glatt, die Rückseite gerillt.
Ornamentglas ist ein Gussglas, dessen Oberfläche sowohl einseitig als auch beidseitig geprägt und dadurch durchscheinend bis Durchsicht sperrend sein kann.
Panzerglas ist ein Mehrscheiben-Verbund-Sicherheitsglas aus vier oder mehreren Glasscheiben und in Dicken zwischen 25 und 60 Millimetern erhältlich, in Sonderausführungen bis zu 200 Millimetern.
Pressglas – dazu zählen zum Beispiel Glasbausteine.
Rohglas ist Gussglas mit glatter oder wenig strukturierter Oberfläche – einseitig gehämmert, gerippt oder mit Rauten, die andere Seite feuerpoliert, also nach dem Glattwalzen ohne weitere Behandlung erstarrt.
Sicherheitsglas ist ein Flachglas, eben oder gebogen, farblos und farbig, das bei Scheibenbruch die Verletzungsgefahr mindert. Vorgespanntes Einscheiben-Sicherheitsglas gibt es zum Beispiel als Floatglas, als Kristallspiegelglas oder als Gussglas. Es zeichnet sich durch hohe Biege- und Schlagfestigkeit sowie durch Elastizität aus. Es erträgt starke Temperaturschwankungen und zerbröselt bei Bruch in harmlose Krümel. Zwei- oder Mehrscheiben-Verbund-Sicherheitsglas besteht – wie der Name schon sagt – aus zwei oder mehreren Scheiben, die mittels Kunststofffolie verbunden werden.
Sonnenschutzglas hat die Eigenschaft einen großen Teil der Wärme führenden Infrarotstrahlung entweder durch Absorption oder durch Reflexion abzuhalten.
Verbundgläser nennt man jene Glaselemente, die durch Zwischenhaftschichten oder Randabschlüsse verbunden sind. Beispiele sind Verbund-Sicherheitsglas, Panzerglas, Heizscheiben, Alarmglas, Draht-Verbund-Sicherheitsglas.
Vorspannen nennt man jenes Verfahren, bei dem Glas bis zum Punkt der Erweichung erhitzt und dann schnell und gleichmäßig abgekühlt wird. Dadurch erhöhen sich Eigenschaften wie Festigkeit, Elastizität, Temperatur- und Verwindungsfähigkeit.
Wärme absorbierendes Glas ist meist getönt, nimmt einen Teil der Wärme auf und gibt sie an beiden Seiten der Glastafel durch Konvektion wieder ab. Vorgespannte Gläser sind empfehlenswert, weil sie weniger sprunggefährdet sind und starke Temperaturunterschiede ertragen.
Wärme reflektierendes Glas – ist ein Flachglas mit Metall- oder Metalloxidbeschichtung. Diese Beschichtungen halten einen großen Teil der Wärmestrahlung ab.
Wärmeschutzglas kann auftreffende Sonnenstrahlen entweder absorbieren oder reflektieren.
