Bau-Nebenkosten: All inclusive?
Bei mancher Finanzierung spielen Bau-Nebenkosten plötzlich die Hauptrolle. Dann nämlich, wenn bezahlt werden muss, womit keiner gerechnet hat. Bei knappen Budgets können Bau-Nebenkosten die Finanzierung sprengen. Mit unserer Übersicht kommen Sie ihnen auf die Spur: damit die Kalkulation am Ende stimmt.
Wenn Banken Finanzierungspläne machen, rechnen sie mit 5 Prozent Nebenkosten auf den Kaufpreis. Das bezieht sich jedoch nur auf Notar und Grunderwerbsteuer. Die anderen Nebenkosten werden oft vergessen. Denn der Kaufpreis ist in der Regel nicht der Endpreis. Selbst dann nicht, wenn der Fertighaushersteller einen Fixpreis nennt.
Richtig kalkulieren
Fixpreise beziehen sich nämlich nur auf Leistungen, die in der Bau- und Leistungsbeschreibung ausdrücklich genannt sind. Und es ist nicht nur der Keller, den der Bauherr zusätzlich finanzieren muss. Häufig fehlende Posten sind beispielsweise Kanalanschlüsse oder Lichtschächte.
Architektenhäuser sind noch schwieriger zu kalkulieren. Viel hängt davon ab, ob man Gewerke zu den Preisen vergeben kann, wie geplant.
Reserven einplanen
Darüber hinaus gibt es beim Bauen immer Unwägbarkeiten, egal ob man mit dem Fertighausanbieter, dem Bauträger oder dem Architekten baut. Wenn sich die Fertigstellung verzögert, Baumängel auftreten oder Planungsänderungen vorgenommen werden, hilft ein Sicherheitspolster, auf das man zurückgreifen kann.
Sorgen Sie für ausreichend Luft in Ihrer Finanzierung! Prüfen Sie anhand unserer Checkliste, mit welchen Bau-Nebenkosten Sie bei Ihrem Objekt rechnen müssen, welche Stolperfallen es gibt und vergessen Sie die Sicherheitsreserve nicht.
Checkliste Bau-Nebenkosten
Das kann dazu gehören:
• Notarkosten
• Grunderwerbsteuer
• Bei größeren Entfernungen Fahrt- und Übernachtungskosten
• Maklergebühren
• Architektenhonorar
• Ingenieurleistungen:
− Statiker
− Vermessungsingenieur
− Fachingenieure
• Sachverständige und Gutachter, u.a. Baubegleiter
• Je nach Baupartner bauseitige Leistungen wie zum Beispiel:
− Baustelleneinrichtung
− Erdaushub
− Keller oder Fundamentplatte
− Änderungswünsche
− Lichtschächte, Zählerkasten und mehr
• Baustrom und -wasser
• Erschließungskosten
• Hausanschlusskosten
• Ggf. Kosten fürs Richtfest
• Finanzierungsnebenkosten:
− Bankgebühren und -zuschläge
− Zwischenfinanzierungskosten
− Doppelbelastung Miete plus Darlehenszinsen
• Bau- und Hausversicherungen:
− Feuerrohbauversicherung
− Wohngebäudeversicherung
− Unfallversicherung
− Ggf. Grundstückshaftpflichtversicherung
− Bauherrenhaftpflichtversicherung
− Bauleistungsversicherung
• Zusatzkosten durch Bauverzögerungen bei:
− schlechtem Wetter
− Pfusch am Bau
− Unternehmenspleite
• Außenanlagen:
− Garten
− Wege und Zufahrt
− Garage oder Carport
• Neue Einrichtungsgegenstände wie Möbel oder Einbauküche
• Umzugskosten
Achtung! Das sind die Stolperfallen:
- Beim Kauf vom Bauträger gelten Grundstück und Gebäude als Einheit. Die Grunderwerbsteuer wird aus dem Gesamtkaufpreis errechnet.
- Beim Bau mit einem Architekten erhöht sich das Architektenhonorar mit dem Anstieg der Baukosten, es sei denn, es wurde vertraglich ein Festhonorar vereinbart.
- Manche Kostenexplosion ist selbstgemacht. Achten Sie auf Ausgabendisziplin wenn es um Sanitärkeramik, Bodenbeläge, Türen und mehr geht. Es muss nicht immer die Luxusvariante sein. Es gibt auch stilvolle Standardausführungen.
