Mein EigenHeim - Bauen Wohnen Leben

Sie sind hier: Meine Themen » Bauen » Badplanung: Installationswände im Bad

Badplanung: Installationswände im Bad

bad-fliese-cero_95f52ae60a.jpg
Foto: Credo

Je mehr vorgefertigte Bauteile in einem Neubau stecken, desto weniger braucht der Bauherr für sein Haus zu bezahlen. Vorfertigung senkt die Arbeitszeit durch werkseitig vormontierte Einzelelemente. Ein Beispiel für diese Art der Kostensenkung ist der Einsatz von Vorwandinstallationen, hauptsächlich im Badbereich.

Bei der Vorwandinstallation handelt es sich um vorgefertigte doppelte Wände aus Metallrahmen und -streben, die nicht nur, aber bevorzugt beim Ausbau von Bädern eingesetzt werden. Spezielle Haltevorrichtungen sorgen dafür, dass Sanitärobjekte, wie Toiletten- und Waschbecken, Dusch- und Badewanne oder Bidets, dort nur noch eingehakt und an die Ver- und Entsorgungsleitungen angeschlossen werden müssen.

Innerhalb dieses Wanddoppelrahmens sind alle für Frischwasser und Abwasser notwendigen Rohre untergebracht. Um die entstehenden Fließ- oder Spülgeräusche zu verringern, wird der Hohlraum zwischen beiden Rahmen mit Dämmmaterial aufgefüllt. Das können Mineral- oder Glasfasermatten, aber auch Schafwolle sein. Als Träger für die später aufzuklebenden Fliesen werden Holzverbund-, Gipskarton- oder Gipsfaserplatten – die Beplankung – auf das Metallgerüst geschraubt.

Bauherren sollten darauf achten, dass alle in Bädern verwendeten Gipskartonplatten gegen Feuchtigkeit imprägniert sind, da Gips sehr stark Wasser aufsaugt und dann aufquellen würde. Zusätzlicher Vorteil des Installationssystems: Da es im Trockenbau ausgeführt wird, fällt die oft langwierige Austrocknungszeit der Wände weg. Die Vorwand muss nicht unbedingt raumhoch geplant werden, daher können in 80, 100 oder 120 Zentimeter Höhe Ablageflächen oder Nischen entstehen. Mit dem System lassen sich übrigens auch ansprechende Ecklösungen leicht verwirklichen.

Heute und in Zukunft flexibel
Im Unterschied zu den traditionellen Wandsystemen, bei denen Badgegenstände konventionell in die Wand eingebaut sind, nimmt die Wand vor der Wand dem Raum etwas Platz weg. Das wird jedoch dadurch aufgewogen, dass sich die einzelnen Sanitärgegenstände nach den oft sehr persönlichen Bedürfnissen des Badnutzers platzieren lassen. Zudem können später auftretende Schäden schneller als in einer starren, gemauerten Wand gefunden werden. Außerdem erweist sich die Flexibilität des Systems noch nach Jahren als Vorteil: Ein späterer Badumbau, etwa in eine Wellnessoase, geht schneller und mit weniger Bauschutt vonstatten.

Einfügbar in jeden Grundriss
Es muss aber nicht gleich ein Vorwandsystem sein, wenn lediglich Leitungen oder Rohre zu verbergen sind – etwa bei Räumen im Keller- oder Dachgeschoss. Dann empfiehlt sich der Aufbau einer freistehenden Konstruktion, beispielsweise vor eine massive Außenwand. Sie wird vom Fachmann als Vorsatzschale bezeichnet und besteht ebenfalls aus Metallprofilen. Einbauhöhe und Einbautiefe können bei dieser „kleineren Lösung” an die Verhältnisse vor Ort angepasst werden.

Eine ähnliche, dem schnellen Bauen dienende Technik ist die Installationswand. Auch hier werden Systeme aus Metallprofilen eingesetzt. Je nach Wandkonstruktion lassen sich im Wandinnern die Leitungen für die Entlüftung sowie die Be- und Entwässerung führen. Auch Kabel kann man waagrecht und/oder senkrecht unterbringen. Diese Wände sind kostengünstig, weil die Systemteile aus der handelsüblichen Trockenbau-Großserienproduktion stammen und die Beplankung in die statische Berechnung einbezogen wird.

Mehr Freiraum bei der Gestaltung
Handwerker haben oft das Problem, dass sie einerseits zahlreiche Strom- und Wasserleitungen verlegen müssen, andererseits aber nach den strengen Bauvorschriften nach DIN 1053 keine Stemm- und Schlitzarbeiten im Mauerwerk mehr ausführen können. Mit Vorwandsystemen haben etliche Hersteller die Installationsarbeiten revolutioniert und Baufachleuten wie Bauherren einen Dienst erwiesen. Arbeitsaufwand, Lärm und Schmutzanfall verringern sich bei kürzeren Montagezeiten. Gleichzeitig bieten die Systeme aber Gestaltungsmöglichkeiten, die bisher nur mit erheblichem Zusatzaufwand erzielt werden konnten.

Tipps zu vorgefertigten Installationssystemen:
Weiterführende Informationen: